Über ein Drittel der 278 Mitglieder nahmen an der HV teil und zeigten sich top fit. Verschiedene Gäste gratulierten zu Hundertjährigen.Die Vorsitzende dankte den zahlreichen grosszügigen Spendern für ihre Unterstützung sowie die mündlichen und schriftlichen Jubiläumsgrüssen.
Liebevoll und in vielen Vorbereitungsstunden hatten die Vorstandsfrauen den Saal im Stil des Gründungsjahres geschmückt. Bei Eltern, Grosseltern sowie in der Brockenstube fanden sie Goldrandgeschirr mit Blümchenmotiven, ein wunderschönes Dekor, das begeisterte. Ein süsser Gruss bei jedem Gedeck fehlte auch nicht.

Frohgelaunte Gästeschar
Nach dem Apéro mit Cupli im Freien, gestiftet von der Landi Zuzwil, begrüsste Heidi Schlauri nebst den vielen Frauen auch den Gemeindebeauftragten Rolf Tihanyi, Gemeinderätin Petra Mosimann, Marcel Alder, Präsident der kath. Kirchgemeinde Zuzwil, Marianne Jordi und Erika Hunziker von den evangelischen Frauen Schweiz. Sie alle überbrachten Grussbotschaften und Geschenke und gaben ihrer Freude und Dankbarkeit über das Wirken der Frauengemeinschaft Ausdruck. Ebenfalls hiess Heidi Schlauri die Vertreterinnen der benachbarten Frauengemeinschaften willkommen.

Reich befrachtetes Vereinsjahr
Rolf Tihanyi eröffnete den Abend mit der beeindruckenden Geschichte «Die Weisheit der Gänse» (kann im Internet gelesen werden). Die Traktanden zeigten, dass im vergangenen Jahr für jeden Geschmack etwas geboten wurde, Dias von Karin Rüegg bestätigten es. Auch 2018 finden interessante, lehrreiche und gesellige Anlässe statt, Theres Hamburger gab Einblick. In einer Schweigeminute gedachte die Versammlung der verstorbenen Mitglieder Martha Wick, Rosmarie Blarer, Irene Brändle, Maria Hugentobler, Ida Karrer, Silvia Käser, Lisbeth Wick und Hedi Büsser.

Rückblick
Am 20. Januar 1918 wurde der katholische Frauen- und Mütterverein mit 52 Mitgliedern und der ersten Präsidentin Frau Brunner-Enz (Vorname nicht zu finden). Ziel war, das religiöse Leben und die Gemeinschaft unter den Frauen und Müttern zu fördern, die Erziehung der Kinder im Sinne der katholischen Kirche zu gestalten, und die entsprechende Vorträge zu besuchen. Die Frauen hatten meist keinen Beruf, aber einen sehr strengen Alltag in Haus und Familie ohne Waschmaschine, Geschirrspüler und all die heute alltäglichen, elektrischen Hilfen. Die erwähnten Anlässe waren die einzige Möglichkeit, Haus und Herd für ein paar Stunden hinter sich zu lassen – und das wurde gerne genutzt. In den Kirchenchören durften damals verheiratete Frauen nicht mitsingen!!

Umbruch
Gegen Ende des 20. Jahrhunderts hat sich Wesentliches verändert, auch das Frauenbild. Gehörte man früher mit fünfzig schon fast zum alten Eisen, gestalten die Frauen heute in diesem Alter und nach der Kindererziehung ihr Leben oft neu, zum Beispiel mit einer Zweitausbildung oder dem Wiedereinstieg ins Berufsleben. Die Mitgliedschaft in der Frauengemeinschaft ist nicht mehr an eine Konfession gebunden. Die Angebote sind vielseitiger, der Verein ist offen für die aktuellen Anliegen der heutigen Zeit. Jüngere Frauen setzen sich für die Belange der Familien. Die Vorstandsfrauen bilden sich weiter, nutzen die Angebote des schweizerischen Dachverbandes.

Erinnerungen
Die Präsidentinnen und Vorstände haben dem Verein jeweils ihren eigenen Stempel aufgedrückt, aber auch viel Herzblut hineingegeben. Bewährtes wurde belassen, Neues eingebracht. So sind Stricknachmittage noch heute beliebt und der gemeinsame Zmorge ein Höhepunkt. Die frühere Präsidentin Heidi Kegel erinnert sich vor allem an drei Top-Referenten: Der Literat Max Feigenwinter, der Radiomann Ruedi Josuran und Christian Jud, ehemaliger Redaktor der Wiler Zeitung begeisterten mit ihren Vorträgen. Im Vorstand wurden damals die Gewänder für die Sternsinger genäht, aus allem, was daheim zu finden war, wie alte Samtvorhänge und ähnliches. Sie erzählte lachend, dass sie selbst einmal den Esel für den Samichlaus zu Fuss von Wuppenau nach Zuzwil und wieder zurückgebracht hat. War früher das Präsidentenamt eine Ehre, ist es heute schwierig, Frauen für den Vorstand zu gewinnen, haben die meisten doch einen Teilzeitjob, und die Ansprüche von Schule, Beruf und Umfeld sind gestiegen. Trotzdem finden sich erfreulicherweise immer wieder gute Geister, die sich intensiv engagieren zum Wohle der Gemeinschaft.

Fröhliches Trio
Nach dem feinen Nachtessen aus der Küche von Sepp Fässler, charmant serviert vom bewährten Team traten die SINGERellas in Aktion. "Würziger als d'St.Galler Brodworscht, abwächsligsriicher als d'Zürcher Langschtrass, ungerhautsamer aus d'Bäre z'Bärn” heisst es auf der Homepage. Die drei Frauen erzählten frisch von der Leber weg und mit einem Augenzwinkern von Alltagsfreuden, Plaisierchen und Malheurchen mit Männern, Weckern, Handys usw. Sie nahmen dieses und jenes humorvoll-frech auf die Schippe. Evelyn Plattner, Linda Trachsel und Tabea Lendi zeigten, dass man sich nicht unterkriegen lassen, sondern seine Träume leben soll. Bei allzuviel Stress gibt’s einen kräftigen Kafi mit Güx. Sie boten dreistimmig in Mundarttexten bekannte Hits wie "Bei mir bist du schön" oder "Eye oft the Tiger" und begeisterten mit ihrem Auftritt total. Zum Ausklang des beschwingten Abends genossen alle ein reichhaltiges Desserbuffet.