Am Samstag lud die Spitalregion Fürstenland-Toggenburg die Öffentlichkeit zur offiziellen Eröffnung der neuen Notfallaufnahme am Spital Wil ein. An der vorausgehenden Information für die geladenen Gäste von der Spitalregion, dem Spitalverbund, der Regierung und der lokalen Politik fand die dringlich gewordene Erweiterung der Notfallaufnahme Betonung, da die Fallzahlen mit aktuell 11'600 Fällen ein Mehrfaches der einstigen Ersteinrichtung betragen. Gegen 2'000 Besucherinnen und Besucher nahmen die Gelegenheit für einen Einblick in die Räumlichkeiten wahr.Die Anwesenheit der Verantwortlichen aus dem Spitalverbund mit VR-Präsident Guido Sutter, Regierungsrätin Heidi Hanselmann, Baudirektor Marc Mächler und Vertreter der lokalen Politik, voran Stadtpräsidentin Susanne Hartmann, betonte den hohen Stellenwert der Notaufnahme für das Spital.

Neuzeitliche Notaufnahme
CEO René Fiechter erinnerte in seinen Worten an den ersten Vorstoss für eine Neuausrichtung der Notaufnahme im Jahr 2006, damals belegt im Anstieg der Fallzahlen von 1972 Fällen im Jahr 2000 auf aktuell 11'600. Im November 2014 sei ein 10 Mio.-Kredit für die Erweiterungen der Notfallaufnahme und des Labors gesprochen worden. Die nun nach neuzeitlichen Anforderungen eingerichtete Notfallaufnahme empfinde er als buchstäblichen Befreiungsschlag.

Im Juni 2017 wurden die Bauarbeiten aufgenommen. Nach sieben Monaten Bauzeit konnten anfangs Jahr die Räumlichkeiten bezogen werden. Die Notaufnahme erhielt mit der Neuausrichtung einen eigenen Notfallarzt. Eingebunden sind neben dem Ärzteteam des Spitals auch 38 praktizierende Ärzte der Region.

Notfallaufnahme, Lebensnerv des Spitals
Regierungsrätin Heidi Hanselmann nannte die Notfallaufnahme als wichtigen Lebensnerv des Spitals. Weil über 50 Prozent der Patientenaufnahmen über den Notfall verlaufen, werde die Notfallaufnahme zur Visitenkarte des Spitals. Die Erweiterung der bereits 36-jährigen Notfallaufnahme sei mit den gestiegenen Fallzahlen mehr als begründet. Mit der Realisierung der Erweiterung zeige sich das Sprichwort passend: „Aus der Not eine Tugend gemacht“.

Auch für Guido Sutter, VR-Präsident der Spitalverbunde, gilt die Notfallaufnahme als Herzstück eines Spitals. Es entspreche einer Tatsache, dass der heutige Patient Qualität fordere, Kosten hin oder her. Um die steigenden Kosten in den Griff zu bekommen, könnten kosmetische Eingriffe nicht mehr genügen. Der Verwaltungsrat habe ein Strategieprojekt gestartet, um die Kapazitäten auf die langfristige Nachfrage auszurichten. Aus der Studie erwarteten sie bis im April 2018 eine Antwort, wie die Kosten unternehmerisch verantwortbar im Griff bleiben. Sutter beruhigte die anwesende Stadtpräsidentin, dass das Spital Wil auch in der weiteren Zukunft ein wichtiger Pfeiler im kantonalen Gesundheitswesen bleibe.

Notfallaufnahme für alle
Der ärztliche Leiter Notfallmedizin, Christof Geigerseder, beschrieb in seinen Worten die neue Notfallaufnahme als lohnende Investition. Im 2006 mit ersten Vorstössen gestartet, habe die Realisierung schon etwas lange gedauert, nun aber erfreuliche Tatsache.

Nach Geigerseder entscheiden nicht Ärzte, ob es sich bei einem Patienten um einen Notfall handelt. Ein Notfall sei gegeben, wenn der Mensch es so empfindet. Hier werde jeder Patient aufgenommen, gleich welcher Herkunft oder Religion, sie setzten sich für jeden Fall ein. Vorteilhaft nannte Geigerseder die vereinbarte Zusammenarbeit mit niedergelassenen Hausärzten der Region. Spital- und Hausärzte könnten sich weiter bilden. Sie könnten auch von den Erfahrungen der Hausärzte lernen. Er lud die Anwesenden ein, sich für das angekündigte „Join medical Master zu engagieren. Es gehe darum, dass wir auf die Ausbildung eigener Ärzte setzen.
Rundgang

Beim anschliessenden Rundgang erhielten die Anwesenden einen Einblick in die neu gestaltete Notaufnahme. Getrennt vom Spital führt ein eigener Eingang mit eigenem Empfang zu Notaufnahme. Acht Notfallbehandlungsplätze, sechs davon für Einzelbehandlung, stehen zur Verfügung. Bekanntlich kommt es täglich bis zu acht Neuaufnahmen von Patienten. Für Schwerstkranke oder Schwerstverletzte steht ein Schockraum mit neuester Technik zur Verfügung. Die Betreuung des Notfalls erfolgt mit 24-Stundenbetrieb.

Anschliessend öffneten sich die Türen der Notfallaufnahme für die Öffentlichkeit. In kurzer Zeit füllten sich die Gänge mit interessiertem Publikum. Gross und Klein, Alt und Jung, konnten sich ein Bild über das Notfallangebot machen. Für die Kinder bot sich mit der späteren Ankunft des Rettungshelikopters eine besondere Gelegenheit für eine nähere Betrachtung.

Fakten Notfallstation am Spital Wil
Baubeginn: Juni 2017
Inbetriebnahme: 8. Januar 2018
Bauzeit: 7 Monate

Hintergrund: Erweiterung und teilweiser Umbau des Spitals Wil
Spatenstich: 13. Juni 2016
Umfang: Neubau des Verwaltungstraktes, Umbau der Notfallstation, Sanierung und Erweiterung des Labors
Abschluss: bis Sommer 2018

Infrastruktur:
8 Notfallbehandlungsplätze, davon 6 in Einzelbehandlungsräumen
Schockraum mit technischer Ausstattung der neusten Art nach den Richtlinien der Schweizer Gesellschaft für Notfall- und Rettungsmedizin
Integrierte Notfallpraxis (INP)
24 Stunden betreuter Empfang mit Triagefunktion

Eigener Eingang
Ärztliche Ausbildungsstätte für den Fähigkeitsausweis Klinische Notfallmedizin und für die Facharztausbildungen Allgemeine Innere Medizin und Chirurgie
Eigene Zufahrt mit überdachtem Vorplatz für Rettungsfahrzeuge

INP: Behandlung leichterer Beschwerden
3 Behandlungsplätze
Betreuung paritätisch durch Spitalärzte und 38 diensttuende niedergelassene Ärzte des Notfallrayons Wil sowie eigene Medizinische Praxisassistentin
Geöffnet Mo-Fr 12-21 Uhr, Wochenende/Feiertage 9-21 Uhr

Notfallzahlen:
11‘696 Notfallpatienten im Spital Wil im Jahr 2017
Jährliche Zunahme von rund 7%

Zuständige Ärzte:
Christof Geigerseder, Ärztlicher Leiter Notfallmedizin
Stefan Christ, Leitender Arzt Notfallmedizin und IMC