Es hat bis zum 25. August gedauert, bis der Gewerbeverein Uzwil, diesmal zusammen mit dem Gewerbeverein Oberbüren, in diesem speziellen Jahr seinen ersten «Gwerblerlunch» durchführen konnte. Vorgängig liessen sich interessierte Gewerbetreibende den Erweiterungsbau des Seniorenzentrums Sonnmatt zeigen. Rolf Raschle, Präsident des Gewerbevereins Uzwil, bezeichnete den Bau als Leuchtturm für die Region. Er begrüsste besonders den Uzwiler Gemeindepräsidenten Lucas Keel, Heimleiter Kurt Marti und Werner Meier vom zuständigen Architekturbüro. Sie informierten im Anschluss über spezielle Aspekte des Grossprojektes.

«Verdoppelung bis 2035»

Lucas Keel umriss als Präsident der Trägerschaft die politische Bedeutung des Projektes. Er wies darauf hin, dass dem Erweiterungsbau eine langfristige Planung zugrunde liege. Bis im Jahr 2035 rechne man mit einer Verdoppelung der benötigten Pflegeplätze. Steigen werde auch der Bedarf an ambulanter Pflege. Um darauf gerüstet zu sein, sei die Spitex ins Erweiterungsprojekt einbezogen worden. Es könne aber nicht erwartet werden, dass das Haus vom ersten Tag an voll belegt sein werde.

Der Zweckverband gehöre mit seinen 235 Plätzen zu den grössten Anbietern im Kanton St. Gallen. Uzwil investiere heute jährlich rund zwei Millionen Franken in die Pflegefinanzierung, und damit gleich viel wie in die Sozialhilfe. Die Infrastruktur mache allerdings nur etwa 20 Prozent der Kosten im Pflegebereich aus. Der Löwenanteil von 80 Prozent sei den Personalkosten zuzuschreiben. Die grosse Herausforderung bestehe darin, betrieblich gut aufgestellt zu sein. Das Erweiterungsprojekt erfülle in dieser Hinsicht die gestellten Anforderungen gut, weil es den Neubau mit den bestehenden Bauten gut «verzahne».


Dem gesellschaftlichen Wandel geschuldet

Heimleiter Kurt Marti verglich das Platzangebot und den Arbeitsaufwand im bestehenden Gebäude mit dem Neubau. Der gesellschaftliche Wandel habe dazu geführt, dass im Neubau nur noch Einzelzimmer angeboten würden. Im Altbau gab es vor wenigen Jahren sogar noch Viererzimmer, heute stehen Zweier- und Einerzimmer zur Verfügung. Einerzimmer hätten sich gerade in der Coronazeit als vorteilhaft erwiesen. Sie hätten das Abstandhalten erleichtert.

Mehr Volumen und grössere Wege führten unweigerlich zu einem grösseren betrieblichen Aufwand. Unerlässlich sei es, über genügend qualifiziertes Personal zu verfügen. Dazu leiste das Seniorenzentrum einen Beitrag, indem es 35 Personen in Ausbildung beschäftige, und diesen Anteil noch zu erhöhen bestrebt sei. Was die Küche betrifft, ist diese nicht bloss für die Verpflegung von 235 Bewohnern und 300 Mitarbeitenden zuständig. Sie bewältigt auch den Malzeitendienst für rund 140 Privatpersonen.

«Alt- und Neubau zusammengebracht»

Werner Meier vom zuständigen Architekturbüro ADP Architektur Design Planung AG in Zürich zeigt auf, dass versucht worden sei, das bestehende Gebäude und den Neubau möglichst konfliktfrei miteinander zu verbinden. Für alle wichtigen Funktionen gebe es eine direkte Anbindung. Weitere Qualitäten des Neubaus seien kurze Weg und Luft in den Hallen. Werner Meier und Lucas Keel betonten auch Attraktivität der Umgebung. Das Seniorenzentrum befindet sich in einer eigentlichen Parkanlage.


Aus der Vor- und Baugeschichte

Am 20. Februar 2019 ist der erste Spastich erfolgt. Im Vorfeld hatten die Gemeinden Uzwil und Oberuzwil an der Urne und Oberbüren an der Gemeindeversammlung Kredite im gesamten Umfang von 38 Millionen Franken und zusätzlich rund 8 Millionen für den Grundstückkauf bewilligt. Der Erweiterungsbau ist ein viergeschossiges Gebäude, welches mit einem Zwischentrakt sowohl unterirdisch als auch via Erdgeschoss direkt mit den bestehenden Häusern verbunden ist. Zum Projekt gehören eine Tiefgarage mit 30 Plätzen. 70 Parkplätze für Besucher und Mitarbeitende sind bereits neu gestaltet worden.