Beim Oberstufenzentrum Thurzelg sei es in den letzten Jahren immer wieder zu Sachbeschädigungen an Fahrrädern und Töffli gekommen. Die Täter konnten trotz entsprechender Bemühungen nie dingfest gemacht werden. Die Lösung sieht der Oberstufenschulrat in der Installation von Videokameras und ist deswegen an den Gemeinderat gelangt und auf dessen Zustimmung gestossen. 

Doch Videoüberwachungskameras im öffentlichen Raum dürfen nur installiert werden, wenn ein entsprechendes Reglement in Ergänzung zum Polizeigesetz erlassen wird. 

„Big brother“ bald überall?

Und genau hier liegt der Haken: Weil nämlich der Gemeinderat der Ansicht ist, dass es sich nicht lohne, ein Reglement nur für einen Standort anzupassen, wurde das Reglement für das gesamte Gemeindegebiet angepasst. 

Werner Somm vom Referendumskomitee argumentiert: Mit dem Vorschlag des Gemeinderats können Betreiber von Überwachungskameras auch Firmen und Privatpersonen sein. Sie müssen eine Überwachung lediglich melden, aber nicht bewilligen lassen. Somm befürchtet einen Wildwuchs an Kameras in Oberbüren und dass sich die Bewohner im Unklaren darüber sein werden, wo sie überall gefilmt werden. Auch könne man sich gegen das Aufstellen von Kameras durch die Gemeinde nur noch bedingt wehren. Ferner sei es unverhältnismässig, Aufzeichnungen wie vom Reglement vorgeschrieben 100 Tage aufbewahren zu müssen. „Die Kosten für die Überwachung sind hoch, und der Nutzen wird sich auf den überwachten Perimeter beschränken“, schreibt Somm. 

Wahrscheinlich hat er nicht ganz unrecht, wenn er sagt, dass der Vandalismus sich an einen anderen Standort verlagern werde. Und dann wird es nicht bei der einen Kamera beim Velo- und Töffliständer beim OZ Thurzelg bleiben. 

Privatsphäre oder Aufklärung

Es ist keine einfache Frage, über die die Oberbürer Stimmbürger am 7. März abstimmen müssen. Datenkraken wie die Sozialen Medien, die jeden unserer Schritte aufzeichnen, können Angst machen und verunsichern. Wenn jetzt auch noch  Kameras im Dorf relativ einfach installiert werden können, so ist das vielleicht tatsächlich zu viel des Guten. Auf der anderen Seite möchte der Gemeinderat und der Oberstufenschulrat seine Bürger vor Vandalenakten schützen. Was er bislang unternommen hat, hat nicht viel genützt. Warum also nicht etwas Neues probieren? Vielleicht ist die Reglementsanpassung gut gemeint, aber schiesst einfach über das Ziel hinaus?