Am Ende der asphaltierten Fahrstrasse stehen eine schmucke Kirche und eine Handvoll Häuser. Der Dorfkern von Niederglatt ist klein. Zum Dorf gehören auch einige Weiler und Höfe, die allerdings weit verstreut sind. Niederglatt ist wie Bichwil Teil der Gemeinde Oberuzwil. Es hat zwar mit Abstand am wenigsten Einwohner von den drei Dörfern, weist aber die grösste Grünfläche auf.


Eigenständigkeit schwindet

Niederglatt grenzt an Gemeindegebiete von Oberuzwil, Flawil, Gossau, Oberbüren und Uzwil. Politisch gehörte das Dorf einst zu Degersheim, 1804 wurde es Oberuzwil zugeteilt. Die Eigenständigkeit hat es nach und nach verloren. Schulgemeinde, Ortsgemeinde und Dorfkorporation haben sich Oberuzwil angeschlossen. Als letzte Korporation hat die katholische Kirchgemeinde mit Flawil, Degersheim und Wolfertswil-Magdenau fusioniert und ist Teil der Seelsorgeeinheit Magdenau.


Mit Herzblut für Niederglatt

Alois Schilliger ist ein Niederglättler durch und durch. Hier ist er geboren. Nach dem Besuch der Schule in Niederglatt hat er den väterlichen Hof übernommen, den nun sein Sohn in vierter Generation führt. Er vertritt Niederglatt mit den Weilern und Höfen Äschen, Güllwies, Häuslen, Heiligenswil, Herrenhof, Hinterbach, Homberg, Löchli, Unter- und Obertobel, Rudeln, Saurenmoos, Städeli, Watt und Wilen im Gemeinderat Oberuzwil. 

Den Zusammenschluss örtlicher Organisationen mit Nachbarkorporationen, das Verschwinden der Post, des Dorfladens und von zwei der drei Wirtschaften beurteilt Alois Schilliger als weniger gravierend als den Verlust von Kindergarten und Primarschule infolge der sinkenden Kinderzahlen. Kinder aus Niederglatt besuchen heute den Kindergarten und die Primarschule in Bichwil und die Oberstufe in Oberuzwil. Damit verbunden ist eine Orientierung vom Dorf weg.


Der «Engel» als Treffpunkt

Dass das dörfliche Selbstbewusstsein erhalten bleibt, ist für Alois Schilliger wichtig. Dafür stehen die Chancen seiner Ansicht nach nicht schlecht. Zu verdanken sei das aktiven Vereinen. Dazu zählt er den Frauen- und Mütterverein, die Bäuerinnenvereinigung, den Militärschützenverein, den Jugendverein und die Käsereigenossenschaft Mattholz. Als Treffpunkt für die Genossenschaft und die Vereine sei das Gasthaus Engel wichtig. Auch der Pavillon beim Schulhaus stehe für Vereinsanlässe zur Verfügung. Positiv erwähnt er auch, dass an der jährlichen Chilbi festgehalten werde.