Laut dem Mobilfunkbetreiber Salt ist der Datenverkehr in der Luft alleine in den vergangenen Monaten exponentiell gewachsen. Schon bald soll mit 5G die nächste Dimension erreicht werden. Das geht nicht ohne zusätzliche Handmysten. Rund ein Dutzend neuer sollen es in der Region Wil sein. Eine davon ist auf dem Dach des neuen Coop an der Herbergstrasse in Zuzwil geplant. Doch dagegen sind sieben Einsprachen eingegangen. Derzeit läuft der Schriftenwechsel unter den Involvierten. Erfolgt danach kein Rückzug aller Einwände, wovon auszugehen ist, wird der Zuzwiler Gemeinderat nach den Sommerferien über die Einsprachen befinden. Ein Weiterzug an die nächst höhere Instanz ist danach möglich (Hallowil.ch hat berichtet).

Doch nicht nur Zuzwil selber ist tangiert, sondern auch im Ortsteil Züberwangen soll eine Salt-Antenne errichtet worden – wie in Zuzwil unweit der Primarschule. Als Standort wurde das Grundstück 646 an der Bildstrasse 6 ausgesucht. Der Standort ist ein Parkplatz und liegt nahe der Kantonsstrasse von Wil nach Zuzwil, aber eben auch lediglich rund 15 Meter neben dem Fussballplatz Züberwangen. Und genau dies sorgt bei Anwohnern für Unverständnis. Der Fussballplatz müsse wegen der Kinder als Ort der empfindlichen Nutzung beurteilt werden. Jedoch sei nicht bekannt, wie hoch dort die Strahlung künftig sei. Es Messpunkt müsse fixiert werden.

Vorwurf: Grenzabstand wird nicht eingehalten
Ein weiterer Aspekt des Widerstands: Die Antenne soll in der Wohn- und Gewerbezone 2 errichtet werden. Dort betrage der Mindest-Grenzabstand je nach Himmelsrichtung vier oder acht Meter. Mit 2,97 Meter gegen Osten und 6,1 Meter gegen Süden werde dieser Grenzabstand aber massiv unterschritten und das Projekt sei nicht bewilligungsfähig, schreiben die Gegner. Dem entgegnet Salt in einer schriftlichen Stellungnahme, dass Antennen in Bauzonen frei errichtet werden dürfen, wenn die geltenden baurechtlichen Vorschriften eingehalten werden. Die Antenne sei zonenkonform.

Zudem befürchten die Anwohner wegen der zusätzlichen Strahlen eine Einschränkung des eigenen Wohlbefindens. Ein Beispiel in Salzburg habe gezeigt, dass ein Mobilnetz auch mit zehnmal tieferen Strahlenwerten betrieben werden könne. Dem entgegnet Salt, dass der Abdeckungsradius solcher Antennen nur einige Hundert Meter weit reiche. Sämtliche gesetzlichen Bestimmungen seien vollumfänglich eingehalten. Es könne auch keine Wertminderung der Liegenschaft durch die Strahlen geltend gemacht werden. Eine solche führen die Einsprecher ebenfalls ins Feld.

Auch hier ein Weiterzug möglich
Wie bei der geplanten Antenne an der Zuzwiler Herbergstrasse sind auch gegen jene in Züberwangen sieben Einsprachen eingegangen und es läuft derzeit der Schriftenwechsel. Es würde nicht überraschen, wenn sich die Einsprachen dadurch nicht erledigten und der Gemeinderat an einer seiner nächsten Sitzungen eine Entscheidung zu treffen hätte. Auch dieser Fall kann danach von der unterlegenen Partei weitergezogen werden.