Ab dem 1. Januar 2021 hat haben die drei Kirchgemeinden Bazenheid, Kirchberg und Gähwil wieder einen Pfarrer – und zwar einen gemeinsamen. An drei ausserordentlichen Kirchbürgerversammlungen haben die gesamthaft rund 150 anwesenden Stimmberechtigten Mathai Ottappally gewählt, nachdem Bischof Markus Büchel ihn vorgeschlagen hatte. Die Wahl war an allen drei Orten unbestritten und einstimmig.

Der neue Pfarrer für das untere Toggenburg stammt aus einer indischen Bauernfamilie und ist mit drei Brüdern sowie einer Schwester aufgewachsen. Er studierte Philosophie und Theologie in Indien. Seit 2007 ist Ottappally in Europa – zuerst in Innsbruck, zuletzt in Wangs im Sarganserland. Priester sei für ihn nicht ein Beruf, sondern eine Berufung. Dabei breche er immer wieder zu neuen Zielen auf, sagte er bei der Vorstellung in Gähwil. Ein solcher Aufbruch folgt per Jahreswechsel und der neue Pfarrer wird eine Wohnung in Bazenheid beziehen. Er kocht gern indisch. «Mein Lieblingsessen ist aber Raclette», sagte Ottappally und hatte die Lacher hinter Schutzmasken auf seiner Seite.

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Gewählt: Kaplan Mathai Ottappally (links) wird neuer Pfarrer von Bazenheid, Kirchberg und Gähwil. Auf dem Bild ist er mit Hans Egli, Verwaltungsratspräsident der Kirchgemeinde Gähwil. (Bild: Simon Dudle)


Marius Ammann soll Präsident werden

Auch das zweite Traktandum der ausserordentlichen Versammlungen ging an allen drei Orten ziemlich schlank durch. Die Kirchbürger sprachen sich dafür aus, dass eine Vereinigung der drei Kirchgemeinden per 2024 vertieft geprüft wird. Dies hätte zum Vorteil, dass nur noch eine Verwaltung nötig wäre. Da es auch nur noch einen Verwaltungsrat gäbe, dürfte es nicht mehr zu internen Querelen und gegenseitigen Anfeindungen kommen wie in den vergangenen Monaten und Jahren. Angedacht ist, dass Marius Ammann, derzeit Vizepräsident der Katholischen Kirchgemeinde Bazenheid, das Präsidium der vereinigten Kirchgemeinde übernimmt. Alle Kirchgemeinden sollen angemessen im vereinigten Verwaltungsrat vertreten sein.

Nur eine einzige Gegenstimme gab es – in Bazenheid. Ansonsten herrschte Einigkeit. «Nur die Verwaltungen sind betroffen. Die Strukturen und Traditionen bleiben an den drei Orten erhalten», sagte etwa Hans Egli, Verwaltungsratspräsident der Katholischen Kirchgemeinde Gähwil. Das Ziel ist, den Steuerfuss der vereinigten Kirchgemeinde dem aktuell tiefsten anzugleichen. Im Frühsommer 2021 fällen die Kirchbürger den definitiven Entscheid der Fusion. Im Falle eines Ja gibt es ein Jahr später eine erste gemeinsame Kirchbürgerversammlung, bei welcher die neue Gemeindeordnung abgesegnet wird. 2023 würde dann der neue Verwaltungsrat gewählt, so dass die neue Kirchgemeinde per 1. Januar 2024 aktiv werden könnte. Schon seit 2012 sind die drei Kirchgemeinden in einer Seelsorgeeinheit zusammengeschlossen.