«Am vergangenen Mittwoch ist der erste positive Fall bei einer Bewohnerin vom Labor bestätigt worden», schreibt die Leitung des Seniorenzentrums Solino in Bütschwil. In der Zwischenzeit seien von den knapp hundert Bewohnern bereits sieben Personen betroffen. «Bei einzelnen Verdachtsfällen steht das Testergebnis noch aus», heisst es weiter. Auch beim Personal gebe es positive Fälle. Bisher seien es 14 Mitarbeiter.

Aufgrund der aktuellen Entwicklung sowie unter Berücksichtigung der Erfahrungen bei anderen Alters- und Pflegeinstitutionen hat sich die Geschäftsleitung in Absprache mit dem Verwaltungsrat für die Einleitung eines «harten internen Lockdowns» – vorerst befristet für die nächsten zehn Tage – entschieden. «Alle positiv getesteten Bewohner mit engen Kontakten zu den positiven Fällen sein in Isolation beziehungsweise Quarantäne», informiert die Leitung, «Um eine Durchmischung der Bewohner zwischen und innerhalb der Wohnbereiche zu vermeiden, wird allen anderen Bewohnern empfohlen, ebenfalls in ihrem Zimmer zu verbleiben». Es werde auf alle zentralen Angebote, Aktivitäten und Anlässe verzichtet. Die Gastroleistungen und mögliche Aktivierungen erfolgen im Bewohnerzimmer.

Nun herrscht das generelle Besuchsverbot

«Ab sofort und vorerst befristet bis 30. November gilt im Seniorenzentrum Solino Bütschwil ein generelles Besuchsverbot», heisst in der Mitteilung weiter. Davon ausgenommen bleiben angemeldete Besuchsmöglichkeiten im geschützten Besucherraum oder beantragte Besuche in ausserordentlichen Situationen wie beispielsweise Palliativsituation. In solchen Fällen erteile die Heimleitung Ausnahmebewilligungen. Ende November werde eine Neubeurteilung der Situation gemacht und über die weiteren Massnahmen entschieden. (pd)

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Bütschwiler Seniorenzentrum schliesst sein Bistro (7.3.20)

Im Wohnheim Bisacht in Bichwil, Oberuzwil wurde bereits im Laufe der Woche ein Besuchsverbot ausgesprochen. Und weil der Bundesrat am Freitag neue Massnahmen und Empfehlungen zum Schutze von besonders gefährdeten Personen – Menschen über 65 Jahren und Personen mit bestehenden Vorerkrankungen – beschlossen hat, hat das Seniorenzentrum Solino in Bütschwil nebst den bestehenden Hygieneschutzmassnahmen zusätzliche Massnahmen beschlossen. Zum Schutz der Solino-Bewohner bleibt das Bistro des Seniorenzentrums ab Samstag, 7. März für externe Gäste und Besucher geschlossen. «Besuche bei Solino-Bewohnern sind ab sofort auf das Notwendigste zu reduzieren», teilt das Seniorenzentrum in einer Medienmitteilung mit. Im Zweifelsfalle werde den Besuchern empfohlen, sich vorgängig telefonisch im Solino zu erkundigen oder vor dem Besuch beim Info-Schalter zu melden. Bewohner, Angehörige, Mitarbeiter und Gäste seien entsprechend informiert. (pd)

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 In Oberuzwil sind Besuche im Altersheim verboten (06.03.):

Von den befragten Institutionen hat bisher einzig das Wohnheim Bisacht in Bichwil, Oberuzwil ein Besuchsverbot ausgesprochen. Der Grund dafür sei, dass es in Oberuzwil Bewohner mit Lungenerkrankungen und Erkältungen gäbe. Erkrankungen der Atemwege erhöhen das Risiko für tödliche Verläufe von Covid-19-Erkrankung bei älteren Menschen zusätzlich. «Wir haben ein entsprechendes Rundmail gemacht und Zettel im Aussenbereich aufgehängt», sagt Heimleiterin Claudia Engler. Auch ein für den 22. und 23. März im Heim geplanter Anlass wurde abgesagt. Sie rechne damit, dass das Verbot noch während einigen Wochen bestehen bleibt, sagt Claudia Engler. Zur Verbreitung des Coronavirus meint sie: «Das wird sich noch intensivieren.» Sobald sich die Lage verändere und Besuche wieder zugelassen seien, würden die Angehörigen wieder per Rundmail informiert.

Erfahrungen mit dem Norovirus helfen

Die restlichen befragten Pflegeheime halten ein Besuchsverbot zurzeit nicht für angezeigt. Dies gilt für: Die Heime der Thurvita AG, darunter das Alterszentrum Sonnenhof in Wil, das Senioren Zentrum Uzwil, das Haus für Betagte Sonnegrund Kirchberg, das Wohn- und Pflegeheim Lindenbaum Zuzwil, das Wohn und Pflegeheim Flawil, das Regionale Alterszentrum Tannzapfenland Münchwilen und Wohn- und Pflegeheim Eschlikon.

Auch das Seniorenzentrum Solino in Bütschwil verzichtet vorerst auf ein Besuchsverbot. «Wir wollen, dass das soziale Leben weitergeht», sagt Leiter Markus Brändle. Dies sei auch der Wunsch der Bewohner. «Die Bewohner selber bleiben bis jetzt am coolsten von allen.» Die Situation werde aber in Absprache mit dem Kantonsarztamt laufend neu beurteilt. Wenn ein Besuchsverbot bewerkstelligt werden müsste, könnte man im Solino auf den Umgang mit der Magen-Darm-Erkrankung Norovirus zurückgreifen. «Wir haben da einschlägige Erfahrung und eingespielte Prozesse», so Markus Brändle.

Konkrete Angaben zu den Bedingungen, die für ein Besuchsverbot erfüllt sein müssten, macht nur der Kirchberger Sonnegrund. «Ein solches wird erst veranlasst, wenn ein Verdachtsfall oder ein bestätigter Fall des Coronavirus bestehen würde, sei es von einem Bewohner oder auch von einem Mitarbeiter», schreibt Betriebsleiterin Martha Storchenegger. Doch selbst dann würden die Umstände des Falls individuell beurteilt. So müsste abgeklärt werden, mit wie vielen Personen Kontakt bestand oder wann die Person zum letzten Mal im Haus war.

Heime appellieren an Eigenverantwortung

Die befragten Pflegeheime geben unisono an, das Wichtigste sei vorerst, sich an die Weisungen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) und der jeweiligen Kantonsarztämter zu halten. Vor allem Hygieneempfehlungen wie häufiges Händewaschen und das Vermeiden von unnötigem Körperkontakt würden strikt umgesetzt.

Auch sollten nicht mehr alle Leute ihre Angehörigen besuchen. «Wir appellieren an die Eigenverantwortung der Leute, dass sie keine Besuche machen, wenn sie sich nicht gesund fühlen», sagt zum Beispiel die Zuzwiler Ratsschreiberin Sandra Hollenstein im Namen des Lindenbaums. Derzeit nicht erwünscht sind in allen angefragten Heimen auch Besucher, die in den vergangenen 14 Tagen ein vom Bund deklariertes Risikogebiet besucht haben. Das sind derzeit: China, einschliesslich Hongkong; Iran; in Italien die Regionen Emilia-Romagna, Lombardei, Piemont und Veneto; Japan; Südkorea; Singapur.