«Es gibt nur einen Weg, um Kritik zu vermeiden: Nichts tun, nichts sagen, nichts sein.» Mit diesem Zitat von Aristoteles nahm Parteipräsident Simon Seelhofer Bezug auf die laute Kritik im Vorfeld der Abstimmung über die Neuorganisation der Schule, die in einen eigentlichen «Vorwahlkampf» ausgemündet habe. Einige Exponenten hätten jedoch ein undurchsichtiges und unehrliches Spiel gespielt. Dies habe in diesem Frühjahr in persönlichen Angriffen auf Amtsträger durch eine anonyme Gruppierung Pro-Gemeinde-Kirchberg gegipfelt, welche sämtliche Schamgrenzen habe vermissen lassen. Dieses unsachliche, direkt auf Personen zielende Vorgehen vergifte das politische Klima in der Gemeinde nachhaltig und dürfe parteiübergreifend nicht toleriert werden.

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Sie bekunden nach wie vor Freude am Amt und sind einstimmig wieder nominiert worden: Schulpräsident Orlando Simeon (links) und Gemeindepräsident Roman Habrik.


Motivierte Präsidenten

Die erneute Nomination von Gemeindepräsident Roman Habrik und Schulpräsident Orlando Simeon war reine Formsache, nachdem beide bekundet hatten, die schönste Aufgabe der Welt zu erfüllen und einen Leistungsausweis über die letzte Amtsdauer abgelegt hatten. Roman Habrik wies unter anderem auf 1000 im Gemeinderat behandelte Traktanden, auf 800 erteilte Baubewilligungen und auf drei abgeschlossene Schulbauvorhaben hin. Auch erwähnte er sein Engagement in zahlreichen regionalen Organisationen. Im Schulbereich, für den Orlando Simeon zuständig ist, sind der Lehrplan 21 eingeführt, ein sonderpädagogisches Förderkonzept und ein modernes Personal-Leitbild erstellt worden, um nur einiges aus dem Rückblick zu erwähnen. Im digitalen Bereich ist ein Pilotprojekt in Vorbereitung, bei welchem drei Primarklassen mit Leihgeräten ausgerüstet werden sollen.

Die Ausgangslage für die Gemeindewahlen in Kirchberg präsentiert sich spannend. Für die beiden erneut kandidierenden Präsidenten sind - mindestens vorläufig - keine Gegenkandidaten bekannt. Im Gemeinderat stehen den vier Rücktritten sieben bis neun neue Anwärter gegenüber. Um die zwei freien Sitze im Schulrat stehen drei oder vier neu Kandidierende in den Startlöchern. Den zwei Rücktritten aus der GPK stehen vier bis fünf Neukandidierende gegenüber.

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Mit Meisterlandwirt Silvan Holenstein will die FDP wieder einen Vertreter der Landwirtschaft in den Gemeinderat entsenden.


Landwirt soll Landwirt ablösen

Seit 2005, insgesamt während vier Amtsdauern, war Ueli Hui, Lamperswil, Mitglied des Gemeinderates Kirchberg. Er sei eine starke und geschätzte Stimme für die Landwirtschaft gewesen, sagte Parteipräsident Simon Seelhofer. Die FDP möchte ihn wiederum mit einem Vertreter der Landwirtschaft ersetzen und hat Meisterlandwirt Silvan Holenstein aus Bazenheid nominiert.

Silvan Holenstein, Jahrgang 1976, ist in Bazenheid aufgewachsen. Seit dem Jahr 2000 führt er den elterlichen Betrieb in vierter Generation, hat ihn aber von Milchproduktion auf Bio-Weidemast umgestellt. Nach der Schulzeit in Bazenheid hat er eine Lehre als Mechaniker, anschliessend eine Zusatzausbildung als Landwirt absolviert. 2002 bestand er die Prüfung als Meisterlandwirt. Silvan Holenstein hat sich auch gesellschaftlich engagiert. Er war Mitglied der Musikgesellschaft Bazenheid. In der Feuerwehr Kirchberg-Lütisburg hat er als Unteroffizier miftgewirkt. Seit 24 Jahren spielt er bei den Bazenheider «Guggewörger» mit und war während acht Jahren deren Präsident. Zum elterlichen Betrieb gehört auch die «Sepp Holenstein Reisen AG», die auf seine Mithilfe zählen kann.

Einstimmig wieder nominiert wurden die beiden bisherigen FDP-Gemeinderäte. Schreinermeister und Berufsschullehrer Linus Calzaferri ist seit 2009 im Amt. Michael Sutter, Leiter Hauswirtschaft und Areal, gehört dem Gemeinderat seit 2010 an.

Als Mitglied des Schulrates wurde Simon Seelhofer, Betriebsökonom und Verkaufsleiter, seit 2015 Mitglied dieser Behörde, nominiert. Aus der GPK ist die FDP-Vertreterin Jacqueline Hirt zurückgetreten. Neben der bisherigen Rechtsanwältin Louise Blanc Gähwiler hat die FDP neu den Wirtschaftsprüfer und Treuhänder Philipp Gähwiler nominiert.


Zum Tagungsort

Die Nominationsversammlung fand im Coworking-Büro in Bazenheid statt. Im Februar dieses Jahres ist die Genossenschaft «BüroMitenand – CoWorking im Untertoggenburg» gegründet worden. Im August soll das «BüroMitenand» eröffnet werden. 20 modern eingerichtete Arbeitsplätze werden dort zur Verfügung stehen, ebenso Seminarräume für bis zu 80 Personen. Präsident der Verwaltung ist FDP-Ortparteipräsident Simon Seelhofer.