Zum traditionellen Anlass wurden alle 2018 neu in die Gemeinde Niederhelfenschwil zugezogenen Mitbürger eingeladen. Gemeinderatsschreiber Marvin Flückiger organisierte den Begegnungstag zusammen mit Gemeindepräsident Simon Thalmann. Im Kundenbereich der Raiffeisenbank hiess der Gemeindepräsident rund 30 Personen, welche eines der drei Dörfer als ihren neuen Wohnort wählten, herzlich willkommen. Er stellte seine Ratskollegen Gabriela Arn, Peter Schuler, Ruedi Gschwend und Patricia Juen vor, die vollzählig am Anlass teilnahmen. Als Vertreter des Dorfes Niederhelfenschwil kontaktierte Albert Bleichenbacher die Neuzuzüger. Richard Baumann vertrat Zuckenriet und Patrick Mader Lenggenwil. Reto Ruckstuhl und Altina Blakaj von der Raiffeisenbank ermöglichten bei regnerischem Wetter die Begrüssung im Schalterraum. Nach der ersten gegenseitigen Vorstellung führte eine gemütliche Wanderung hinunter zur historisch bedeutenden Kobesenmühle.


Lebendige Gemeinschaft

Bei der Schreiner-Budig erwähnte Simon Thalmann kurz die Bedeutung der Kobesenmühle, die neben dem Schloss Zuckenriet als zweites Wahrzeichen der Gemeinde gilt. „Das aktive Zusammenleben der rund 3200 Menschen in unseren Dörfern und Weilern macht unsere Gemeinde aus. Wir sind eine überschaubare Grösse, wo man sich noch kennt“, führte der Gemeindepräsident aus. Die Kommune zeichne sich durch ihre Offenheit aus, ohne die Traditionen zu vernachlässigen. Gemeinschaft werde in zahlreichen Vereinen gepflegt. Er forderte die neuen Mitbewohner auf, in der Gemeinde aktiv und kreativ mitzumachen und sich in das Dorfleben einzubringen. Das mache die drei Dörfer lebendig und lebenswert.

Thalmann dankte der Stiftung Wilhelm Lehmann für die Gastfreundschaft. Stiftungsratspräsident Markus Lehmann begrüsste die Gäste und freute sich auf einige gesellige Kennenlernstunden. „Als ehemaliger Kehlhof der Fürstabtei St.Gallen hatte die Kobesenmühle eine regionale Bedeutung. Die 1698 erbaute Mühle war auch für die wirtschaftliche Versorgung der Bevölkerung verantwortlich“, informierte Markus Lehmann. Er lud die Gäste ein zum Besuch des authentisch erhaltenen Gebäudes der Kobesenmühle und des Naturgartens.


Jährlich wechselnde Ausstellungen

Olivier Zobrist, Mitglied des Stiftungsrates, blickte im Ausstellungsraum in seinem Kurzreferat zurück auf die Jahrhunderte alte Geschichte der Kobesenmühle. 1917 habe der Künstler und Philosoph Wilhelm Lehmann das Anwesen gekauft und sei mit seiner Gattin in das idyllische Anwesen eingezogen. Vor dem Rundgang durch die Ausstellung mit Werken Wilhelm Lehmanns (1884 – 1974) erläuterte Olivier Zobrist, der mit seiner Partnerin Rahel Eisenring das historische Gebäude bewohnt, das Wirken des Künstlers. Wilhelm Lehmann wirkte dort seit 1917 als Schnitzer, Bildhauer, Zeichner und Philosoph. Die 1984 gegründete Stiftung Wilhelm Lehmann organisiert jährlich eine Ausstellung. Neben den kunstvollen Schnitzereien und den fantasievollen Wurzelskulpturen stehen diesmal Zeichnungen und Skizzen im Vordergrund, zum Beispiel von einer Schweizerreise, die der Künstler auch bildlich festhielt. Beim Rundgang durch die Ausstellung bekamen die Besuchenden einen imponierenden Eindruck von der vielseitigen Schaffenskraft des Künstlers.


Grillplausch in der Budig

Wegen des regnerischen Wetters konnte das offerierte Mittagessen nicht im Freien genossen werden. So diente diesmal die Schreiner-Budig als Speisesaal. Jeder Gast konnte sich nach seinem Geschmack selber einen reichhaltigen Spiess aus einer von der Adlermetzg präparierten Fleischauswahl vorbereiten und auf einer der zwei Grillschalen grillieren. Dazu lockten auch ein Salatbüffet und eine Getränkeauswahl. Ludothek- und Jublaleiterinnen betreuten währenddessen die Kinder und spielten mit ihnen. So konnten die Erwachsenen ungestört neue Kontakte knüpfen und einen regen Austausch pflegen.

Die Teilnehmenden äusserten sich durchwegs positiv über ihren neuen Wohnort. Johannes Meier und seine Partnerin Waltraud, die in der Region St.Gallen arbeiten, suchten in einer ländlichen Gegend eine Wohnung. Sie fanden im Alten Pfarrhaus Niederhelfenschwil die Wohnung, die ihren Vorstellungen entsprach. Sie fühlen sich im Dorf und in der Umgebung sehr wohl. Johannes trat umgehend in die Feuerwehr ein und kam so in Kontakt mit Kameraden. Stephanie Tschudi zog es in eine grosszügige Mehrfamilienhaus-Wohnung in Zuckenriet, die sie mit ihrem Lebenspartner bewohnt. Nach mehrjährigem Wegzug kam Reto Zweidler nach Lenggenwil zurück, wo er aufwuchs. Mit seiner Gattin Violetta und den Söhnen Leo und Neal zog er ins Elternhaus ein und übernahm gleichzeitig den mechanischen KMU-Betrieb, der eine breite Kundschaft bedient.