Im Mai konnte die erste Anlage auf dem Dach der Reithalle Friedau in Aadorf durch 72 Miteigentümer realisiert werden. «Die Nachfrage ist so gross, dass eine Warteliste geführt werden musste», teilt der Zusammenschluss der Energieversorger der Gemeinden Aadorf, Eschlikon, Münchwilen, Sirnach und Wängi in einem Pressecommuniqué mit. Deshalb entschied sich Thurgie für den Bau von weiteren Anlagen. Die Standorte wurden bereits bestimmt: Werkhof Tiefbauamt Herdern in Eschlikon und Werkhof Mattenrain EW in Sirnach. Nach Angaben von Thurgie werden die Anlagen bereits Ende des Jahres fertiggestellt sein. «Ab sofort können Solarpanels per Quadratmeter gebucht werden», heisst es in der Mitteilung weiter. Die einmalige Investition sei in jedem Fall durch die jährlichen Vergütungen innert 20 Jahren getilgt. 

So einfach funktioniert das Modell: Private und Firmen buchen die gewünschte Anzahl Quadratmeter Solarpanel ab einem Quadratmeter und erhalten die entsprechende Menge Solarstrom während der Vertragsdauer von maximal 20 Jahren geliefert. «Das Angebot richtet sich an alle, die keine eigene Solaranlage bauen wollen oder können», so Thurgie. Das sind unter anderen Mieter, Liegenschaftsbesitzer oder Stockwerkseigentümer. In der jährlichen Stromabrechnung werde der Solarstrom jeweils gutgeschrieben. Ohne eine eigene Solaranlage betreiben zu müssen, gelangen die Kunden mit diesem Beteiligungsmodell zu nachhaltiger Energie. Gebaut und unterhalten werden die Anlagen von Thurgie. Berechtigt seien alle Stromkunden, die ihre Energieabrechnung von einem der fünf Thurgie-Partner erhalten: EW Aadorf, Technische Werke Eschlikon, Genossenschaft EW Münchwilen, EW Sirnach AG und Technische Betriebe Wängi. 

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So funktioniert das Beteiligungsmodell für regionale Solaranlagen von Thurgie. (Bild pd)


Wie rechnet sich das?

Die Buchung von drei Quadratmeter Solarpanel à 125 kWh ergibt 375 kWh. Die Investition dafür beträgt drei mal 250 Franken, also 750 Franken. Sie ist einmalig für die Vertragsdauer von maximal 20 Jahren. Die jährliche Vergütung kommt so auf 37.50 Franken (drei Quadratmeter à 125 kWh à 0.10 Franken/kWh). 

Thurgie und das Beteiligungsmodell

Die fünf beteiligten Gemeinden haben ihr Knowhow innerhalb der Energie AG Thurgau Süd gebündelt und im Jahr 2017 Thurgie lanciert, um Angebote bereitzustellen, welche Stromprodukte und Dienstleistungen in den Bereichen Naturstrom, Energieberatung und Elektromobilität umfassen. Thurgie ist das Kompetenzzentrum für Energie in der Region. Seit dem Jahr 2019 baut und unterhält Thurgie Solaranlagen als Beteiligungsmodell. (pd)