Noch ächzt das Land unter der Trockenheit. Wer kann, entflieht dem heissen Asphalt der Städte und sucht Erfrischung in luftigen Höhen oder am Wasser. Auch früheren Generationen war dies nicht fremd. Wer es sich leisten konnte, zog in die Sommerfrische. Die Rückkehr in die Städte war gekennzeichnet von einem gesellschaftlichen Fixpunkt: Der Eröffnung der “Saison” mit Theateraufführungen und Bällen. Ein Ball steht auch in Sirnach auf der Agenda: Der “Ball im Savoy” von Paul Abraham, die neue Produktion der Operette Sirnach. Premiere wird am 12. Januar 2019 sein.

Operettenpräsident Otto Noger sieht die Vorbereitungen auf einem guten Weg. Er sagt: «Wir sind früher dran als in anderen Jahren. Die Solisten und Sänger sind bestimmt, das Stück steht.» In den Hauptpartien sind Petra Halper König und Sebastian Brummer zu hören. Weiter wirken mit: Simone Werner, Stefanie Gygax, Giuseppe Spina, Florian Steiner und Bastian Stoltzenburg. Die Produktionsleitung obliegt Florence Leonetti. Alles in allem galt es, rund 200 Personen zu rekrutieren. So viele Leute sind nötig, damit die Operettensaison zwischen dem 12. Januar und dem 6. April zu einem Erfolg wird. Die Raiffeisenbank wurde als Hauptsponsor gewonnen und hallowil.ch ist Medienpartner.

Über 50 Prozent Frauen im Projektchor
Bereits vor den Sommerferien fanden die ersten Chorproben statt. Dabei war einiges neu. Dirigent Andreas Signer feierte seinen Einstand. Der Sänger-Formation hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Aus dem Männerchor Sirnach ist ein Projektchor geworden. «Der Männerchor hat ein Nachwuchsproblem. Neu sind auch ganz junge Sänger dabei», sagt Präsident Noger. Erfreut stellt er fest, dass der Zulauf grösser ist als noch vor drei Jahren. Bestand der Chor bei «Maske in Blau» im Jahr 2016 aus rund 25 Personen, so sind es aktuell 36 Personen. Mehr als 50 Prozent machen Frauen aus. Doch was ist der Grund für diese Veränderung? «Es gab bei der Operette eine Erneuerung. So ist zum Beispiel der ganze Vorstand neu. Das hat Begeisterung ausgelöst», sagt Noger.

Das Orchester wird nach der Sommerpause das erste Mal proben und auch die Solistinnen und Solisten werden bald ihren Weg nach Sirnach finden.

12'000 Zuschauer erwartet
Es sind 25 Vorführungen geplant. Gespielt wird wiederum im Dreitannen-Saal in Sirnach. Rund 12'000 Zuschauer werden erwartet, womit die Operette Sirnach nach dem Openair Frauenfeld der zweitgrösste Thurgauer Kulturanlass ist.

Die Handlung der Operette “Ball im Savoy” ist in Nizza angesiedelt: Frisch vermählt sehen sich Aristide und Madeleine in ein Spinnennetz verwoben, gesponnen aus moralisch nicht immer so ganz astreinen Behauptungen und Motiven. Da marschieren ehemalige Geliebte auf, schüchterne Jünglinge werden verführt und es wird geschwindelt, dass sich die Balken biegen. Zur verwickelten und anrüchigen Handlung gesellt sich schmissige Musik von Paul Abraham.