Gemäss einer Medienmitteilung der Künstlergruppe Ohm 41 wurde in der Äbtekapelle im Hof zu Wil am Samstag ein Bild aus dem 16. Jahrhundert als Schenkung an die Stadt Wil überreicht. Dessen historischer Ursprung darf durchaus angezweifelt werden, denn das Spiel mit echten und angeblichen historischen Vermächtnissen ist Thema der aktuellen Ausstellung des Künstlerkollektivs. Sie trägt denn auch den Titel: «Ausstellung und Interventionen Zentralbüro mit Lagermuseum für vergangene und zukünftige Vermächtnisse».

Angebliches Geschenk

Bei dieser Schenkung handelt es sich gemäss Angaben von Ohm 41-Sprecher Markus Eugster um ein Bildnis des Fürstabtes Joachim Opser, der selbst in Wil aufgewachsen ist. 

Die Künstlergruppe war die schenkende Partei, wobei sie gleich selbst mit eben diesem Gemälde beschenkt wurde. Eine nicht genannt werden wollende Wiler Familie will seit Jahren im Besitz dieses Gemäldes gewesen sein, schreibt Ohm 41.

Die Familie stellte dieses Bild dem Künstlerkollektiv zur Verfügung, mit der Auflage, dieses der Allgemeinheit zugänglich zu machen, schreibt Ohm 41 weiter. «Hintergrund dieser Schenkung war auch die Verbindung zum Hof und die Anerkennung, dass die Wiler im Rahmen einer dritten Bauetappe die Renovierung und Restauration in die Hände nehmen wollen», ist in der Medienmitteilung zu lesen.

Historische Objekte in fremdem Besitz

«Das Einmalige daran ist auch der Umstand, dass bis anhin kein Bildnis des Fürstabtes Opser in den Sammlungen zu finden sind.» Ortsbürgerrat Ruedi Schär zeigte sich gemäss Medienmitteilung begeistert und sehr erfreut über die uneigennützige Handlung von Ohm 41. «In seiner kleinen Rede sprach Ruedi Schär auch historische Objekte an, die in fremdem Besitz sind, aber eine grosse Bedeutung für die Stadt Wil haben», schreibt die Künstlergruppe.