«Es war spannend wie ein Krimi», würdigte Panthlob-Clubpräsident Walter Baumann die Ausführungen von Ivo Kassel. Auch die zahlreichen Fragen aus der Zuhörerschaft zeigten, dass das Referat des Sportfunktionärs auf grosses Interesse stiess.

Höchstes Niveau

Der 44-jährige Geschäftsleiter bei einer Verpackungsfirma begann sich schon in jungen Jahren als Sportfunktionär zu qualifizieren. Im Laufe der Jahre erklomm er die Sprossen bis zur höchsten Schiedsrichter-Stufe. «Im Fussball ist sie vergleichbar mit einem Fifa-Schiedsrichter», sagte Kassel.

Er stand und steht national und international bei zahlreichen Wettkämpfen im Einsatz. Auch bei den Olympischen Spielen 2012 in London war dabei. «Ein Supererlebnis», schwärmt er noch heute. Besonders beeindruckt hat ihn die aufwändige Eröffnungsfeier.

Strikte Schutzmassnahmen

Im vergangenen Sommer verunmöglichte die Pandemie die Eröffnungszeremonie in Tokio. Um das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten, mussten die Athleten und die Funktionäre rigorose Einschränkungen auf sich nehmen. Der Olympische Gedanke, der Verständigung zwischen den Menschen und den Völkern, konnte unter den Corona-Schutzmassnahmen kaum gelebt werden.

Die ehrenvolle Aufgabe als Olympia-Schiedsrichter in Tokio war für Ivo Kassel in Zeiten der Pandemie ganz besonders herausfordernd, bereits vor dem Abflug waren mehrfache Corona-Tests Pflicht. Und auch bei Zwischenlandungen und am Einsatzort waren die Sicherheitsvorkehrungen rigoros. Damit noch nicht genug, sein Reisekoffer flog nach Lissabon statt nach Japan. Mit zwei Tagen Verspätung erhielt ihn Kassel dann in Tokio zugestellt.

Von der japanischen Metropole habe er nur sein Hotelzimmer sowie die Wettkampfhalle gesehen, berichtete der Uzwiler. Ein Bus transportierte ihn zwischen diesen beiden Räumen hin und her. «Mit den Einheimischen hatte ich keinerlei Kontakt.»

Förderer des Nachwuchses

Trotz aller Umtrieb und Strapazen schwärmt Ivo Kassel von der besonderen Erfahrung der Olympischen Spiele. Er habe sein Ziel, als Schiedsrichter bei einem Wettkampf um Olympiagold dabei zu sein, erreicht.

Wie lange er noch auf höchstem Niveau als Schiedsrichter amtiert, weiss Kassel nicht. Sicher ist, dass er sich nach dem Ende seiner Karriere der Ausbildung des Nachwuchses widmen wird.


Gut zu wissen:

Der Panathlon International ist ein Service-Club der die Werte des Sports als Mittel zur Entfaltung und Bildung und als Träger der Solidarität unter den Menschen und Völkern verbreiten und festigen will. Weltweit bestehen 300 Clubs mit 13 000 Mitgliedern.

Der Begriff «Panathlon» stammt aus dem Griechischen und bedeutet «Vereinigung aller Sportdisziplinen». Das Motto der Bewegung lautet: Ludis lungit, es bedeutet: Sport vereint. Die Bewegung setzt sich für die Förderung der Ethik und der Fairness im Sport ein.

Der Pantathlon Club Region Wil wurde 1983 von zehn Funktionären aus verschiedenen Sportarten gegründet. Heute gehören ihm 37 Mitglieder mit einem sportlichen Hintergrund an.

Badminton

Die Ballsportart Badminton wird irrtümlich oft mit Federball gleichgesetzt. Während bei dieser Sportart möglichst lange Ballwechsel das Ziel sind, versuchen die Badmintonspieler den Ball so über das Netz zu schlagen, dass sie die Gegenpartei nicht entsprechend den Regeln zurückschlagen kann. Die temporeiche Sportart verlangt eine hohe körperliche Fitness. Badminton wird weltweit von 14 Millionen Sportlerinnen und Sportlern wettkampfmässig ausgeübt.