Der Kern des Stücks widmet sich der wichtigsten Nebensache der Welt: der Liebe – gepaart mit Eifersucht, Herzschmerz. Sentimentalität und Kitsch werden mit Selbstironie gebrochen. Musikalisch werden die Elemente der klassischen Operette mit Folklore, jazzigen Klängen und Tanzeinlagen verbunden. Diese bekannte Operette ist zwar ein Spiegelbild der damaligen Gesellschaft, trifft laut Operetten-Präsident Otto Noger aber auch heute noch unseren Lebensnerv. Im Salzkammergut treffen Grossstädter auf Alpenluft.

Das Libretto stammt vom Komponisten zusammen mit Hans Müller und Erik Charell. «Im weissen Rössl» bietet Situationskomik, Story-Wendungen und ein Revuefeuerwerk. Die Operette wurde 1930 uraufgeführt.

Der Wendepunkt zum Musical

Nach dem Untergang der Habsburger-Monarchie, dem 1. Weltkrieg und mit dem Aufkommen des Radios und des Films ändert sich das Genre Operette und wandelt sich mit jazzigen Elementen hin zur «Revue-Operette». Die neue Form steht für Modernität und Weltoffenheit. Unter dem Einfluss der amerikanischen Revue und des Films veränderten sich in den 1920er-Jahren sowohl die Handlungskonstruktion wie auch die musikalische Architektur der Operette. Die 3-aktige Form wurde aufgelöst, die Erzählweise filmisch – die Grundlage für den Musikfilm und das Musical war geboren.

Bereits sind alle Schlüsselstellen für die anstehende Operetten-Saison besetzt: Mit Giuseppe Spina, Regie, und Florence Leonetti, Produktionsleitung, zeichnen zwei bekannte Operettengesichter für die Realisation verantwortlich. Andreas Signer übernimmt als junger Dirigent die musikalische Leitung bereits zum zweiten Mal. Mit Jasmin Hauck, die bei der letzten Produktion schon für die Choreografien einstand, ist das Team komplett.

Die Premiere im Sirnacher Dreitannen-Saal findet am 15. Januar 2022 statt. Danach gehen Aufführungen bis zum 2. April über die Bühne. (pd/red)