Die Bilder über die veralteten technischen Einrichtungen sowie die Tatsache, dass sogar das Schwimmbecken undicht war, haben die Bevölkerung von der Notwendigkeit überzeugt, dem in einem umfassenden Gutachten ausgewiesenen Bedarf von 5,8 Millionen Franken in einer Abstimmung zuzustimmen. Von der gelungenen Renovation konnten sich die Bauverantwortlichen und beteiligten Handwerker zusammen mit Vertretern der Behörden an der Einweihungsfeier vom 22. November 2017 überzeugen. Am Samstag, 25. November, ist die Oberuzwiler Bevölkerung zur Besichtigung eingeladen. Ab dem 27. November wird das Bad wieder Schulen und der übrigen Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.Investition in eine wichtige Oberuzwiler Institution
Alle Schülerinnen und Schüler kommen in Oberuzwil regelmässig in den Genuss einer Schwimmstunde. Schwimmen ist gesund und gehört heute zu den unerlässlichen Fähigkeiten wie beispielsweise Velofahren. Die Gemeinde hat in den letzten Jahren Reserven anlegen können, sodass die 5,8 Millionen ohne Steuererhöhung eingesetzt werden konnten. Auch wenn in den Medien die Frage nach einer überregionalen Lösung angeregt worden war, hat Oberuzwil nun das Bad im Alleingang finanziert, obwohl auch Leute aus den umliegenden Gemeinden das Bad gerne benützen.

Kleiner Rückblick auf die Geschichte des Bads
Das Hallenbad wurde 1973 erbaut und gut zwanzig Jahre danach – 1995 - teilsaniert. Es wurde seither immer intensiv genutzt, was zu natürlichem Verschleiss führte, der mit der Zeit den Betrieb erschwerte. Bei Vorabklärungen kam schnell heraus, dass nur eine umfassende Renovation sinnvoll sein könne. Bei Ablehnung eines solchen Vorhabens durch die Wählerschaft hätte das Bad in den nächsten Jahren auf jeden Fall geschlossen werden müssen. Denn die technischen Anlagen im Untergrund, aber auch die sanitären Einrichtungen entsprachen keineswegs mehr heutigen Anforderungen. Auch die Lüftung und die Akustikanlage hatten das Ende der Betriebsdauer erreicht.

Lange Planungsphase
2014 begann Gesamtprojektleiter Peter Kaminski der Firma Hunziker Betatech mit einer „Bestandesaufnahme“. Nach der Abstimmung vom 15. Juni 2016, an der 85% der Stimmenden ein JA in die Urne gelegt hatten, konnte zügig weitergeplant werden. Rund zehn Monaten war das Hallenbad jetzt geschlossen, da das gesamte Bad erst rückgebaut und darauf von Grund auf erneuert werden musste. Insgesamt waren bis zu 180 Handwerker beschäftigt.

Benjamin Saner von der Firma Trunz & Wirth und Silvan Derungs, Inhaber der Firma 85d, tüftelten die farbliche Ausgestaltung und die Materialeinwahl im Bad gemeinsam aus. Die Verantwortlichen achteten darauf, möglichst viele Aufträge in der Region zu vergeben. Kaminski betonten, wie sehr ihm dieser herausfordernde Auftrag am Herzen gelegen sei.

Ansprachen
Mit sichtlicher Freude begrüsste Gemeindepräsident Cornel Egger die anwesenden Mitglieder der Behörden an der neuen Akustikanlage – die allerdings noch etwas fremd wirkte im grossen Hallenraum -, dazu die Handwerker und Planer und den langjährigen Bademeister Walter Bruggmann. In kurzen Worten umriss Egger nochmals die Baugeschichte und stellte die beteiligten Leiter vor.

Chefbademeister Bruggmann hatte während der ganzen Bauphase – und dies trotz schwerer Erkrankung - die Bauleute und Planer mit seinem grossen Fachwissen tatkräftig unterstützt. Leider musste er seinen Posten unterdessen schweren Herzens aufgeben. Cornel Egger dankte Bruggmann für dessen unermüdlichen Einsatz und wünschte ihm für die kommende Zeit viel Kraft.

Einbettung in die Umgebung
Die Worte von Silvan Derungs, Firma 85d GmbH, tönten fast philosophisch. „Ein gutes Konzept hat Hand und Fuss und geht vom Kopf ins Herz“, kann auf der Homepage seiner Firma 85d nachgelesen werden. Das erinnert etwas an Heinrich Pestalozzi, der Kinder mit „Kopf, Herz und Hand“ unterrichten wollte. Und für Kinder ist ja vieles in diesem Bad konzipiert worden.

Benjamin Saner und Silvan Derungs hatten sich bei der Gestaltung der Räumlichkeiten an einem Spaziergang in der Umgebung des Gebäudes orientiert. Schon beim Eintritt fallen die in braunem Holz gehaltenen Garderoben auf, erinnern an erdige Wege rund um die Flussufer der Umgebung, aber auch an Bäume. Die Schülergarderoben sind mit blauen – „wasserfarbenen“ - Mosaiken ausgekleidet. Für die Garderoben für Erwachsene wurde ein sonniges Gelb verwendet. Die Duschen erstrahlen in warmen Rot- und Orangetönen, damit man schön aufgewärmt ins Wasser gehen kann. In der Halle selber dominiert dann Blau, die Farbe des Wassers, also auch der Uze oder des Bettenauer Weihers, an die die Gestalter bei der Konzeption ebenfalls gedacht hatten.

Neuerungen
Kinder werden ihre helle Freude haben, wenn sie das neue Hallenbad zum ersten Mal sehen, sofern sie nicht grösser als 1.40 m gross sind. So steht es jedenfalls an der neuen Rutschbahn, die auf einer Längsseite angebracht wurde. Für die grösseren wurde eine Art Kletterwand eingebaut, die Kraft und Mut herausfordert und bestimmt gerade bei jungen Burschen grossen Anklang finden wird. Die Beleuchtung wurde auf angenehme Weise erneuert, natürlich alles in stromsparender LED-Ausführung. Zudem wurde das ganze Wasserbecken nun in Chromstahl ausgekleidet, was eine viel einfachere – und damit auch günstigere – Reinigung erlaubt.

Teurer Untergrund
Die ganze Technik im Boden unter dem Bad hat einen grossen Teil des Budgets verschlungen. Seit 1973 hat die Technik riesige Fortschritte gemacht, die digitale Welt hat unterdessen auch hier Einzug gehalten. Wenn man sich in den teilweise äusserst engen Tunnels mit all den Leitungen, Apparaturen und Umwälzpumpen umsieht, kann man sehr gut verstehen, dass für den reibungslosen Betrieb mit stets einwandfreier Wasserqualität so viel Kapital eingesetzt werden musste. Doch nun ist das Bad für sicher zwanzig Jahre gut gerüstet. Einzig eine Auswechslung der Kalt- und Warmwasserleitungen wird in ein paar Jahren nötig werden. Diese Kosten sind im Budget für die Renovation jedoch bereits enthalten.

Einhaltung des Budgets
Noch sind nicht alle Abrechnungen erstellt, aber es sieht ganz danach aus, dass das Budget eingehalten werden kann. Die ganze Umbauphase verlief ohne einen einzigen Unfall, was auf eine umsichtige Planung schliessen lässt. Wer die teilweise äusserst engen und oft auch nur halbhohen Durchgänge im Untergrund gesehen hat, kann erahnen, dass hier die Montage von Geräten und Leitungen nicht immer einfach war. Doch exakt all diese Installationen sind für einen reibungslosen und sicheren Badebetrieb wichtig. Nun ist ein wirklich schönes Werk entstanden, das hoffentlich viele Menschen ins „neue“ Bad locken wird.


Gemeinde Oberuzwil

Silvan Derungs – 85d GmbH

Trunz & Wirth, Architekturbüro

Firma Hunziger Betatech AG

Hallenbad Oberuzwil – Öffnungszeiten

Bericht in der Wiler Zeitung im Vorfeld der Abstimmung von Philipp Stutz