Im Jahr 2013 hat Peter Marty, Inhaber und Geschäftsführer der Firma Gebrüder Eisenring AG, Land im Gebiet Geren in Lenggenwil gekauft. Vier andere Standorte wurden ausgeschlagen. Rund 30'000 Quadratmeter stehen nun zur Verfügung, um den neuen Hauptsitz zu errichten. Dieser ist laut Marty dringend nötig, da der Platz in Gossau nicht ausreicht. Mitten in der Stadt müssen rund 13'000 Quadratmeter ausreichen. Längst nicht mehr genug. So muss Holz im Freien gelagert werden und ist Wind und Wetter ausgesetzt – oder Zelte müssen als provisorische Lagerplätze dienen.

«Die Planungsarbeiten für Lenggenwil haben schon mehr als eine Million Franken gekostet», sagt Peter Marty gegenüber hallowil.ch. Die Pläne sind so weit gediehen, dass ein Baugesuch eingegeben werden könnte. Doch davon ist man noch ein ganzes Stück entfernt. Denn es ist zuerst zu klären, wie in besagtem Gebiet überhaupt gebaut werden darf. Momentan ist es Gewerbe- und Industriezone, gemäss neuem Baugesetz Arbeitszone. Die Gebrüder Eisenring AG wollte in dieser 18,5 Meter hoch bauen. Doch das haben die Stimmbürger der Gemeinde Niederhelfenschwil im November an der Urne mit 52 Prozent verworfen. 50 Stimmen machten den Unterschied. Nun beträgt die maximale Höhe 15 Meter. Abgesehen davon ist noch vieles unklar.

Im Video: «Viele Niederhelfenschwiler sind uns gut gesinnt»

 
Peter Marty von der Gebrüder Eisenring AG redet im hallowil.ch-Interview Klartext.

Nicht auf der Suche nach neuem Land

Und nun? Für Peter Marty ist die Gemeinde Niederhelfenschwil am Zug. «Wir brauchen Planungssicherheit, um weitermachen zu können. Die Gemeinde muss die Erschliessung und die Regelbauweise klären», sagt Marty. Weil das einiges an Zeit in Anspruch nehmen wird, liegt sein Fokus momentan nicht auf Lenggenwil, sondern auf den alten Standort in Gossau, wo die Firma seit der Gründung im Jahr 1875 beheimatet ist. «Wir geben jetzt in Gossau Gas. Allein im Jahr 2019 haben wir mehrere 100'000 Franken für die Optimierung dieses Standortes freigegeben», sagt Marty. Es wurden in Gossau bereits Maschinen installiert, die eigentlich für Lenggenwil vorgesehen gewesen wären. Das Projekt Lenggenwil hat Marty für den Moment wieder im Kasten verstaut. «Es wäre schade um die Energie, wenn wir jetzt weiterplanen würden. Wir können momentan nichts machen.»

Schon mehr als sechs Jahre sind verstrichen, seit das Land im Geren gekauft wurde. Und es lässt sich absehen, dass der Planungsprozess noch manches Jahr in Anspruch nehmen wird. Ist Peter Marty sauer auf die Bewohner von Lenggenwil und der Gemeinde Niederhelfenschwil? Die Antwort gibt er im obenstehenden Video-Interview. Den Bettel nun hinzuschmeissen, das kommt für den Firmen-Inhaber aber nicht in Frage, obwohl entsprechende Anfragen betreffend Landverkauf eingegangen sind. «Wenn ich jetzt verkaufen würde, hätte ich eine wichtige Option nicht mehr», sagt Marty. Darum gibt es für ihn weiterhin keine andere Option als den Geren. Wil West, wo in den nächsten Jahren bis zu 3000 Arbeitsplätze angesiedelt werden sollen, bezeichnet Marty als «Luftblase».


Zwischennutzung: Schon diverse Anfragen

Damit das Gebiet Lenggenwil nicht einfach brachliegt, fasst die Gebrüder Eisenring AG eine Zwischennutzung ins Auge. Peter Marty strebt an eine Lösung an, die keine Baubewilligung braucht. Also zum Beispiel ein Lagerplatz, und nicht ein Gebäude. Es habe bereits diverse Anfragen gegeben. Noch ist die Entscheidung aber nicht gefallen, an wen das Land vermietet wird. In erster Linie will Marty direkten Anstössern die Chance geben. «Wir werden Verträge mit einer Mindestdauer machen und keine Zusicherungen für die nächsten 20 Jahre geben», sagt Marty.