An der Bürgerversammlung 2016 war dem Kauf der ehemaligen Käserei Obere Hütte in Niederwil zum Preis von 1,1 Millionen Franken zugestimmt worden. Die zentrale Lage eigne sich für eine Überbauung mit Wohnungen, hatte der Gemeinderat den Kaufantrag begründet. Für den Gemeinderat sei es aber bereits damals klar gewesen, dass die Gemeinde nicht selber als Bauherr auftreten wolle. In der Genossenschaft Pro Niederwil hatte man die ideale Partnerin gesehen. Im Juni 2018 aber hat die Genossenschaft ihr Interesse am Projekt aufgekündigt. 

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Die Mitglieder des Gemeinderates Oberbüren: Yvonne Keller, Erich Frick, Irmgard Müller, Heinz Kaiser, Alexander Bommeli (Gemeindepräsident), Gabriela Kempter und Peter Bruhin.


Klare Verkaufskriterien

Der Gemeinderat hat deshalb beschlossen, den Bürgern den Verkauf der Liegenschaft an die Wissmann Immobilien AG, Flawil, zum Preis von 1,2 Millionen Franken zu unterbreiten. Ein Bürger sprach sich dagegen aus. Er wollte den Gemeinderat beauftragen, das Grundstück nicht zu verkaufen, sondern im Baurecht abzugeben, damit die Gemeinde von einer künftigen Wertsteigerung profitieren könne. Sein Begehren wurde nur von vereinzelten Mitbürgern unterstützt.

Grund für die grossmehrheitliche Zustimmung dürfte die an den Verkauf geknüpfte Auflage gewesen sein, auf dem Grundstück altersgerechte Mietwohnungen zu erstellen. Die durch die beiden Brüder Thomas und Patrick Wissmann geführte Wissmann Immobilen AG erfülle die vom Gemeinderat gestellten Bedingungen, war im Gutachten ausgeführt worden. Der Gemeinderat hat sich dabei auf bereits eingereichte Projektunterlagen abgestützt. Einer der Brüder, Patrick Wissmann, wohnt in Niederwil und war an der Bürgerversammlung als Stimmbürger anwesend.


12 bis 15 Wohnungen geplant

Vorgesehen ist ein Bau mit drei Vollgeschossen und einem Dach- oder Attikageschoss. Der Bau ist mittig auf die Oberbürerstrasse ausgerichtet. Wie Patrick Wissmann auf Anfrage erklärte, wird das Projekt in den nächsten Wochen konkretisiert. Es sollen zwölf bis fünfzehn Wohnungen entstehen. Der Auflage entsprechend werden es 2 ½- und 3 ½-Zimmerwohnungen sein. Die Wohnungen werden durch einen halböffentlichen Teil ergänzt.

Im Amtsbericht ist Patrick Wissmann folgendermassen zitiert: «Unsere Idee ist es, einen Punktbau mit Tiefgarage zu erstellen. Nebst dem Bau von altersgerechten Wohnungen ist es uns persönlich ein Anliegen, für junge einheimische Niederwiler bezahlbare Wohnraum zu schaffen. Es soll ein Dorfkern-Objekt geschaffen werden, welches uns als Investoren, den Niederwilern und auch der Gemeinde Freude bereitet.» Da für die Umsetzung der vorgesehenen Variante ein Sondernutzungsplan notwendig ist, dürfte nach Aussage von Gemeindepräsident Bommeli bis zum Baubeginn allerdings noch einige Zeit verstreichen.

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Gemeindepräsident Alexander Bommeli: «Auch die nächste Generation soll von der guten Infrastruktur und einem wettbewerbsfähigen Steuerfuss profitieren.»


Steuerfuss bleibt bei 105 Prozent

Oberbüren zählt gut 3000 Stimmberechtige. 172 nahmen an der Versammlung in Niederwil teil. Weder die Jahresrechnung mit einem Gewinnd von 1,8 Millionen Franken, noch das Budget mit einem Fehlbetrag von knapp einer halben Million Franken, noch der unveränderte Steuerfuss von 105 Prozent gaben Anlass zu einem Wortbegehren. Ohne Gegenstimmen wurden Rechnung und Budget gutgeheissen.

An Investitionen stehen im laufenden Jahr unter anderen die Projektierung der Sanierung des Gemeindehauses, die Sanierung des Schützenhauses, verschiedene Strassensanierungen und die Ausarbeitung des Strassenraumkonzeptes an. Hinzu kommen beachtliche Vorhaben in den Bereichern Abwasser und Elektra.

Gemeindepräsident Bommeli Informierte in der allgemeinen Umfrage über den Stand des Kiesabbauprojektes Sonnenberg-Niederwil der Holcim AG sowie über die Deponieprojekte, welche ebenfalls auf Niederwiler Gebiet liegen. Manches ist noch in Abklärung, die Einflussmöglichkeiten der Gemeindebehörde sind beschränkt, und die Bürger hatten keine Fragen.

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Roger Niedermann: «Im Zuge der Sanierung der Hauptstrasse von Oberbüren nach Niederbüren wird die Hauptleitung der Wasserversorgung auf einer Länge von 450 Metern mit einem Aufwand von 270'000 Franken erneuert.»

Wirkungsvoller Wasserverbund

Roger Niedermann, Präsident der Wasserversorgung Oberbüren, zeigte in der anschliessenden Versammlung dieser Korporation die Bedeutung der Gruppenwasserversorgung Vogelsberg auf. Der Nutzen dieses seit 40 Jahren bestehenden Zusammenschlusses der Wasserversorgungen von Oberbüren, Uzwil, Oberuzwil und Jonschwil habe sich speziell im letzten trockenen Sommer gezeigt. Oberbüren, das in der Thurebene über einen grossen Grundwassersee verfüge, könne bei Hochwasser der Thur nicht auf das Grundwasser zugreifen. Aber durch den Verbund hätten alle Gemeinden immer ausreichend Trinkwasser zur Verfügung. Das 40jährige Bestehen der Gruppenwasserversorgung wird in diesem Jahr gefeiert. Die Wasserversorgung Oberbüren wird bei diesem Anlass das neue Reservoir Rüti vorstellen.