Zwar sind Börse und Weltraum nicht unbedingt Alltag bei den meisten Anwesenden – aber absolut spannend. Patrizia Läri, eine der renommiertesten Wirtschaftsjournalistinnen der Schweiz, moderiert beim SRF die Gefässe ECO und SRF-Börse und schreibt regelmässig eine Kolumne im «Blick». Der Weltraumforscher Timm E. Riesen von der Universität Bern ist unter anderem Leiter des Stellariums auf dem Gornergrat und Major in der Schweizer Armee. Wie immer las Helena Hohermuth die Aussagen der Sternzeichen für beiden Gäste, dieses Mal Stier und Skorpion. Beide fanden darin treffende Aussagen. Kleine Anekdoten aus dem Leben amüsierten.

Leidenschaft für Beruf und Familie

Patrizia Läri kann Beruf und Muttersein nur Dank ihrer Mutter so gut verbinden, das für die Jungmannschaft und den Haushalt sorgt, wenn sie selbst in Arbeitsleben steht. Für die Kids sind Sport und Musik wichtig. Sie studierte in Zürich und Madrid Wirtschaftswissenschaft. Ihre Abschlussarbeit schrieb sie über das Swissair-Grounding. Sie selbst bezeichnet das Hirn als ihre grösste Stärke.

Frauen an die Front

Die Moderatorin versteht es, komplizierte Zusammenhänge auf einfache Art zu erklären. Digitalisierung und Gleichstellung im Arbeitsleben sind einige ihrer Themen. Sie setzt sich dafür ein, dass Frauen grössere Chancen haben, auch im Netz, in den sozialen Medien. Dies gilt besonders für Wikipedia, wo man vor allem Artikel von Männern lesen kann. Sie bezeichnet das SRF in dieser Beziehung als guten Arbeitgeber, wo auch Teilzeitarbeit geschätzt wird. Ihr grosses Hobby ist das Lesen. Die Journalistin wird auch beim WEF in Davos aktiv sein. Das notwendige Sicherheitsdispositiv empfindet sie als Spiessrutenlauf. Dafür trifft sie dort auf interessante Gesprächspartner und -partnerinnen und vernimmt viel Wertvolles. Ein weiteres Anliegen: Das Vertrauen in die Medien muss unbedingt wieder besser werden. Es gibt zu viele Lügen und Fake-News, letzteres vor allem im Netz.

Blicke ins Universum

Erstmals konnte mit Timm Emanuel Riesen ein Weltraumforscher in Wil begrüsst werden. Er absolvierte das Lehrerseminar in Thun und studierte danach an der Universität Bern Physik und Astronomie. Seine Diplom- und Doktorarbeit hatte Rosetta zum Thema (eine internationale Kollektivarbeit von Linguisten und Muttersprachlern verschiedener Sprachen, die daran arbeiten, eine zeitgenössische Version des historischen Steins von Rosetta in Form einer kleinen Metallscheibe zu entwickeln). Seit April 2014 hat er die Leitung vom Stellarium, dem Observatorium auf dem Gornergrat ob Zermatt. Davor war er auf Hawaii, wo er im Mauna-Kea-Observatorium astronomische Beobachtungen machte und wertvolle Erfahrungen sammelte. Heute ist das Zentrum für Weltraumforschung und Habitabilität (CSH) der Universität Bern sein Arbeitgeber.

Bester Standort

Der Gornergrat ist einer der besten Standorte für astronomische Beobachtungen in ganz Mitteleuropa. Durch die trockene Luft und die Abgeschiedenheit werden sogar die Milchstrasse und Planeten mit blossem Auge sichtbar. Das Stellarium Gornergrat vereint Experten mit Wissensdrang und neugierige Sternegucker aus Leidenschaft.  In Wil wusste er mit seinem Wissen und seiner Leidenschaft zu gefallen.

Sind wir Alleinige im Universum?

Diese Frage interessierte den Moderator sehr – auch die Menschheit. Timm Riesen erklärte, Millionen Planeten würden der Erde ähneln. Astronomen forschen intensiv an den Bausteinen des Lebens, um die Bedürfnisse abzuklären. Forscher in den USA hätten eine sogenannte Super-Erde entdeckt. Es handle sich um einen Exoplaneten, der unsrer Erde sehr ähnlich sein soll. Die Entdeckung wecke grosse Hoffnungen für die Suche nach Leben im Universum – wer weiss, was die Zukunft bringt.

Es ist halb eins

Der Forscher berichtete von den bedrohlichen Veränderungen der Erde, vom beängstigenden Klimawandel. «Es ist nicht fünf vor zwölf, sondern bereits halb eins», betonte er. Seine Leidenschaft und sein Respekt für und vor der Riesenaufgabe, die auf die Menschen wartet, ist gross. Es sei äusserst schwierig, einen gemeinsamen Nenner zu finden, vor allem weil der amerikanische Präsident Donald Trump eisern behaupte, der Wandel sei nicht von Menschen gemacht. Forschungen und Bohrungen in den Eistiefen der Antarktis hätten das Gegenteil bewiesen. Sie zeigten klar, was in den vergangenen 250 Jahren kaputt gemacht worden sei von einer Welt, die vorher Jahrhunderte überstanden habe. Forschung ist sehr teuer. Als Problem nannte er auch das Sponsoring, müssten die Zuwendungen doch absolut unabhängig und forderungsfrei sein.

Schutz des Luftraums

Als Major der Schweizer Armee ist Timm Riesen unter anderem verantwortlich für den Schutz des Schweizerischen Luftraumes, der äusserst gut überwacht wird. Im Notfall müsste ein Flugzeug vom Himmel geholt werden. Auf nähere Details wollte er nicht eingehen. Das grosse Hobby des Forschers ist die Musik. Er singt, spielt Klavier und Gitarre und ist in diversen Musikprojekten aktiv. Er gab eine Kostprobe seiner musischen Fähigkeiten.