Die Fotos von Pius Walliser, der 2008 im Alter von 83 Jahren gestorben ist, bestreichen den Zeitraum von 1971 bis 1990. In dieser Zeit sind in seinem Studio unzählige Personen porträtiert worden. Er war aber auch bei wichtigen gesellschaftlichen Anlässen zur Stelle, machte Klassen- und Konfirmationsfotos, dokumentierte alljährlich die Lägeslisnacht und liess sich von der örtlichen und regionalen Presse auch abends und an Wochenenden aufbieten. 

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Urs Schärli, Degersheim, ist Präsident des Vereins Ortsmuseum Flawil. Er führt auch persönlich durch das Museum und die Ausstellung. 500 von 3500 Filmdosen von Pius Walliser sind in dieser Vitrine.

Über 100'000 Negative
Pius Walliser wurde 1925 geboren und ist in Gossau aufgewachsen. Beruflich begann er wie sein Vater bei der Post. Die Stelle behagte ihm jedoch nicht, und der entschloss sich Fotograf zu werden. Mit 27 Jahre kam er nach Flawil, richtete beim Rössli sein Studio ein und wurde zum Dorffotografen wie er leibt und lebt. Nach seinem Tod wurde der Nachlass mit vermutlich weit über 100'000 Aufnahmen dem Ortsmuseum übergeben. Aus Anlass des 10. Todestages werden viele, nach Jahrgängen geordnet, in einer Sonderausstellung gezeigt.

Bilder mit grossem Erinnerungswert
Die Fotos von Pius Walliser bleiben noch bis im November ausgestellt. Am 18. November ist Derniere. Flawiler sowie Freunde und Bekannte des Fotografen sollten sich die Ausstellung nicht entgehen lassen, rufen die Bilder und Ausstellungsstücke doch vieles in Erinnerung. Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass sie nicht bloss Bekannte, sondern sich selber auf einem der Bilder entdecken.

Vereinsgründung vor bald 40 Jahren
Den Verein «Ortsmuseum Flawil» gibt es seit 1980. Seither sind zahllose Gegenstände aus früheren Zeiten zusammengetragen worden. Die umfangreiche Sammlung dokumentiert die Vergangenheit Flawils. Ergänzt und vertieft wird die Geschichte durch temporäre Ausstellungen zu prägenden Persönlichkeiten und Ereignissen. Das Ortsmuseum ist in der Liegenschaft Lindengut untergebracht.

In über 200 Jahre altem Gebäude
Die Liegenschaft Lindengut ist Ende des 18. Jahrhunderts erbaut worden. 1804 wurde das Herrschaftshaus erstmals erwähnt. Einer der Besitzer war Fabrikant Huldreich Ottiker, weshalb auch der Name «Ottiker-Liegenschaft» noch bekannt ist. Im Jahre 1983 übergab die Firma Habis Textil AG die Liegenschaft an den Verein «Ortsmuseum Flawil». In den folgenden sechs Jahren wurde die Liegenschaft renoviert und eingerichtet. Seither ist das Ortsmuseum für die Öffentlichkeit zugänglich. Das Museum ist mit Ausnahme der Sommerferien immer am ersten Sonntagnachmittag im Monat geöffnet. 

Remise als Kulturzentrum
Das Ortsmuseum befindet sich an der St. Gallerstrasse 81. In der Parkumgebung des Hauptgebäudes liegt die Remise, welche als Kulturzentrum genutzt wird. Das Gebäude wird für private Veranstaltungen wie Geschäftsanlässe, Geburtstagsfeste, Ausstellungen oder Hochzeitsfeiern zur Verfügung gestellt und eignet sich für Gesellschaften bis etwa 60 Personen. Im Ortsmuseum befinden sich auch ein Säli für kleinere Anlässe und eine historische Wohnstube, die als Trauzimmer zur Verfügung steht.