In einem Communiqué der Ostschweizer Kantone heisst es zur vom Bundesrat vorgeschlagenen Verlängerung der Corona-Massnahmen bis Ende März: «Sobald der Höhepunkt der Welle überschritten ist und die Ansteckungszahlen sinken, sollen die Massnahmen schnell gelockert werden.» Gemäss dem Communiqué würden Fachleute damit rechnen, dass «die Omicronwelle in den nächsten Wochen ihren höchsten Punkt überschritten haben wird». Bis dahin wolle man die bestehenden Corona-Massnahmen beibehalten, und zwar «um das Funktionieren des Gesundheitswesens und des wirtschaftlichen Lebens weiterhin gewährleisten zu können».

Quarantäne und Isolation beibehalten

Die Ostschweizer Kantone sprechen sich auch für die Beibehaltung der behördlichen Anordnung der Quarantäne und Isolation aus. Die Dauer der Quarantäne und Isolation solle vorerst nicht nochmals angepasst werden. Nach der Überschreitung des Höhepunkts der aktuellen Welle wolle man jedoch «eine Aufhebung der Quarantäne und Isolation wie auch des Contact Tracings» prüfen.

Gegen Testpriorisierung durch Bund

Die Ostschweizer Kantone sprechen sich ausserdem gegen eine Priorisierung des Testzugangs durch den Bund aus: «Die Notwendigkeit für eine Priorisierung und die Art der Priorisierung hängen stark von den kantonalen Teststrategien und den regionalen Verhältnissen ab, sodass für diese Anordnungen die Kantone verantwortlich sein müssen.»

Übergangsfrist bei Zertifikaten

Ferner stimmen die vier Kantonsregierungen der Anpassung der Gültigkeit der Impf- und Genesenenzertifikate auf 270 Tage zu: «Damit Personen, deren Zertifikat wegen des Wechsels vorzeitig die Gültigkeit verliert, die Möglichkeit für eine Impfung oder Auffrischimpfung haben, soll eine angemessene Übergangsfrist vorgesehen werden.»

Präsenzunterricht an Hochschulen

Weiter ist man in der Ostschweiz gegen den Fernunterricht auf der Tertiärstufe: «An den Hochschulen ist der persönliche Austausch der Studierenden untereinander und mit den Dozierenden ein zentrales Element der Ausbildung. Die Anordnung von Fernunterricht würde diesen Austausch erneut praktisch verunmöglichen. Damit würde aus der Sicht der Ostschweizer Kantone die Qualität der Ausbildung und damit auch die Werthaltigkeit der Studienabschlüsse erheblich beeinträchtigt.»

Keine zusätzlichen kantonalen Massnahmen

Auch sieht man in der Ostschweiz keinen Bedarf an weiteren kantonalen Massnahmen: «Allenfalls notwendig werdende Korrekturen bei Grossveranstaltungen können voraussichtlich mittels Auflagen vorgenommen werden. Angesichts der bestehenden Lage sollen vorerst die geltenden kantonalen Massnahmen, etwa die Maskenpflicht an Veranstaltungen und an Haltestellen des öffentlichen Verkehrs, bestehen bleiben. Allerdings ist auch der Bedarf für diese Massnahmen nach einem Rückgang der Ansteckungszahlen zu überprüfen.»

Die Regierungen der Kantone St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden und Thurgau sind einverstanden mit einer Verlängerung der Covid-19-Massnahmen, aber nur bis am 28. Februar 2022. Die Kantone sprechen sich für einen Verzicht auf Einreisetests bei geimpften und genesenen Personen sowie gegen den Fernunterricht an Hochschulen aus. Ausserdem sehen die Kantone keinen Bedarf für zusätzliche kantonale Massnahmen.