Der FC Wil verliert seinen Captain. Der 32-jährige Sandro Lombardi beendet aus sportlichen und privaten Gründen vorzeitig seine Spielerkarriere und möchte sich früh auf die berufliche Zukunft konzentrieren, wie der FC Wil in einer Medienmitteilung verlauten lässt. Lombardi spielte seit acht Jahren für den FC Wil. Der Mittelfeldspieler bestritt insgesamt 165 Spiele mit 23 Toren. Eine halbe Saison verbrachte Lombardi zwischenzeitlich beim FC Lugano, für den er in sechs Super League-Partien mitwirken konnte. Der Vertrag mit dem FC Wil wäre noch bis zum 30. Juni 2020 gültig gewesen. Lombardi war als Captain auch ein Bindeglied zu Vereinspräsident Maurice Weber. Dieser sagt: «Sandro ist ein top-zuverlässiger Mensch und Fussballprofi. Ich habe die Zusammenarbeit mit ihm jederzeit geschätzt.» 

Dieser Entscheid basiert aber wohl auch auf der Tatsache, dass Trainer Ciriaco Sforza in Zukunft nicht mehr auf Lombardi gesetzt hätte. «Wir werden auf deiner Position junge, freche Spieler holen, die Potential haben. Es wird darum schwierig für dich.», hat Übungsleiter Sforza zu Lombardi gesagt. Nach diesem Gespräch sei der Wunsch nach einer Vertragsauflösung aufgekommen. Lombardi selbst war an diesem Abend nicht zugegen.


Keine Zukunft in Wil für Eigengewächs Breitenmoser

Auch Ivan Audino, Eric Gülünay, Rrezart Hoxha, Nicolas Herter, Enis Latifi, Etienne Scholz und Magnus Breitenmoser fehlten. Zwar waren diese Akteure im Rahmen des letzten Saisonspiels nicht verabschiedet worden, wurden aber bei der Teampräsentation auch nicht mehr vorgestellt. Während die Zukunft von Hoxha (zu Kriens), Herter (zu Rapperswil-Jona) und Gülünay (zu Brühl) geklärt ist, stehen hinter den anderen Personalien noch Fragezeichen. «Die Verhandlungen sind offen, es gibt aber Interessenten.», sagte Präsident Maurice Weber zu diesen Personalien. Wobei die Situation bei Magnus Breitenmoser eine spezielle ist. Sein Vertrag ist zwar ausgelaufen, dem FC Wil winkt aber bei einem Transfer eine Ausbildungsentschädigung. Bereits in der Rückrunde war ersichtlich, dass Breitenmoser mental wohl nicht mehr zu 100 Prozent beim FC Wil war, so dass diese Trennung durchaus nachvollziehbar ist.

Wie es um die Zukunft der anderen genannten Spieler steht, ist noch offen. Aber auch bei Audino und Cortelezzi sollte es nicht an Interessenten mangeln. 


Neue Mentalität gefordert

Der grosse Umbruch wurde bereits im Frühjahr angekündigt und ist auch der Ausrichtung von Sforza geschuldet. Er erwartet eine junge, bissige Mannschaft, die ihr Glück in der Offensive sucht. In einer eingehenden Kaderanalyse wurde entschieden, mit welchen Spielern man diesen Weg antreten möchte und mit wem nicht. Dabei ist kaum ein Stein auf dem anderen geblieben. Sforza kündigte aber auch an, dass er die Leistungen akribisch beobachten wird um entsprechend zu reagieren, wenn ihm das Gezeigte nicht gefällt.

Nach aktuellem Stand stellt der FC Wil eine äusserst junge Mannschaft. 13 der 18 Spieler sind aktuelle U-Nationalspieler. Was aber derzeit noch fehlt, ist ein Linksverteidiger. Nach dem Ausfall von Silvano Schäppi, der bis zur Winterpause verletzt sein dürfte, besteht auf dieser Position Handlungsbedarf. Weber hat angekündigt, dass wohl noch drei Zugänge präsentiert werden sollen.

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Mit dieser jungen Mannschaft steigt der FC Wil in die nächste Challenge-League-Saison.