Der Verband der Schweizer Zeitungsverleger will erneut ans Portemonnaie der Steuerzahler. In ihrer neusten Mitteilung verlangen die Verleger, das Parlament müsse schon in dieser Sommersession die Zustell-Subventionen für abonnierte Zeitungen von heute jährlich 30 auf 120 Millionen Franken erhöhen. Das wäre falsch, findet der Verband Schweizer Online-Medien (VSOM). „Statt Zeitungs-Monopole zu subventionieren, ist zur Stützung einer lebendigen Demokratie vielmehr die Medienvielfalt zu fördern. Dazu braucht es ein gut überlegtes Vorgehen und nicht das Vorpreschen einzelner Subventionsjäger, schreibt VSOM in einer Mitteilung. Und weiter: „Bei einer allfälligen Medienförderung ist insbesondere auch das Kommunikationsverhalten der jüngeren Generationen und deren Mediennutzung in die Überlegungen mit einzubeziehen.“

Allein die fünf Zeitungsverlage Ringier, Tamedia, NZZ, AZ Medien und Somedia Chur, welche vielerorts Monopol-Medien besitzen, erzielten im Jahr 2017 über 420 Millionen Franken Gewinn. Zusammen mit den weiteren Zeitungsverlagen, welche ähnliche Umsatzrenditen ausweisen, verdient die Zeitungsverleger-Branche des Landes pro Jahr rund eine halbe Milliarde Franken. „Damit ist deren Existenz auch ohne weitere Subventionen gesichert“, schreibt der VSOM, zu dem auch hallowil.ch gehört.

Auch andere Medien stützen die Demokratie

In ihrer aktuellen Mitteilung fordern die Zeitungsverleger wörtlich, es seien «die heute etablierten» Zeitungstitel mit den erwähnten 120 Millionen Franken zu subventionieren. Damit fordern sie unverblümt, dass die Steuerzahler örtliche Monopole von gesunden Verlagsbetrieben mitfinanzieren sollten. Das, obwohl auch viele andere und vor allem neue Medien demokratie-relevante Informationen aufarbeiten, publizieren und öffentlich zugänglich machen. Dies tun sie – wie im Falle von hallowil.ch – oftmals kostenlos für die Konsumenten. Dies im Gegensatz zu den Abonnements-Zeitungen, welche sich viele Bürger nicht mehr leisten wollen oder können.

Der Verband Schweizer Online-Medien (VSOM) ruft den Bundesrat und das Parlament dazu auf, auf eine weitere einseitige Subventionierung im Medienbereich zu verzichten. „Falls die Medien als Stütze der Demokratie gefördert werden sollen, ist dies klug anzugehen. Eine einseitige, auf die Print-Zeitungen ausgerichtete Medienförderung hilft der Demokratie nicht“, schreibt der VSOM. (pd/red)