Als Autofahrer hat man, am Wiler Schwanenkreisel stehend, das Gefühl, dass andauernd ein Bus kommt und somit die Ampel auf rot springen lässt. Die Erschliessungsqualität der Wiler Quartiere muss also gut sein. Und sie wird ab Dezember noch besser, wenn Teil 1 des neuen Buskonzepts «Wil 2021» in Kraft tritt und mehr Busse verkehren. Sie tun es auf geänderten Linien, zum Teil gibt es neue Haltestellen.

Das kantonale Amt für öffentlichen Verkehr kommt nun aber zum Schluss, dass die Region Wil alles andere als gut erschlossen ist. Bei 48 Prozent aller Bewohner ist diese Erschliessungsqualität gering oder gar nicht vorhanden. Bei weiteren 37 Prozent ist sie mittel. Bei lediglich sieben Prozent ist sie sehr gut, bei weiteren acht Prozent gut. Noch extremer sind die Werte im Toggenburg. Bei drei von vier Personen ist diese Erschliessungsqualität gering oder gar nicht vorhanden. Jeder vierte Bewohner des Tals hat weder Bahn noch Bus in der Nähe. Nur drei Prozent aller Bewohner haben eine sehr gute Erschliessungsqualität. Das geht aus dem kantonalen «Bericht öffentlicher Verkehr» hervor, der vor wenigen Tagen erschienen ist.

Die Berechnung dieser Erschliessungsklassen erfolgt in zwei Stufen. Zuerst werden aus der Art der Verkehrsmittel und dem Kursintervall die Haltestellen-Kategorien bestimmt. Danach werden sie mit der Distanz zur Haltestelle kombiniert.

Direkt nach Bern

Es gibt aber auch gute Neuigkeiten. Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember bekommt Wil – genau wie Uzwil und Flawil – eine stündliche Direktverbindung nach Bern. Dabei wird hauptsächlich das Rollmaterial des neuen Doppelstöckers (Fernverkehrs-Dosto) verwendet. Somit profitiert in diesem Bereich für einmal die Region Wil auf Kosten der Stadt St. Gallen. Denn für die Hauptstädter verlängert sich die Fahrzeit, wenn sie ohne Umsteigen nach Bern wollen. Der Grund: Der direkte Zug (IC 1) hält bisher nicht in Gossau, Flawil, Uzwil und Wil, ab Dezember aber schon. Zwar gibt es weiterhin eine schnelle Verbindung von St. Gallen nach Zürich (IC 5) und bei dieser kann dank dem Einsatz von Neigezügen die Fahrzeit auf unter eine Stunde reduziert werden. Diese Züge fahren aber nicht nach Bern.