Der St. Galler Regierungsrat Fredy Fässler sowie Fachpersonen vom St. Galler Migrationsamt und dem Bundesamt für Migration, der Polizei und der Zollverwaltung haben über die Lage am Grenzbahnhof Buchs informiert. Gemäss Markus Kobler, Chef Regionalebene Zoll Ost, gelängen seit diesem Sommer vor allem afghanische Migranten über die Grenze. Sie reisen mit dem Zug aus Österreich und Bukarest an. Es seien mehrheitlich junge Männer und Jugendliche, die bereits mehrere Wochen auf der Flucht sind. Manchmal kämen bis zu 60 Personen an einem Tag an, die von Schleppern in die Schweiz gebracht würden, wie SRF meldet. Die Zunahme dürfte eine Folge der Machtübernahme durch die Taliban sein.

Bruno Zanga, Kommandant der Kantonspolizei St. Gallen, erklärte denn auch, dass diese Zahl am kleinen Bahnhof Buchs zu Schwierigkeiten führe. So könnten die notwendigen Arbeiten für die Rückübernahmen nicht an einem Tag erledigt werden und man müsse die Menschen zurzeit teilweise in einer Unterkunft in Wil beherbergen. Problematisch daran sei, dass die in Wil untergebrachten Personen am Folgetag oft nicht mehr auffindbar seien. Eine illegale Einreise sei aber kein Grund für eine Inhaftierung. Künftig sollen Arbeiten gemäss Zanga deshalb in ein neues Bearbeitungszentrum im Ochsensand in Buchs verlegt und innerhalb von 24 Stunden erledigt werden. «Bei vorhandenem Asylwunsch werden die Personen dem Staatssekretariat für Migration übergeben und ins Asylverfahren des Bundes aufgenommen. Im negativen Fall erfolgt die Weiterbearbeitung im Bearbeitungszentrum mit dem Ziel einer zeitnahen Rückkehr dieser Personen nach Österreich beziehungsweise in das für die Behandlung des Asylgesuchs zuständige Land», lässt sich Bruno Zanga in der Medienmitteilung zitieren.

Man geht davon aus, dass der «Weiterwanderungs- / Transitdruck der Afghanen» noch ein paar Wochen andauern werde. Im Winter werden wohl weniger Personen die Grenze passieren, was dem «normalen jahreszeitlichen Verlauf der Asylgesuche» entspräche, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Im Frühjahr dürften wieder mehr Menschen einreisen.

«Die Kantonspolizei und das Migrationsamt sind schon jetzt gezwungen die vorhandenen Kräfte zusammenzuziehen. Das führt dazu, dass bei der Kantonspolizei die im Patrouillendienst eingesetzten Kräfte reduziert werden mussten. Beim Migrationsamt werden notgedrungen Arbeiten im Bereich der üblichen Amtsgeschäfte liegen bleiben», lässt sich Regierungsrat Fredy Fässler in der Medienmitteilung zitieren. Im neuen Bearbeitungszentrum würden alle Kräfte, die es für die Bearbeitung der migrationsrechtlichen Verfahren brauche, zusammengefasst. Ziel solle eine möglichst effiziente Zusammenarbeit sein. Zudem gab Fredy Fässler bekannt, dass der Bund mit Österreich Gespräche über eine Revision des Rückübernahmeabkommens führe. Ziel der Schweiz sei es dabei, das heutige Verfahren zu beschleunigen. Ostschweizer Grenze: immer mehr Menschen aus Afghanistan