Pflanzen und Sträucher sehen nicht nur schön aus, sondern sind auch gut für Mensch und Natur. Viele Menschen kümmern sich daher um den eigenen Garten und Zimmerpflanzen zuhause. Durch den Grünunterhalt entstehen üblicherweise auch Grünabfälle. Wer diese nicht selbst zuhause kompostiert, kann sie in der Gemeinde Oberuzwil mit der ordentlichen Grünabfuhr entsorgen. Bis anhin hat die Gemeinde Oberuzwil von Frühjahr bis Herbst eine Grünabfuhr angeboten. Einwohnerinnen und Einwohner konnten die Möglichkeit zwischen einer 14-täglichen oder monatlichen Leerung wählen, konnten aber bei Bedarf mittels Einzelbändel auch nur einzelne Abfuhrtage nutzen. Zusätzlich wurde zwei Mal pro Jahr eine Gratis-Grünabfuhr angeboten.

Spezialfinanzierung ist nicht kostendeckend

In den letzten Jahren hat die gesammelte Grünabfuhrmenge in Oberuzwil stark zugenommen und die Preise wurden seitens Entsorgungsunternehmen laufend erhöht. Die Tendenz in den Folgejahren ist sowohl bei den Mengen als auch bei den Preisen steigend. Die Preise für die Vignetten sind seit 2001 gleichbleibend. Dies entspricht nicht dem Umweltschutzgesetz, wonach der Verursacher für die entstandenen Kosten aufzukommen hat. Ein Verlust darf nicht durch Steuergelder gedeckt werden. Im Konto Spezialfinanzierung Abfallbeseitigung besteht per 31. Dezember 2021 ein Saldo von Fr. 100'160.07. Betrachtet man das Unterkonto «Grünabfuhr» isoliert, wurde im Jahr 2021 ein Verlust von Fr. 50'052.60 geschrieben, wovon Fr. 33'826.60 aus den Gratis-Abfuhren stammen. Auch die Bereitstellung bei den Gratis-Grünabfuhren bereitete bei den vergangenen Abfuhren immer wieder Probleme, heisst es im aktuellen Mitteilungsblatt. Um in den nächsten Jahren keine grossen Verluste zu schreiben, muss das Grünabfuhrkonzept der Gemeinde Oberuzwil überarbeitet werden.

Umstellung auf Bioabfuhr

Verschiedene Varianten wurden geprüft und verglichen. Die neue Lösung soll kostendeckend und für die Bevölkerung mit keiner massiven Preiserhöhung oder einem Leistungsabbau verbunden sein. Zudem will die Gemeinde ein attraktives Angebot bieten und die Umstellung zeitnah umsetzen. Der Gemeinderat hat entschieden, die Grünabfuhr auf eine Bioabfuhr umzustellen. Das System des ZAB wird in vielen Nachbargemeinden wie Jonschwil, Zuzwil, Degersheim, Lütisburg, etc. bereits seit einiger Zeit angewendet und hat sich bestens bewährt. Die Gemeinden Uzwil und Flawil wurden in den letzten Jahren mittels Verfügung des Kantons verpflichtet, ihre Grünabfuhr verursachergerecht zu finanzieren.

Start im März

Die Bioabfuhr startet im März 2023 und wird wöchentlich durchgeführt. Im Winterhalbjahr (Dezember bis März) ist die Abfuhr alle zwei Wochen. Mit dem System des ZAB sind neu 43 anstatt 17 Sammlungen geplant. Weiter gibt es bei den Grössen der Container mehr Abstufungen, was für die Bevölkerung fairer ist. Im Verhältnis sind die Preise zu den Anzahl Abfuhren in etwa gleichbleibend. Durch die zusätzlichen Leerungen kann auf eine kleinere Containergrösse und somit günstigere Vignette umgestellt werden. Die Preise der Bioabfuhr-Vignetten werden durch den ZAB festgesetzt. Mit einer regelmässigen Bioabfuhr erübrigt sich die Gratis-Abfuhr.

Was kann mitgegeben werden?

Bei der Bioabfuhr können nebst den Grüngutabfällen neu auch Essensreste, Rüstabfälle, Kleintiermist etc. entsorgt werden. Nicht in die Bioabfuhr gehören Zigarettenkippen, Steine, Erdmaterial, Kehricht, Asche, Glas, Windeln, Alufolien, Kaffeekapseln, Wertstoffe sowie Kunststoffe und Hundesäcke.

Das Flugblatt mit den genauen Daten und Informationen zur Bioabfuhr wird im Januar zusammen mit dem Mitteilungsblatt versendet.