Das deutsche Niederstetten liegt in Hohenlohe in Baden-Württemberg, genauer zwischen Stuttgart und Würzburg. Die Stadt mit 4800 Einwohnern ist bekannt für ihr rund 800 Jahre altes Schloss Haltenbergstetten mit seiner römisch-katholischen Schlosskappelle Maria Immaculata. Stilistisch ist das Schloss vor allem von der Spätgotik und der Frührenaissance geprägt. Besitzer des Schlosses sind seit 1803 die Fürsten zu Hohenlohe-Jagstberg. Des Weiteren findet sich bei Niederstetten eine Gedenkstube zu Ehren des Schriftstellers Eduard Mörike und ein Heeresflugplatz, der von der Bundeswehr genutzt wird, aber auch für den zivilen Geschäftsreiseverkehr.

Das deutsche und das Schweizer Niederstetten haben eine besondere Gemeinsamkeit: Ein Oberstetten in Ihrer unmittelbaren Nachbarschaft. Im deutschen Oberstetten beginnt die Württemberger Weinstrasse, die bis fast in die Ostschweiz reicht: Sie endet in Kressbronn am Bodensee.

Ist den Niederstettern ihr Schweizer Pendant ein Begriff? Sandra Neckermann vom Kulturamt der Stadt Niederstetten in Deutschland sagt: «Natürlich ist uns das Schweizer Niederstetten bekannt. Jedes Jahr kommt sogar eine Gruppe junger Leute von dort zu uns und besucht das Herbstfest. Sie übernachten jeweils in der Alten Schule. Wir freuen uns immer über den Besuch». Auch im Schweizer Niederstetten schätzt man den Kontakt. Michael Strübi, ein ehemaliges Mitglied vom «Verein Junger Niederstetter» erzählt: «Wir waren schon etwa zehn Mal bei diesem Herbstfest. Mal waren wir vier, mal bis zu acht Leute. Wir haben schon gute Bekanntschaften geknüpft»

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Niederstetten in Baden-Württemberg (Bild: zVg)


Henau

Wie Niederstetten hat auch Henau einen Namens-Doppelgänger in Deutschland; im Hunsrück in Rheinland-Pfalz. Etwa 150 Menschen leben in diesem Dorf, in dessen Nähe sich ein Tagebau für Quarzit befindet. Besonders romantisch ist die Burgruine Koppenstein auf der Koppensteiner Höhe. Wer auf den etwa 20 Meter hohen Bergfried steigt, kann eine fantastische Rundumsicht geniessen. Reinhard Lanz, der Ortsbürgermeister von Henau: «Das Schweizer Henau kenne ich nur vom Namen her. Aber es wäre eine schöne Idee, wenn der Gemeinderat mal nach Henau in die Schweiz reisen würde. Vielleicht klappt es ja mal». Übrigens: Nur etwa 15 Kilometer entfernt von Henau liegt ein Ort namens Kirchberg, genau wie bei uns.

Münchwilen

Münchwilen im Hinterthurgau hat seinen Namenszwilling in der Schweiz, in der Region Fricktal im Kanton Aargau. 950 Menschen wohnen dort, nahe der Grenze zu Deutschland. Roger Wernli, der Gemeindeschreiber von Münchwilen AG, berichtet von gelegentlichen Verwechslungen: «Es kam zum Beispiel schon vor, dass Leute aus dem Thurgau bei uns auf der Gemeinde angerufen haben wegen einem Bauvorhaben. Wir mussten dann darauf hinweisen, dass es dieses Bauvorhaben bei uns gar nicht gibt». Um Irrtümer dieser Art zu vermeiden, haben sich die beiden Gemeinden auf Ihren Websites gegenseitig verlinkt. Öffnet man zum Beispiel www.muenchwilen-ag.ch, fällt einem sofort der Schriftzug ins Auge: «Suchen Sie Münchwilen TG»? Nadja Stricker, die Gemeindepräsidentin vom thurgauischen Münchwilen, hebt hervor, dass ein sehr guter Austausch zwischen den beiden Gemeinderäten besteht: «Wir besuchen uns immer wieder gegenseitig. Leider war dies in Corona-Zeiten nicht möglich»

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Münchwilen im Aargau (Bild: zVg)


Häufige Namen

Es gibt Ortsnamen, die sich sehr zahlreich finden. Dazu gehören etwa Rickenbach und Schwarzenbach. Letzterem zum Beispiel begegnet man nicht nur in den Kantonen St. Gallen, Luzern und Bern, sondern auch im Ausland, sehr häufig in Deutschland, Italien, Österreich, Slowenien und Tschechien. Auch Wil gibt es mehrfach, wobei neben der Äbtestadt wohl die beiden Wil im Kanton Zürich und im Kanton Aargau am bekanntesten sind. Und was haben Uzwil, Flawil, Wattwil, Sirnach und Algetshausen gemeinsam? Nun, sie sind einzigartig, wohl nicht nur, was ihren Namen angeht.