Die Medieninformation seitens des Stadtrates vom Montagvormittag, daran beteiligten sich Stadtpräsidentin Susanne Hartmann, Schulpräsidentin Jutta Röösli und Daniel Stutz (BUV), setzte die Schwerpunkte auf das Erreichen von Synergien und langfristigen Kosteneinsparungen. Die stadträtliche Federführung des Projektes «Schule 2020» liegt in der Hauptverantwortung von Schulpräsidentin Jutta Röösli. Zu den Schulraumfragen äusserte sich Stadtrat Daniel Stutz, der aus dem Departement Bau, Umwelt und Verkehr zuständig ist.


Ohne Kathi braucht es bereits zum Start Provisorien

Schulpräsidentin Jutta Röösli betonte bei ihren Ausführungen, dass der Entscheid zum Modell D, ohne Kathi, breit abgestützt gefallen sei. Alle Anspruchsgruppen, politisch, Begleitgruppe, Arbeitgebervereinigung, Gewerbeverein und auch Eltern hätten ihre Meinungen einbringen können. Die Pädagogik habe die Prämisse «Fit für’s Leben – fit für den Beruf» in den Vordergrund gestellt. Störend wird in der Vorlage erwähnt, dass die getrennte Beschulung der Kinder nicht volkschulkonform ist.

Die Forderung nach maximal drei Oberstufen erfüllen beide Modelle. Beim Modell B mit Kathi würde die Oberstufe Sonnenhof in eine Primarschule umgewandelt. Zum Kathi kämen die OS Lindenhof und OS Bronschhofen. Ein rein städtisches Modell D, ohne Kathi, müsste auch die aktuell 162 Schülerinnen des Kathi aufnehmen können, was, wie in der Vorlage angetönt, mit zusätzlichen Provisorien zu lösen wäre.

Einfachere Schulraumplanung

In der Parlamentsvorlage wird auf die Nutzwertanalyse der Oberstufenmodelle verwiesen. Die Schulraumplanung verlaufe beim Modell D «Ohne Kathi» deutlich einfacher. Auch wird auf die vorteilhafteren pädagogischen Aspekte zu Chancen/Risiken hingewiesen. Bezüglich Schulraumrochaden gibt es beim Modell D bezüglich Standorte zwar keine Veränderungen. Hingegen dürften Provisorien notwendig werden für die Aufnahme der 160 Kathi-Schülerinnen.

Stiftungsrat Klosterschule bereit für Modell B+

Hallowil fragte bei Stiftungspräsident Armin Eugster nach, was die Hauptgründe zur Ablehnung des städtischen Vorschlages waren. Grundsätzlich vermisst Eugster die gestellten Zielsetzungen seitens der Stadt: «Das Kind im Zentrum, Bildungsvielfalt und «Innovation». Eugster weiter: «Die Stadt stellt einseitig restriktive Forderungen, dass die maximale Schülerzahl 25% der Gesamtzahl nicht überschreiten darf. Falsch ist weiter die Forderung, weniger Knaben 2 bis 3 Klassen gegenüber 6 bis 9 Mädchenklassen, total höchstens 180 WilerschülerInnen aufnehmen zu dürfen.».

Armin Eugster gab sich im Gespräch kämpferisch. Das letzte Wort sei mit dem Stadtratentscheid und auch einem allfälligen Parlamentsentscheid sicher nicht gesprochen. Es werde mit den Parlamentariern Klartext gesprochen und belegt, dass mit dem Kathi nicht nur ein Standortvorteil, sondern auch eine bessere Durchmischung geboten werde. Einen allfälligen späteren Start einer Initiative zur Beibehaltung des Kathi als Teil der öffentlichen Schule will Eugster je nach Ausgang offenhalten. Jedenfalls erwartet der Stiftungsrat eine Umkehr des Stadtratsentscheides.

Armin Eugster zum Vorschlag des Stiftungsrates: «Wir haben eine Alternative, nämlich das Modell B+ (mit ausgeglichenen Zahlen von Buben und Mädchen), welches der Stadt unterbreitet und abgelehnt wurde. Wir sind durchaus in der Lage, ein Alternativ-Modell zu präsentieren. Dies verlangt aber, dass von der Maximalzahl von 25% abgewichen wird». Detailinformationen wird der Stiftungsrat demnächst bekannt machen.

Das Kathi-Modell käme günstiger zu stehen

Für die Machbarkeitsstudie wurde das Büro Basler&Hofmann eingesetzt. Weil beim Modell «Mit Kathi» das Sonnenhofschulhaus zur Primarschule würde, ist kein Ausbau beim Primarschulraum nötig. Die Ausbaukosten für das Modell B (mit Kathi) betragen ohne Lernräume und Tagesschulen total 130 Mio. Franken. Das Modell D (ohne Kathi) käme auf 145 Mio. zu stehen, dies ohne notwendige Provisorien. Bekanntlich ständen beim Modell D die Schulräume des Kathi nicht mehr zur Verfügung. 

Das Parlament hat die Wahl, das Volk nicht

Die Vorlage sieht eine Kündigung des Schulvertrages auf Ende des Schuljahres 2024 vor. Vorausgehend ist eine Änderung der Gemeindeordnung notwendig, dass die Beschulung der Kinder an einer rein städtischen Schule erfolgt.

Dass es mit dem endgültigen Entscheid noch länger dauern könnte, dürfte sich mit dem Parlamentsentscheid ergeben. Das Parlament kann das Modell B oder D wählen, kann aber auch die Vorlage zurückweisen. Wenn es zum Entscheid «Ohne Kathi» kommt, muss bei der Volksabstimmung mit dem Widerstand seitens des Stiftungsrates und auch Teilen der Bevölkerung gerechnet werden. Der schlimmste Fall dürfte eintreten, wenn das Volk die Vorlage des Parlaments ablehnt, bekanntlich kann es nicht mehr wählen, was den Stadtrat wieder auf Feld 1 verweisen würde. Wohl kaum wünschenswert, nachdem die Stadt schon über 25 Jahre an einer Oberstufenlösung kaut. Dieses Szenario muss auch das Parlament vor Augen halten bei seinem Modell-Entscheid.

Lesen Sie den Kommentar von Redaktor Niklaus Jung.

So hat Hallowil am Montagmittag über den Entscheid des Stadtrates berichtet.