Im Zweckverband SVRW sind vier St. Galler und drei Thurgauer Gemeinden zusammengeschlossen. 2003 ist der Zweckverband gegründet worden, 2005 ist mit der Planung eines neuen Betriebsgebäudes begonnen worden. Im Sommer konnte der Neubau an der Bronschhoferstrasse in Wil bezogen werden. Zum Behördenempfang am Freitagabend konnte Stadtrat Daniel Meili, Präsident des Verwaltungsrates, rund 90 Gäste willkommen heissen.Zum Behördenempfang waren neben den Vertretern der Verbandsgemeinden auch verschiedene Partnerorganisationen und allen voran auch die Hauptverantwortlichen für den Neubau eingeladen. An den offiziellen Akt schlossen sich ein Betriebsrundgang und ein Gedankenaustausch beim Apéro an.

Wichtige Meilensteine
Die Gründung des Zweckverbandes Sicherheitsverbund Region Wil ist 2003 erfolgt. Sieben Gemeinden haben sich zusammengeschlossen. Sie weisen gesamthaft gut 41'000 Einwohner auf, verteilt auf Wil (23'700 Einwohner), Zuzwil (4'800), Jonschwil (3'800), Niederhelfenschwil (3'000), Rickenbach TG (2'800), Wilen TG (2'500) und Braunau TG (750).

Vor zwölf Jahren ist das Neubauprojekt initialisiert werden. 2009 ist der Standort durch eine Expertengruppe evaluiert worden. Die Wahl sei auf die Bronschhoferstrasse gefallen, weil es sich um einen zentralen, verfügbaren und bezahlbaren Platz gehandelt habe, führte Verwaltungsratspräsident Meili aus.

Kostenvoranschlag wird unterschritten
Von den 36 Projekteingaben des Architekturwettbewerbs hat eine Fachjury das Projekt des Architekturbüros Manetsch Meyer aus Zürich ausgewählt. In den Jahren 2013 bis 2015 ist das Projekt baureif ausgearbeitet und anschliessend der Kredit von 23 Millionen Franken von den Delegierten genehmigt worden. Den Belangen der Feuerwehr stehe die Bevölkerung offensichtlich wohlwollend gegenüber, stellte Daniel Meili fest. Gegen das Projekt habe es eine einzige Einsprache gegeben, welche nicht zu einer Verzögerung geführt habe. In knapp zweijähriger Bauzeit ist das Vorhaben realisiert und im Sommer der Bau bereits bezogen worden. Auch wenn die Schlussabrechnung erst nächstes Jahr vorliegen werde, stellte der Verwaltungsratspräsident eine Kostenunterschreitung von einem sechsstelligen Betrag in Aussicht.

100 Meter langer Neubau
Lukas Meyer vom Zürcher Architekturbüro Manetsch Meyer erklärte das Konzept des Neubaus. Er äusserte sich lobend über die gute Zusammenarbeit von allen Beteiligten.

Im Erdgeschoss des 100 Meter langen Trakts befinden sich die Fahrzeughalle mit Einsatzzentrale, Garderoben der Feuerwehr, Atemschutzwerkstatt und die Waschbox mit der Schlauchpflegeanlage. Im Zwischengeschoss sind die weiteren Lagerräume sowie die Aufenthaltsräume für die Geschäftsstelle und die Feuerwehr untergebracht. Die Büros der Geschäftsstelle sowie vier Schulungsräume von unterschiedlicher Grösse befinden sich im Obergeschoss.

Im Untergeschoss sind Lagerräume, Einstellhalle, Garderoben der Pioniere und des Zivilschutzes, Technikräume und die Kleiderpflege untergebracht.

«Scheune fängt Feuer»
Das neue Depot ist ein Zweckbau. Dass die Delegierten trotzdem Geld für Kunst am Bau gesprochen hatten, wurde mit Genugtuung vermerkt. Der Auftrag ging an Sebastian Stadler, einen Künstler aus der Region. Er hat die beiden Treppenhäuser ausgestaltet. Als Grundlage diente ihm ein Archiv mit über 40'000 digitalisierten und Tausenden von analogen Bildern. Daraus hat er Bilder ausgewählt. Die bearbeiten und gruppierten Bilder finden sich nun in Siebdruck an den Wänden der beiden Treppenhäuser.

Grussworte von Gästen
Die Grüsse der Gebäudeversicherungen der Kantone St. Gallen und Thurgau überbrachte Daniel Bischof. Er sei selber 23 Jahre Mitglied der Regionalfeuerwehr Wil gewesen, und darum sei es für ihn eine besondere Freude, dass der Sicherheitsverbund nun über einen so zweckmässigen Neubau verfüge.

Franz-Josef Schumacher von der Feuerwehr Lorsch in Deutschland, mit der die Wiler Feuerwehr seit Mitte der 90er Jahre freundschaftlich verbunden ist, überbrachte als Gastgeschenk eine Statue des heiligen Florian, des Schutzpatrons der Feuerwehr.

Im Namen der Wiler Industrie und der Firma Stihl schenkte Joachim Zappe, Geschäftsführer der Stihl AG, eine Rettungssäge, ein Produkt der Firma Stihl, mit dem sich auch Blech schneiden lässt

Praxedis Schär, im Zivilschutz und in der Feuerwehr aktiv, wartete mit Brot und Salz, dem traditionellen Geschenk beim Bezug eines Neubaus auf.


Feuerwehr und Zivilschutz
Die Feuerwehr der Region Wil ist eine Milizorganisation mit rund 160 Frauen und Männern. Diese leistet für die Bevölkerung von Wil, Rickenbach TG, Wilen TG und Braunau TG mit insgesamt rund 30'000 Einwohnern den Ersteinsatz. Im Jahr werden zwischen 150 - 200 Einsätze bewältigt. Weiter werden verschiedene Stützpunktaufgaben wahrgenommen und die Fahrdienste für den Notarzt der Rettung St. Gallen, Region Mitte, sichergestellt.

Im Zivilschutz Region Wil leisten rund 220 aktiv Dienst. Die Aus- und Weiterbildung erfolgt jeweils an mindestens zwei Kurstagen pro Jahr. Die Kaderangehörigen der Pionierzüge werden mit dem Kader der Feuerwehr ausgebildet. Insgesamt werden neun Zivilschutzorganisationsbauten in den sieben Gemeinden gewartet und betrieben.