«Wir sind bereit», sagt Felicitas Zehnder, Inhaberin des Cinewil, am Telefon. Mit Schutzkonzept dürfen am 6. Juni  neben allen anderen Freizeit-Betrieben auch die Kinos wieder öffnen. Doch noch wird Einiges anders sein als vorher. Auf den Bartheken werden Plexiglasscheiben stehen, ausser bei Kinderfilmen wird es keine Pausen geben und die Filme werden so gestaffelt, dass sich die Leute beim Verlassen oder Betreten eines Saals nicht im Foyer treffen. In den Cines 1 und 2 können auflagengerecht 100 Leute (von 310, resp. 251) platziert werden, in den kleineren Sälen immerhin noch 30 von 80 und 12 von 40. Die Gäste werden gebeten, ihre Tickets wenn möglich online zu bestellen.

Rentieren werde der Kino-Betrieb mit 2-Meter-Abstand kaum, und ob die Verluste des Cinewil mit einer Ausfallentschädigung für Kulturunternehmen abgefedert werden, sei noch unklar, sagt Zehnder. Dennoch findet sie es wichtig aufzumachen, «um ein Zeichen zu setzen.» Dass die nächsten Lockerungen nun schon zwei Tage früher als angesagt in Kraft treten (am Samstag statt am Montag), habe sie gefreut, sagt Zehnder: «So haben wir das Wochenende noch.» Auch das Programm für die ersten Wochen nach der Wiedereröffnung steht schon. Das Cinewil zeigt viele neue Filme, aber auch solche, «die noch etwas zu wenig Zeit bekommen haben und die wir jetzt nochmals probieren», so Zehnder. Als Beispiele nennt sie «Platzspitz Baby» und «The Perfect Candidate».

Badi Münchwilen: «Wird finanziell eine schwierige Saison»

Auch die Freibäder dürfen ab dem 6. Juni wieder öffnen. Eines der schönsten Bäder in der Region ist das «Parkbad an der Murg» in Münchwilen. Die Geschäftsleitung des «Parkbads» will am Mittwochabend über die Umsetzung der Wiedereröffnung beraten. Die Gemeinden Fischingen, Eschlikon, Sirnach und Münchwilen unterstützen das «Parkbad an der Murg» mit Subventionen. Vor dem endgültigen Entscheid muss sich die Geschäftsleitung darum mit den Vertragsgemeinden über den Betrieb und das erwartete Defizit austauschen.

Auch wenn die Bäder ab dem 6. Juni wieder öffnen dürfen, klar ist: Der fehlende Monat und der bis auf Weiteres eingeschränkte Betrieb wird den Badis wirtschaftlich zu schaffen machen. «Es wird sicher eine schwierige Saison, was die Finanzen anbelangt», sagt Bruno Frei, Präsident der Genossenschaft.

Nach den Beschlüssen vom Mittwoch gilt: 1 Mensch pro 10 Quadratmeter Wasser oder Liegefläche ist erlaubt. Was das für das «Parkbads» heisst, wie viele Leute gemäss Schutzkonzept in die Badi kommen dürfen – gleichzeitig, oder pro Tag – war am Mittwochabend vor der Sitzung noch unklar.

Wirt der «Krone» Balterswil: «Handicap bleibt»

Gespannt warteten auch die Vertreter der Gastro-Branche auf die bundesrätlichen Ankündigungen. Die Beschränkungen der Gruppengrösse mit vier Personen pro Tisch wird aufgehoben, pro Tisch muss aber der Name von mindestens einer Person notiert werden, Stichwort Rückverfolgbarkeit. Konsumiert werden darf weiterhin ausschliesslich im Sitzen. Alle Lokale müssen nach wie vor um Mitternacht schliessen und pro Abend sind maximal 300 Eintritte möglich.

Für Ruedi Bartel, Wirt der «Krone» Balterswil und Präsident von Gastro Thurgau, werden mit diesen Lockerungen nicht alle Probleme gelöst. Denn der Mindestabstand zwischen den Tischen bleibt bei zwei Metern. «Damit bringe ich 24 Leute in den Krone-Saal, und nicht die 30 möglichen. Es ist also immer noch ein Handicap», sagt Bartel. Ganz grundsätzlich sei man noch längst nicht über den Berg. Er mache pro Tag aktuell etwa 40 Prozent des «normalen» Umsatzes. «Am Wochenende geht es. Unter der Woche ist es aber schwierig. Vor allem beim Znüni oder dem Feierabendbier ist viel weniger los als vor dem Lockdown. Und die älteren Leute kommen kaum mehr», sagt Bartel.