An der Schulbürgerversammlung der Gemeinde Niederbüren lehnten die 109 anwesenden Stimmbürgerinnen und Stimmbürger den Antrag der Schulgemeinde zur Vorbereitung einer Vorlage zur Bildung der Einheitsgemeinde mit der Politischen Gemeinde mit knappen 50 gegen 48 Stimmen ab. Mittels Votum machte Roman Egger an der Versammlung der Politischen Gemeinde deutlich, dass auch eine Thematisierung der Fusion mit Oberbüren nur Unruhe ins Dorf bringen würde, der aktuellen Harmonie nicht zuträglich. Die Traktanden aller drei Korporationen, Politisch-, Schul- und Kirchgemeinde konnten ohne Wortmeldungen abgewickelt werden.Niederbüren ist eine der wenigen Gemeinden, welche gleich drei Bürgerversammlungen am gleichen Abend und in der Kirche durchführt. An erster Stelle war es an Gemeindepräsident Niklaus Hollenstein die Traktanden abzuwickeln.

Dörfliche Prägung
Gemeindepräsident Niklaus Hollenstein hiess zur Eröffnung der Versammlung der Politischen Gemeinde nicht allein die Neuzuzüger und neue Stimmbürger willkommen. Er erinnerte auch unter namentlicher Erwähnung an das Ableben der 17 Mitbürgerinnen und Mitbürger, welche im vergangenen Jahr verstorben waren. Sie alle hätten Anteil gehabt an der Prägung der dörflichen Gemeinschaft.

Von den 1'065 eingeschriebenen Stimmbürgerinnen und Stimmbürger befanden deren 117 über die Traktanden der Politischen Gemeinde. Die Rechnung schloss mit einem Mehrertrag von 361'745 Franken ab, gegenüber dem Budget mit einem Minus von 138'000 Franken. Die Übertragung des Gewinns ins Eigenkapital wie auch die Abnahme der Gesamtrechnung erfolgte ohne Diskussion und ohne Gegenstimme.

Ohne Gegenstimme fand auch der Voranschlag 2018 mit einem um 4% reduzierten Steuerfuss, neu 135% Annahme. Es wird bei einem Gesamtaufwand von 7,86 Mio. mit einem Defizit von 167'000 Franken gerechnet.

Gemeinderat begrüsst die Bildung einer Einheitsgemeinde
An der letzten Bürgerversammlung erhielten Gemeinde- und Schulrat den Auftrag, die Vor- und Nachteile einer Einheitsgemeinde zu prüfen. Nach Meinung des Gemeinderates wäre die Einheitsgemeinde eine zukunftsorientierte Organisation, welche bereits in 55 der 77 Gemeinden im Kanton eingeführt sei. Die Behandlung des Antrages oblag der Schulgemeinde.

Die Schule bleibt eigenständig
Hauptaugenmerk bei der Behandlung der Traktanden der Schulgemeinde galt der Abstimmung, ob eine Vorlage zur Bildung einer Einheitsgemeinde ausgeschafft werden soll. Schulpräsidentin Cornelia Rusch wies noch einmal auf die Eckpunkte der Prüfung über die Vor- und Nachteile hin. Im Jahresbericht konnte sich die Bürgerschaft ausführlich über Chancen und Risiken einer Einheitsgemeinde informieren.

Im Vorfeld der Abstimmung schienen die Meinungen gemacht, Wortmeldungen fanden keine statt. Das sich knapp abzeichnende Resultat machte eine Auszählung notwendig. Das Resultat fiel mit 50 Nein zu 48 Ja äusserst knapp aus. Gemäss den 109 anwesenden Schulstimmbürgern enthielten sich 11 Personen der Stimme. Beim Schulrat hatte man schon im Vorfeld mit einem knappen Resultat gerechnet. Schulpräsidentin Cornelia Rusch zum Resultat: „Ich bin nicht unglücklich über das Nein, weil die Eigenständigkeit der Schule aus meiner Sicht wichtig ist“.

Die Schulrechnung schloss mit einem Gesamtaufwand von 298'783 Franken (Budget 267'500). Das Budget 2018 sieht einen Aufwand von 303'500 Franken vor. Rechnung und Budget fanden ohne Diskussion und ohne Gegenstimmen Annahme.

Neue Person für Pastoraleinsatz in Sicht
Richard Holenstein, Präsident der Kath. Kirchgemeinde, informierte die 83 anwesenden Kirchbürgerinnen und Kirchbürger über die Veränderungen in der Seelsorgeeinheit Mit dem Wegzug von Valentina Kovacevic per Ende Januar 2018 stehe eine Vakanz beim Pastoraleinsatz an. Holenstein konnte über die baldige Einstellung einer neuen Person informieren, es gehe nur noch um die Unterschrift. Holenstein hiess weiter auch Pater Gregory Polishetti willkommen, der neu als Pfarradministator über die Seelsorgeeinheit amtet.

Weiter informierte Holenstein über die Gründung des Zweckverbandes als rechtliche Behörde. Der Zweckverband über die Seelsorgeeinheit der drei Dörfer Niederbüren, Oberbüren und Niederwil sei zukünftig auch die Behörde für die Anstellung von Mitarbeitenden der Seelsorgeeinheit. Die Kosten werden nach einem festgelegten Schlüssel verteilt.

Jahresrechnung und Budget 2018 genehmigt
Die Jahresrechnung schloss mit einem Bezug aus der allgemeinen Reserve von 16'525 Franken ab, deutlich unter dem Budgetwert von 28'025 Franken.

Zum Budget 2018 wies der Vorsitzende auf die Notwendigkeit der Beibehaltung der Spezialsteuer (Bausteuer) von 1 Prozent hin. Im 2021 sei die sanfte Renovation der Kirche vorgesehen. Mit der Beibehaltung des Prozentsatzes könne dannzumal auf eine Steuerfusserhöhung verzichtet werden.

Die Kirchbürger stimmten dem bisherigen Steuersatz von 25 Prozent zu. Zustimmung erhielt die Kirchgemeinde von der Kath. Administration für den Personalkostenbeitrag über 88'900 und ein Betriebsbeitrag über 50'000 Franken. Dennoch wird für den Budgetausgleich ein Bezug aus der allgemeinen Reserve über 29'500 Franken notwendig.
Die Abnahme der Rechnung 2017 wie das Budget 2018 erfolgte ohne Gegenstimme.