«Die Situation ist stabil», sagte die St. Galler Regierungspräsidentin Heidi Hanselmann an einem Medienanlass am Dienstagnachmittag. In Zahlen ausgedrückt: Bisher sind im Kanton St.Gallen 664 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. 50 befinden sich aktuell in Spital-Pflege in den so genannten Isolierbetten. Im Spital Wil waren es laut einer hallowil.ch-Recherche am Dienstagmorgen fünf Corona-Fälle – einer weniger als vor Wochenfrist und drei weniger als vor zwei Wochen. «Das Plateau ist erreicht und die Kurve mit Neuansteckungen ist seit Anfang April auch bei uns abgeflacht. Die geschaffenen Kapazitäten in den Spitälern werden zum Glück nicht benötigt», sagte Heidi Hanselmann mit Blick auf den ganzen Kanton.

23 Todesfälle waren bisher im Kanton St. Gallen als direkte Folge des Coronavirus zu beklagen. 9 Personen sind in Heimen verstorben. Eine Ballung an Fällen ist in drei Heimen des Kantons St. Gallen feststellbar. Welche Heime es sind, wurde auch auf Nachfrage nicht genannt. Es sein in diesen Heimen aber Angestellte und Bewohner betroffen. Gemäss einer hallolwil.ch-Nachfrage gibt es in den Heimen der Wiler Altersorganisation Thurvita nach wie vor keine Verdachtsfälle und auch keine Corona-Patienten.

Wohl noch länger keine Auslandreisenden

Auch im Kanton St. Gallen macht man sich nun Gedanken zur Lockerung der vom Bund verordneten Massnahmen. Entscheidend wird aber sein, was der Bundesrat entscheidet – und voraussichtlich am Donnerstag dieser Woche kommuniziert. Dass etwa Gartencenter schon vor dem 26. April wieder aufsperren, sei nicht realistisch, sagte Hanselmann. Umso realistischer ist dafür, dass die Ausreissperre ins Ausland wohl noch eine ganz Weile aufrecht bleibt. Betreffend Lockerung schickte die St. Galler Regierung einen Brief an den Bundesrat. Eine zentrale Forderung: Es sollen schweizweit einheitliche Lockerungsmassnahmen getroffen werden.

Auch der Bund hat am Dienstagnachmittag informiert.

Die Presskonferenz des Bundes im Replay:

 


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Bund arbeitet am Lockerungsplan (11.4.)

Seit mehr als drei Wochen steht die Schweiz still – denn das Coronavirus hat das ganze Land in eine «ausserordentliche Lage» versetzt. Vor bald einem Monat hat der Bundesrat die Massnahmen im Kampf gegen das Virus Covid-19 und zum Schutz der Bevölkerung verschärft. Vorerst wird die Situation bis zum 26. April so bestehen bleiben: Restaurants, Freizeitanlagen, Unterhaltungsbetriebe und Läden, die nicht der Grundversorgung dienen, bleiben geschlossen. Das Ziel ist immer noch dasselbe: Denn mit diesen Massnahmen, welche die Schweizer Wirtschaft enorm belasten, sollen die Ausbreitung des Virus verlangsamen und vor allem verhindern, dass viele Menschen gleichzeitig erkranken und damit das Gesundheitssystem kollabiert. Immerhin sind die Fallzahl ist in den letzten Wochen stark gestiegen. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass der Wachstum verlangsamt wird und damit abflacht. 

Ein Grund, warum der Bundesrat über die Ostertage einen sogenannten Lockerungsplan für die Zeit ab dem 26. April erarbeiten will. In diesem möglichen Lockerungsplan sollen unter anderem auch Schutzmassnahmen bestimmt werden.

Die Bundes-Pressekonferenz vom 11. April im Replay: 

 

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Spital Wil pflegt acht Corona-Patienten (31.03.):

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen in der Schweiz steigt täglich an. Am Dienstagmittag berichtete das Bundesamt für Gesundheit von 16'176 laborbestätigten Fällen. Das sind 701 mehr als am Vortag. Somit ist die Zahl deutlich weniger stark gestiegen als noch in den Tagen zuvor.  373 Personen sind am Virus verstorben. Das sind um 78 mehr als am Vortag. Dies wiederum ist ein hoher Wert. Bei beiden Entwicklungen kann es sich aber um Schwankungen handeln.

Auch im Kanton St. Gallen steigt die Anzahl Patienten mit Coronavirus an – allerdings weniger stark als in anderen Landesteilen. Bis Dienstag waren 394 Fälle bestätigt, wovon 43 in Spitälern gepflegt werden. 9 Personen werden aktuell beatmet, davon zwei «Gastpatienten» aus dem Elsass. 7 Todesfälle waren bisher im Kanton St. Gallen zu beklagen. 41 Patienten konnten wieder aus dem Spital entlassen werden. Im Spital Wil werden aktuell acht Personen mit Coronavirus behandelt. «Die Situation ist ruhig und die Spitäler sind gut vorbereitet. Es ist die Ruhe vor dem Sturm», sagte Regierungsrätin Heidi Hanselmann am Dienstag an einem Medienanlass. Kantonsweit werden 1000-Isolier-Betten mit 114 Beatmungs-Stationen angestrebt.

«Corona-Schule» hat Grenzen

Neuigkeiten gibt es auch aus dem Bereich Bildung. Nach den Frühlingsferien sollen neue Lerninhalte vermittelt werden. Ab Mai soll in Kleingruppen und für Benachteiligte wieder Präsenzunterricht geführt werden, ab Juni für alle. Voraussetzung ist, dass der Bundesrat die aktuelle Regelung lockert. Der Kanton St. Gallen will sich auf Bundesebene für eine solche Lockerung stark machen. Denn Lernen und Lehren auf Distanz sei nur eine temporäre Alternative. Sie biete neue Möglichkeiten, habe aber auch Grenzen. Der physische Kontakt in der Klasse bleibe unersetzlich und müsse so bald als möglich wieder zum Fundament der Schule werden – vor allem in der Volksschule. «Anlass zu Sorge gibt hier insbesondere die Situation jener Kinder und Jugendlichen, denen es im Elternhaus an der nötigen Unterstützung für die Erfüllung der Schulpflicht mangelt. Es sind Schüler aus bildungsferneren Kreisen, namentlich auch bei Migrationshintergrund», sagte Regierungsrat Stefan Kölliker am Medienanlass.

Berufsschulen: Wohl prüfungsfreie Abschüsse

Die Regierung vertritt die Haltung, dass das Schuljahr 2019/20 für das schulische Fortkommen des betroffenen Jahrgangs aller Stufen ungeschmälert angerechnet werden müsse. Die Zeugnisse werden ausgestellt und mit einem Vermerk auf den wegen der Pandemie zeitweise ausgesetzten Präsenzunterricht versehen. Für den Umgang mit für das Fortkommen relevanten Prüfungen erarbeitet das Bildungsdepartement in Zusammenarbeit mit den Schulen Sonderlösungen.

Lernende der Berufsbildung arbeiten in der Zeit der geschlossenen Schulen grundsätzlich die ganze Arbeitswoche in den Betrieben. Es sei sinnvoll, dass sie ihre Chefs nach Kräften unterstützen können. Allerdings müssen sie an den Schultagen vom Arbeitsplatz aus für Fernunterricht zur Verfügung stehen. Auf der ganzen Sekundarstufe II müsse alles getan werden, dass die obersten Jahrgänge die Ausbildung mit anerkannten Diplomen abschliessen können. Klassenrepetitionen oder gar das «Löschen» eines ganzen Schuljahrs wären laut Kölliker unhaltbar und ungerecht. Die Modalitäten für die Abschlüsse werden zurzeit in Abstimmung in der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) und im Austausch mit dem Bund national koordiniert. Die Entscheide sind noch nicht gefallen. Bei den Berufslehren müssen die Weichen rasch gestellt werden. Es läuft hier voraussichtlich auf anerkannte prüfungsfreie Abschlüsse hinaus. Für die Mittelschulen bleibt noch etwas mehr Zeit. Hier ist der Entscheid, ob die Prüfungen stattfinden oder nicht, von der weiteren Entwicklung der Gesundheitslage abhängig. (pd/sdu)

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Schon über 15'000 Corona-Fälle in der Schweiz (30.3.)

Die COVID-19-Lage findet in der Schweiz einfach kein Ende: Die Erkrankungsfälle steigen weiter an. Nach aktuellen Angaben des Bundesamts für Gesundheit (BAG) gibt es bereits 15'475 laborbestätigte Fälle. «Das sind 1201 Fälle mehr als am Vortag», heisst es auf der offiziellen Homepage des BAG. Bisher gebe es 295 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. In einem Situationsbericht von Montagmorgen erklärt das BAG: «Seit dem ersten verzeichneten laborbestätigten Fall am 24. Februar nehmen die Fallzahlen kontinuierlich zu.» Die Zahl der durchgeführten Tests auf COVID-19 belaufen sich bisher auf etwa 116'700. «Davon fiel das Resultat bei 13 Prozent  positiv aus.»

Die Altersspanne für die laborbestätigten Fälle reicht von 0 bis 102 Jahre. «Der Median beträgt 52 Jahre», so das BAG im aktuellen Situationsbericht. Das heisst 50 Prozent der Fälle waren jünger, 50 Prozent älter als 52 Jahre. Laut dem BAG sind 48 Prozent der Fälle Männer, 52 Prozent Frauen. Noch immer seien Erwachsene deutlich mehr betroffen als Kinder. «Bei Erwachsenen ab 60 Jahren waren Männer häufiger betroffen als Frauen, bei Erwachsenen unter 50 Jahren Frauen häufiger als Männer», heisst es weiter. (pd)

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Grafik: BAG

Pressekonferenz des Bundes vom 30.3. im Replay: 

 

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Schon über 13'000 infizierte Personen (28.03.): 

Die Zahl der an Corona infizierten Personen in der Schweiz steigt weiter an. Am Samstagnachmittag waren 13'152 Personen positiv getestet worden. Bisher gab es 235 Todesfälle zu beklagen. Weitere 280 Patienten sind derzeit auf ein Beatmungsgerät angewiesen. «Keine Intensiv-Pflegestation ist überlastet. Es könnten noc mehr Patienten beatmet werden. Wir appelliren aber an die Bevölkerung, sich an die Vorgaben des Bundesrates zu halten», sagte Daniel Koch, Leiter Abteilung Übertragbare Krankheiten des Bundesamtes für Gesundheit vor den Medien. Er ergänzte: «Die schlimmsten Szenarien, welche vor ein paar Wochen mal aufgestellt wurden, sind nicht eingetreten.»

Immer mehr Arbeitslose

Ebenfalls weiterhin ansteigend ist die Zahl jener Unternehmen, die Kurzarbeit anmelden. Bis Samstag waren es schweizweit 59'000 Betriebe. 757'000 Arbeitnehmer sind davon betroffen. Dies entspricht rund 15 Prozent aller Schweizer Erwerbstätigen.

Ebenfalls ansteigend ist die Zahl der Arbeitslosen. Innerhalb eines Tages sind 19'3000 Stellensuchende dazugekommen.

Pressekonferenz des Bundes vom 28.3. im Replay: