Den letzten negativen Rechnungsabschluss habe Oberuzwil im Jahr 2001 verzeichnet, stellte Armin Bachofner fest. Zudem sei die Gemeinde seit 2008 schuldenfrei. Weil der Gemeinderat immer sehr vorsichtig budgetiere, sei vermutlich auch im laufenden Jahr wieder ein besserer Abschluss zu erwarten. Bachofner stellte deshalb den Antrag, den Steuerfuss von 129 um zwei auf 127 Prozent zu senken. Gegen die Senkung votierte CVP-Präsident Thomas Franck. Er riet, die Auswirkungen der Steuergesetz-Revision abzuwarten. Gemeindepräsident Cornel Egger verteidigte die Position des Gemeinderates. Eine Senkung des Steuerfusses um zwei Prozent würde zu einem Fehlbetrag von 250'000 Franken führen. Die Stimmberechtigten sprachen sich mit deutlichem Mehr gegen die Senkung des Steuerfusses aus.

Raumnot wird behoben

Beim Doppelkindergarten an der Schulstrasse sind die Gebäudehülle und speziell das Flachdach sanierungsbedürftig. Ausserdem fehlen Gruppen- und Therapieräume sowie Stauraum. Den Bürgern wurde deshalb ein Projekt unterbreitet, welches eine Gesamtrenovation und einen Ausbau im neu zu erstellenden Dachgeschoss mit Pultdach vorsieht. Es wird mit Kosten von rund 1,5 Millionen Franken gerechnet. Der Antrag wurde diskussionslos gutgeheissen. Die Realisierung soll im nächsten Winter erfolgen. Dann stehen noch Ausweichräume in der kleinen Turnhalle zur Verfügung, sodass keine neuen Provisorien erstellt werden müssen.

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Schulpräsident Roland Waltert: «Im Haus 4, das nach den Sommerferien bezogen werden kann, bekommt die Musikschule ihr erstes definitives Daheim.»


Aufruf zum Lesen und Vorlesen

Schulpräsident Roland Waltert appellierte an die Eltern, ihre Kinder zum Lesen zu animieren und ihnen auch vorzulesen. Es sei notwendig, Sprachkompetenz vermehrt zu fördern. In seiner Tour d’ Horizon durch das Schuljahr kam er auf die steigenden Schülerzahlen zu sprechen. Dadurch müssten neue Klassen eröffnet werden, was bei der gegenwärtigen regen Bautätigkeit in den Schulanlagen für alle Beteiligten und Betroffenen einen zusätzlichen Aufwand bringe. Als Besonderheit erwähnte er das Projekt Klassenmusik. In Bichwil spielen in einer 4. Klasse alle Schüler ein Blasinstrument.

Die Zahlen überzeugten

Die Erfolgrechnung der Gemeinde verzeichnet für 2018 einen Gewinn von 1,3 Millionen Franken. Dieser wird fast vollumfänglich der Ausgleichsreserve zur Realisierung der 3. Etappe der Schulraumplanung der Primarschule zugewiesen. Oberuzwil ist seit zehn Jahren schuldenfrei und verfügt momentan über ein Eigenkapital von sieben Millionen Franken. Das Budget 2019 schliesst bei Aufwand und Ertrag von je rund 35 Millionen bei gleichbleibendem Steuerfuss von 129 Prozent mit einem Rückschlag von gut 420'000 Franken ab. Alle diese Zahlen wurden von den Stimmberechtigten einstimmig verabschiedet.

In der allgemeinen Umfrage erfuhr man, dass die Bildung des Familienzentrums und die Sanierung der Deponie Niederglatt (Sicherung der Uferböschung zur Glatt) auf guten Wegen seien.

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Armin Bachofner, Präsident der Wasserkorporation Oberuzwil, setzte sich mit seinem Antrag auf Senkung des Steuerfusses um zwei Prozent nicht durch.


Zukunftsszenario: Quellen versiegen

Bei der Wasserkorporation Oberuzwil stand der trockene und heisse Sommer 2018 im Zentrum. Oberuzwil verfügt über zahlreiche Quellen. Die Quellschüttungen seien aber mit zunehmender Trockenheit zusehends geringer geworden. Mit dem eigenen Wasser wäre man beinahe auf dem Trockenen gewesen, führte Armin Bachofner, Präsident der Wasserkorporation, aus. Und es sei durchaus möglich, dass man künftig jeden zweiten Sommer mit der gleichen Situation konfrontiert sei. Dass die Bevölkerung trotzdem mit genügend gutem Trinkwasser versorgt werden kann, sei auf die vor 40 Jahren erfolgte Gründung der Gruppenwasserversorgung Vogelsberg zurückzuführen. Die Zusammenarbeit und der Wasseraustausch zwischen den benachbarten Korporationen funktionieren nach Aussage von Armin Bachofner noch heute vorbildlich.