Die Ostschweizer Kanton informieren in einer gemeinsamen Medienmitteilung: «Seit einigen Wochen steigt in der Schweiz die Zahl der Spitaleinweisungen von Covid-19-Patientinnen und -Patienten. Zudem wurde Ende vergangener Woche die neue Virusvariante Omicron entdeckt. Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass es sich um eine leicht übertragbare Variante handelt, die den aktuell vorhandenen Immunschutz gegen das Virus zumindest teilweise durchbrechen kann». Wie gefährlich die neue Variante ist, dürfte erst in einigen Wochen geklärt sein.

Der Bundesrat hat die epidemische Lage bereits am 24. November 2021 als kritisch eingestuft und die Kantone zum Ergreifen von Massnahmen aufgefordert. Dieser Aufforderung seien die Ostschweizer Kantone mit einem Massnahmenbündel nachgekommen. Nun schlägt der Bundesrat verstärkte Corona-Massnahmen auf nationaler Ebene vor.

Skeptisch: Zertifikatspflicht für private Treffen

Die Ostschweizer Regierungen würden die vorgeschlagene Ausweitung der Zertifikatspflicht auf alle öffentlich zugänglichen Veranstaltungen in Innenräumen und auf alle sportlichen und kulturellen Veranstaltungen von Laien in Innenräumen für sinnvoll befinden. Die bestehende Ausnahme für Gruppen unter 30 Personen im Bereich Sport und Kultur könne aufgehoben werden.

Skeptisch seien die Ostschweizer Kantonsregierungen allerdings bei der Zertifikatspflicht für private Treffen im Familien- und Freundeskreis. So sprechen sei sich denn auch für eine Empfehlung im Sinne einer Richtschnur für eigenverantwortliches Handeln aus, da sich eine solche Regel letztlich nicht kontrollieren und damit auch nicht durchsetzen lasse.

Zustimmung fände hingegen eine Ausdehnung der Maskenpflicht in Innenbereichen, etwa für zertifikatspflichtige Veranstaltungen, für Fach- und Publikumsmessen oder für öffentliche zugängliche Betriebe und Einrichtungen (Restaurants, Museen, Bibliotheken). Diese Massnahme hätten die Ostschweizer Kantone grösstenteils denn auch bereits diese Woche ergriffen.

Dort, wo Maskentragen nicht möglich sei, will der Bundesrat zusätzliche Massnahmen ergreifen. So schlägt er eine Sitzpflicht für die Konsumation von Speisen und Getränken in Innenbereichen vor (auch bei Diskotheken, Bars und Veranstaltungen). Bei Kultur- und Sportaktivitäten sollen künftig die Kontaktdaten erhoben werden. «Auch diese Massnahmen werden von den Ostschweizer Kantonen gutgeheissen», heisst es in der Medienorientierung weiter.

Homeoffice-Empfehlung und Maskenpflicht am Arbeitsplatz

Der Bundesrat schlägt verschiedene Varianten für zusätzliche Massnahmen in den Arbeitsstätten vor. Die Ostschweizer Kantone würden sich denn auch für die Weiterführung der Homeoffice-Empfehlung sowie für eine Maskenpflicht in Innenräumen mit mehreren Personen aussprechen. Abgelehnt werde allerdings die Einführung einer Homeoffice-Pflicht für ungeimpfte und nicht genesene Mitarbeitende. Auch die Möglichkeit, Betriebe zur repetitiven Testung zu verpflichten, würden die Ostschweizer Kantone als nicht zielführend erachten. «Sie zweifeln insbesondere, ob dafür die Testkapazitäten ausreichen», ist aus der Medienmitteilung zu erfahren.

Keine obligatorischen repetitiven Tests an Schulen

Die Ostschweizer Kantonsregierungen würden zudem ein flächendeckendes Test-Obligatorium an Schulen in der ganzen Schweiz «kategorisch» ablehnen. «Ein solches würde zu einer Überlastung der Logistik und der Labors führen», gibt man sich in der Medienorientierung überzeugt. «Die Folge wären längere Bearbeitungszeiten und damit weniger aussagekräftige Testresultate, weil der Zeitraum zwischen Test und Resultat zu gross wird. Die Massnahme wäre letztlich kontraproduktiv», ist beim Weiterlesen zu erfahren. Die kantonale Kompetenz in diesem Bereich habe sich bewährt. Das Dispositiv habe sich laufend weiterentwickelt und die Test-Infrastruktur habe mit dieser Dynamik Schritt halten können.