Mit der Nationalhymne der Stadt Wien eröffnete das Musikensemble die Neujahrs-Soirée, organisiert von der Kulturkommission. In ihrer Begrüssung erinnerte Gemeinderätin Petra Mosimann an die vielfach gefassten Vorsätze, nicht immer passend. Dennoch gelte es nicht still zu stehen, sondern sich den Veränderungen auch im kommenden Jahr zu stellen. Das gewählte Thema «Bewusst sein», vorgetragen von Larissa und Hermann Flammer, könne einladen zum Nachsinnen.

Vorstellungen aus verschiedenen Standpunkten

Aus zweierlei Warten erhielten die zahlreich erschienenen Dörfler Bewusstseins-Erfahrungen vorgestellt. Zum einen liess der 61-jährige Hermann Flammer seine Bewusstseins-Erfahrungen in aller Offenheit zu Wort kommen. Darin hatte auch sein tiefgehender Schicksalsschlag in der Familie Platz. Der sportlich orientierten Turnergrösse stand seine bald 30-jährige Tochter Larissa gegenüber, welche sich als Medienschaffende und Kommunikationswissenschaftliche ertüchtigt hat. Der fachliche Exkurs über «Bewusstsein» eingangs ihrer Ausführungen war zu erwarten.

Hermann Flammer sieht den Jahreswechsel als Gelegenheit, sich Gedanken über das Vergangene und das Zukünftige zu machen. Daraus ergebe sich die Möglichkeit, sich bewusst zu machen, was wichtig sei im Leben, worauf man in der Zukunft wieder vermehrt Acht geben sollte. Nach Larissa Flammer sind Wünsche und Vorhaben zum Neujahr nichts anderes als bewusste Gedanken, welche durchaus mit viel Macht dotiert seien. Einmal als wichtig gefasste Gedanken, könnten mit etwas Hinterfragen das eigene Verhalten, gar die eigene Einstellung ändern. Eine wichtige Rolle in der Wahrnehmung der Welt spielt nach Larissa, ob die Gedanken optimistischer oder pessimistischer Natur seien. Viel Optimismus musste Hermann Flammer unter Beweis stellen mit der Verarbeitung seines familiären Schicksalsschlages. Genau dieses Ereignis habe seinem Bewusstsein eine neue Richtung gegeben.

Kindliche Fähigkeiten im Auge behalten

Einen ganzen Absatz widmete Larissa dem kindlichen Bewusstsein, das wir gerne eher negativ als naiv beurteilen, noch nicht mit Verpflichtungen und Verantwortung konfrontiert. Es seien aber die Kinder, welche im Vergleich zu Erwachsenen die Fähigkeit hätten, über ganz einfache Dinge in ihrer nächsten Umgebung zu staunen und sich daran zu freuen. Dem Kind falle das Muster des gefundenen Kieselsteins positiv auf, während wir Erwachsene eher auf das Wegschieben des störenden Steines bedacht seien.

Der heutigen Gesellschaft kommt nach Larissa Flammer immer mehr auch die Fähigkeit abhanden, sich Menschen mit anderen Meinungen, anderen Lebensformen zu widmen. Ähnlich denkende Menschen würden bevorzugt. «Bewusst sein» habe letztlich auch mit Wissen zu tun, dass wir noch längst nicht alles wissen.

Reizthema Dorfbach

Abschliessend ging Hermann Flammer auf das ungelöste Problem Dorfbach ein. Die beiden Vorschläge zur Hochwassersanierung des Dorfbaches hätten eigentlich eine Einigung auf eine Variante erwarten dürfen, was bekanntlich nicht der Fall war. Gegenseitiges Verständnis sei nun angesagt für einen gangbaren Weg, um eine Lösung zur Eindämmung der Naturgewalten zu finden. Das Thema gehe letztlich alle an. Bei den kommenden Gesprächen sei das «Bewusst sein» wichtig, dass es um das Gemeinwohl und nicht um persönliche Vorteile gehe, schloss Hermann Flammer die Vorstellung der Gedanken zum Neujahr.

Noch einmal spielte das Duo Musica Arte Vienna auf. Begegnen und gute Wünsche zum Neujahr waren zum nachfolgenden Neujahrsapéro angesagt.