Die Frauenfeld-Wil-Bahn (FWB) plant mit dem Projekt Perronerhöhung bei der Haltestelle Münchwilen einen behindertengerechten Ausbau. Darüber informiert die Gemeinde Münchwilen in ihrem aktuellen Gemeindeblatt. «Durch dieses Projekt werden Anpassungs- und Sanierungsarbeiten an der Wilerstrasse, also der Kantonsstrasse, ausgelöst», weiss die Gemeinde bereits jetzt. Unter anderem werde auf Grund der Verschiebung des Bahntrasses die Fahrbahnbreite der Kantonsstrasse im Perronbereich minimal verschmälert. «Der betroffene Perimeter weist eine Länge von 200 Meter auf und betrifft den Abschnitt Einlenker Sirnacherstrasse bis zum Q20-Kreisel», so die Gemeinde. 

Infolge der Fahrbahnanpassungen hat das Kantonale Tiefbauamt ein sogenanntes Road Safety Audit (RSA) in Auftrag gegeben. Der Zweck eines RSA ist die Überprüfung der Strassenprojekte bezüglich Sicherheit – dabei werden Neu- und Umbauprojekte mit der Norm und bestehendem Zustand verglichen. Die Analyse zeigt nach Angaben der Gemeinde Münchwilen dabei infrastrukturelle Defizite, welche je nach Sicherheitsrelevanz korrigiert werden. «Im untersuchten Strassenabschnitt wurden zwischen dem Jahr 2009 und dem Jahr 2018 22 polizeilich registrierte Verkehrsunfälle dokumentiert. Davon waren drei Fussgängerunfälle, wovon einer tödlich endete», teilt die Gemeinde die Ergebnisse dieser Analyse mit. Der Fussgängerübergang auf der Höhe des Bahnhofskiosks weise heute stark reduzierte Sichtweiten auf und muss deshalb mit dem Bahn- und Strassenprojekt dringlich saniert werden.

Gemeinde Münchwilen setzt auf Temporeduktion

Die Planer haben in Zusammenarbeit mit dem Tiefbauamt des Kantons Thurgaus und der Frauenfeld-Wil-Bahn drei Varianten – Unterschreitung der Normvorgaben, Lichtsignalanlage, Temporeduktion – für mögliche Fussgängerübergänge ausgearbeitet. An seiner Sitzung hat der Münchwiler Gemeinderat Ende Juni die möglichen Varianten diskutiert. Als Grundlage dazu dienten unter anderem auch die Stellungnahmen aller Ortsparteien, welche zur Vernehmlassung eingeladen worden waren. «Dabei hat sich der Gemeinderat klar hinter die Variante mit der Temporeduktion 30 km/h gestellt und folgt damit den Parteien, die grösstenteils ebenfalls diese Variante favorisieren – wenn auch zum Teil als angepasste oder erweiterte Lösung. Und weiter: «Dem Gemeinderat ist bewusst, dass im Rahmen der Abstimmung des Betriebs- und Gestaltungskonzepts (BGK) die Tempo-30-Zone im Zentrum für Kritik sorgte.» Im Unterschied zur Verkehrsführung des BGKs seien in dem nun vorliegenden kürzeren Tempo reduzierten (keine Zone) Streckenabschnitt Fussgängerstreifen vorgesehen.

Doch welche Vorteile sprechen für diese Variante? Der Gemeinderat zählen folgende Punkte auf

• Keine Störung des Verkehrsflusses durch Lichtsignalanlage.

• Sichtweite ist genügend, denn die Normvorgaben werden erfüllt

• Verstetigung des Verkehrs durch Temporeduktion

• Fussgängerübergang auf der Höhe des Bahnhof weist grösste Fussgängerfrequenz auf

• Begegnungsfall LKW – LKW bei vorgesehener Fahrbahnbreite ist möglich (Normvorgaben erfüllt) 

Bahn und Kanton für Projekt verantwortlich

Für das Projekt Perronerhöhung bei der Haltestelle Münchwilen ist die Frauenfeld-Wil-Bahn und für die Anpassungen auf der Kantonsstrasse das Kantonale Tiefbauamt verantwortlich. Die Politische Gemeinde Münchwilen hat bezüglich der Varianten lediglich ein Mitspracherecht. «Die Kosten gehen vollumfänglich zu Lasten der FW-Bahn und des Kantons», informiert Münchwilen im aktuellen Gemeindeblatt. (gk/red)