Update: 3. März 2021 (Korrigendum)

Philipp Gemperle, Leiter Kommunikation der Stadt Wil, präzisiert seine Aussage zum Budgetposten für den Kunstrasen. Er sagt, es sei nicht korrekt, dass das Parlament den Betrag von 500'000 Franken mit dem Budget 2021 gutgeheissen habe. Er schreibt: "Das Parlament hat den Betrag eben noch nicht gutgeheissen." Korrekt heisse der Satz: "...und der Betrag von 500'000 Franken bereits im Budget angezeigt war."

(Redaktion hallowil.ch)

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Am Montag kommunizierte der Wiler Stadtrat, dass die Spieleigenschaften des Kunstrasens im Sportpark Bergholz stark vermindert seien und das Unfallrisiko steige. Zwei durch den Stadtrat in Auftrag gegebene neutrale Zustandsbeurteilungen seien zum Schluss gekommen, dass der Kunstrasen dringend erneuert werden müsse. Weiter hiess es in der Mitteilung, dass es sich aufgrund der zeitlichen Dringlichkeit und der technisch unveränderten Ausführung bei dieser Unterhaltsmassnahme um eine gebundene Ausgabe handle.

Darum hat der Stadtrat dafür einen Kredit von 300'000 Franken bewilligt und die Ausführungsarbeiten zu einem Nettobetrag von 270'208.55 Franken an die Firma Walo Bertschinger AG aus Dietikon vergeben.

Wenn Ausgaben als dringlich erklärt und darum als gebundene Ausgabe deklariert werden, können Fragen aufkommen. Zum Beispiel: Hätte man diesen Betrag nicht ins ordentliche Budget nehmen können? Denn schliesslich geht so ein Kunstrasen ja nicht über Nacht kaputt. Oder: Warum hat der Stadtrat im November noch nichts über den schlechten Zustand des Kunstrasens gewusst?

hallowil.ch hat im Stadthaus nachgefragt und vom Departementsleiter BUV, Urs Müller, klärende Antworten erhalten:

Wusste der Stadtrat im November noch nichts vom schlechten Zustand des Kunstrasens, so dass der Sanierungsbetrag im ordentlichen Budget hätte beantragt werden können?

Der Kunstrasen ist im öffentlich einsehbaren Budget 2021 enthalten: Konto 34110.50400.521, Sportpark Bergholz: Ersatz Kunstrasen Stadion (WISPAG), 500'000 Franken.

Wurde auch ein Variantenentscheid Kunst- versus Naturrasen in Betracht gezogen?

Die Variante Naturrasen wurde geprüft. Da jedoch der Unterbau komplett geändert werden müsste, war die Kostenschätzung entsprechend höher. Zudem wäre die Nutzung gegenüber einem Kunstrasen deutlich eingeschränkt.

Ist es wirklich nötig, einen Kunstrasen bereits nach acht Jahren zu ersetzen?

Als Lebensdauer für einen Kunstrasen werden zirka 8 bis 10 Jahre angegeben. Die Nutzung im Bergholz lag jedoch über dem für diese Dauer angenommenen Durchschnitt.

Wurde der Auftrag zur Sanierung öffentlich ausgeschrieben?

Ja, gemäss öffentlichem Beschaffungswesen im Einladungsverfahren.

Bleibt also die Frage, warum es sich bei diesem budgetierten Posten um eine sogenannt gebundene Ausgabe handeln sollte, bei der das Parlament nicht mitentscheiden kann. Philipp Gemperle, Leiter Kommunikation, erklärt das so: In der Tat hätte es für dieses Geschäft einen Parlamentsbeschluss gebraucht. Weil die Angelegenheit aber dringend sei und das Parlament den Betrag von 500'000 Franken mit dem Budget gutgeheissen habe*, fand es der Stadtrat vertretbar und richtig, die dringend nötige Sanierung so in Auftrag zu geben. Das Parlament dürfte mit diesem Vorgehen auch zufrieden sein, denn schliesslich wird das Budget voraussichtlich um mindestens 200'000 unterschritten. 

* Präzisierung siehe Korrigendum


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Urs Müller.