Seit mehr als einer Woche liegen die Pläne des Mobilfunk-Betreibers Salt öffentlich auf. Noch bis zum 12. Juli können sie im Zuzwiler Gemeindehaus eingesehen werden. Auf dem Coop-Gebäude soll eine Antenne errichtet werden. Noch bevor die Frist verstrichen ist, regt sich bereits Widerstand. Die örtlichen Sozialdemokraten verschaffen ihrem Unmut mit einer Stellungnahme Luft. «Die SP Zuzwil ist grundsätzlich gegen neue Handyantennen», schreibt die Partei und macht dabei die Lage in einem Wohngebiet und die Nähe der Schule geltend. Doch nicht nur: «Einerseits stuft die Weltgesundheits-Organisation WHO die Handystrahlung als möglicherweise krebserregend ein. Andererseits ist unklar, ob eine neue Handyantenne wirklich notwendig ist.» Des Weiteren werde derzeit im nationalen Parlament über eine Motion der Fernmeldekommission diskutiert, die Strahlengrenzwerte drastisch zu erhöhen. «Ärzte warnen davor, dass die Strahlen die Hirnströme und die Gehirndurchblutung beeinflussen, die Spermienqualität reduzieren und Erbinformationen destabilisieren. Ungeborene, Säuglinge, Kinder und Jugendliche sind besonders stark betroffen, weil Körper und Gehirn noch in Entwicklung sind», schreibt Raffael Sarbach im Namen der Partei.

SVP: «Das Problem wird heruntergespielt»
Die Zuzwiler Sozialdemokraten schlagen vor, dass bestehende Handyantennen von mehreren Mobilfunkanbietern gemeinsam genutzt werden. So brauche es nicht mehrere Antennen. Die Partei ist überzeugt, dass es bessere Standorte gebe, die nicht so nah an bewohntem Gebiet und einer Schule lägen. Die SP fordert Gemeinde auf, Verantwortung zu übernehmen und Einsprache zu erheben.

Auch die Zuzwiler SVP wehrt sich gegen das Projekt und verweist auf die geplante Überbauung Räbgrueb ganz in der Nähe. Ortsparteipräsident Walter Kerschbaumer sagt: «Unsere Kinder werden während der Schulzeit auf dem Pausenplatz, im Turnunterricht, in der Musikschule, im Kindergarten und auf dem Spielplatz unter Dauerbestrahlung stehen. Das Krebsrisiko steigt massiv an. Der Betreiber mit seinen Zuzwiler Lobbyisten spielen das Problem der geltenden Grenzwerte herunter, obwohl jeder gebildete Mensch über die Gesundheitsrisiken durch Strahleneinwirkungen Kenntnis hat.»

Auch in Wil und Sirnach im Gegenwind
Bei Salt dürfte man sich mittlerweile an den Widerstand gewöhnt haben. Wo heute eine neue Antenne errichtet werden soll, ist Widerstand programmiert. Jüngstes Beispiel ist Wil, wo ebenfalls Salt beim Autobahnzubringer an der Georg-Renner-Strasse einen acht Meter hohen Handymast auf ein Mehrfamilienhaus stellenwill. Dies hatte zu zwei Einsprachen und einer Sammeleinsprache geführt. In Sirnach wehrten sich gleich mehrere hundert Anwohner und machten gesundheitliche Aspekte geltend.