«Ich verspürte eine grosse Anspannung», sagte Nicolas A. Müller nach dem zweifachen Medaillengewinn. Auch wenn die Freude da war: Die Niederlage im Männerdoppel schmerze schon. «Ich wollte unbedingt gewinnen. Doch jetzt hat es nicht geklappt.» Seine Enttäuschung konnte er kurz nach der Finalniederlage kaum verbergen. Immerhin fügte er an: «In einer Woche werde ich sicher stolz auf meine Leistung sein.» Und das kann er auf jeden Fall. Nicolas A. Müller zeigte ein starkes Turnier. Als Mitfavorit hielt er dem Nervendruck stand – und dies als Jungspund. Der 19-Jährige ist in diesem Jahr der jüngste Medaillengewinner bei den Männern. Zudem vergrösserte er seine persönliche Edelmetallsammlung. Nach der Bronzemedaille im Männerdoppel aus dem Vorjahr kommen nun die beiden neuen Medaillen an Schweizer Meisterschaften 2020 dazu.

Bereits in der NLA-Meisterschaft bewies Nicolas A. Müller, dass seine Formkurve nach oben zeigt. Seine Fortschritte im Vergleich zum Vorjahr sind beachtlich. Beim Badmintonclub Uzwil wuchs er zu einer festen Grösse und gilt mittlerweile als Leistungsträger im Team. Dass er zuletzt namhafte Gegner bezwingen konnte, spricht für ihn. Doch dieser Erfolg wurde ihm nicht geschenkt. Sein Alltag im nationalen Leistungszentrum in Bern wird durch den Sport bestimmt. Gleichzeitig absolviert er die Sportlerlehre als Kaufmann bei einer Versicherung. Damit er beides unter einen Hut bringt, braucht es einen Spagat. Am Vormittag steht jeweils die erste Trainingseinheit an, am Nachmittag folgt die Arbeit, am Abend die zweite Trainingseinheit und danach gilt es noch mindestens eine Stunde für die Schule zu lernen. Das sind keine einfachen Tage. «Doch ich will das. Es braucht die richtige Mentalität, um es zu packen», sagt Müller. Immerhin befindet er sich nun im schulischen Schlussspurt. Nach vier Lehrjahren stehen die Abschlussprüfungen bevor.

Playoffs und den Meistertitel im Fokus

Sportlich gilt die Konzentration in den nächsten Wochen wieder voll und ganz der Nationalliga A. Mit Uzwil kämpft er um die Playoffs. «Momentan schaut es gut aus», sagt Nicolas A. Müller. Immerhin scheint mittlerweile eine Titelverteidigung für den amtierenden Schweizermeister durchaus wieder realistisch. Auch er selbst traut seinem Team alles zu, und meint augenzwinkernd: «Uzwil besitzt die besseren Chancen auf die Playoffs, als ich bei der Lehrabschlussprüfung.» (pd/red)