Seit vielen Jahren lädt in der Adventszeit die Raiffeisenbank Niederhelfenschwil die kleinen Kinder aus ihrem Einzugsgebiet zur Begegnung mit Nikolaus einSchon vor der angekündeten Öffnungszeit standen erwartungsvolle Mädchen und Buben in Scharen vor dem Eingang zur Dorfbank. Teilweise wurden sie von Müttern oder älteren Geschwistern begleitet. Geduldig warteten sie, bis die Eingangstüre zur Schalterhalle sich öffnete. Nikolaus in seinem roten Bischofsmantel und weissem Bart und sein schwarz gekleidete Begleiter Knecht Ruprecht empfingen sie im Raum, der mit einem geschmückten Christbaum weihnachtliche Stimmung aufkommen liess. Rund 120 Chlaussäcke seien den Kindern abgegeben worden, sagte Kathrin Annen, die neue Assistentin der Bankleitung. Sie organisierte erstmals den traditionellen Anlass. „Die Raiffeisenbank möchte damit die Kinder erfreuen und das kulturelle Dorfleben mitgestalten“.

Begegnung mit dem Samichlaus
Um den kleinen Besuchern auf Augenhöhe begegnen zu können, nahm der Samichlaus auf einem Polstersessel beim geschmückten Christbaum Platz. So konnten sie ihre Sprüchlein von Angesicht zu Angesicht vortragen. Manchmal waren diese etwas gar kurz, andere aber beeindruckten mit langen, auswendig gelernten Versen. Selbst der Schmutzli bekam die Aufmerksamkeit einiger Sprücheklopfer: „Samichlaus du Supermän, leider bin i en Schmutzlifän“. Ein Mädchen erfreute die bärtigen Männer mit Flötenspiel, ein Knabe mit Trompetenklängen. Auch die von einigen Kids überreichten Zeichnungen bereiteten Freude. Als Dank für ihr mutiges Auftreten bekam jedes Kind einen grosszügig gefüllten Chlausack.

Alter Brauch um Sankt Nikolaus
Der Brauch, dass der Samichlaus am oder um den Gedenktag des Sankt Nikolaus die Kinder besucht und sie beschenkt, gründet auf der Geschichte des grossen Heiligen. Er wurde Ende des dritten Jahrhunderts in Patara geboren und wirkte später als Bischof in Myra in der heutigen Türkei. Es ranken sich viele Legenden um ihn. Er gilt als gläubiger Christ, der besonders den Armen und den Kindern diente und sie beschenkte. Er gilt als Schutzpatron der Kinder. Beim dem seit Jahrzehnten gepflegten Brauch des Chlausbesuchs der Raiffeisenbank Niederhelfenschwil kamen die Kinder des Einzugsgebiets zu ihm. In der Schalterhalle empfingen er und sein Knecht Ruprecht am Nachmittag des 6. Dezembers die Kinder, die zum Teil von Müttern oder älteren Geschwister begleitet wurden.