«Ich bin auf unsere Kunden stolz», sagt Avgustin Ballabani, Inhaber der Supermarkts Spar in Rossrüti. Dann übergibt er gemeinsam mit seiner Frau Lidia den Spendenscheck in der Höhe von 3531 Franken und 60 Rappen für die Pfadi Wil. Die weihnachtliche Sammelaktion im Spar in Rossrüti, die mittlerweile zur Tradition geworden ist, wurde Ende November 2018 lanciert und endete am Dreikönigs-Tag. Kunden konnte rote Weihnachtskugeln aus Papier mit ihrem Namen und ihrer Adresse ausfüllen. Pro ausgefüllte Kugel, die anschliessend auf einen zwei Meter hohen Weihnachtsbaum gehängt wurde, spendete der Spar in Rossrüti einen Franken für die Pfadiheim-Sanierung «Roter Ziegel».

«Alleine, dass sich rund 300 Kunden Zeit genommen haben, um die Weihnachtskugeln aus Papier auszufüllen, ist eine schöne Geste», sagt Ballabani. Zu den rund 300 Franken kam noch ein Sockelbetrag von 500 Franken dazu. «Der Rest wurde von unseren Kunden freiwillig gespendet», sagt Ballabani.

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Marcel Schneider von der Pfadi Wil war bei der Schlussverlosung der Spar-Sammelaktion anwesend und hat den Spendencheck für die Pfadiheim-Sanierung entgegengenommen. (Bild: Magdalena Ceak)


Pfadi war bei der Sammelaktion dabei

Auch von Seiten der Pfadi zeigt man sich über die gespendete Summe erstaunt und glücklich. «Wir haben nicht mit so einem grosszügigen Betrag gerechnet», sagt Marcel Schneider. Selbstverständlich ist die Pfadi Wil auch bei der Spar-Sammelaktion nicht untätig geblieben. Am 15. und 22. Dezember waren die Pfadfinder mit einem Wurst- und Raclettstand vor dem Spar in Rossrüti präsent. «Wir setzen uns mit allen Kräften für den ‚Roten Ziegel’ ein», sagt Schneider, der selbst in Rossrüti wohnt. 

Auf dem Spendenbarometer der Internetseite des Pfadiheims Wil stand am Montag, dass 838 615 Franken von den für die Sanierung benötigten 980 000 Franken zusammengekommen sind. Das entspricht 86 Prozent der Gesamtsumme. «Es fehlen noch rund 150 000 Franken», bestätigt Schneider. Mehr könne er im Moment nicht sagen. Nur: «Wir sind noch in den Verhandlungen mit zwei weiteren grossen Geldgebern, die wir noch nicht dazurechnen können», sagt Schneider. Bis Ende Januar soll entschieden werden, ob es mit diesen zwei Spendern klappt. Um welche Institutionen es sich handelt, möchte Schneider nicht sagen. «Dass würde nur einen öffentlichen Druck ausüben und das wollen wir auf keinen Fall», sagt er. Ausserdem sei die Pfadi noch mit verschiedenen Handwerkern in der Verhandlung, die eventuell noch einen Pfad-Rabatt geben würden. Auch Manuel Nick, Projektleiter des Pfadiheims, bestätigt diese Angaben. «Weil wir ein Verein sind, muss die Finanzierung vollumfänglich gesichert sein», so Nick. 

Baubeginn voraussichtlich im Frühling

Es stellt sich die Frage: Wann wollen die Verantwortlichen mit dem Bau starten? «Wir möchten voraussichtlich im Frühling beginnen», sagt Schneider, «und wir sind zuversichtlich, dass wir bis Ende des Jahres unser neues Pfadiheim eröffnen können».

Was, wenn sich die zwei grossen Geldgeber aus den aktuell laufenden Verhandlungen zurückziehen? «Dann müssen wir definitiv einsparen», sagt Schneider. Beim Abriss, der im Frühling erfolgen soll, wollen die Pfadi-Mitglieder auch mitanpacken. «Dann können wir beispielsweise eine Occasion-Küche einbauen lassen oder gewisse Sachen erst später ausführen», erklärt Schneider. «Wir sind ausserdem in Verhandlung mit dem Gewerbe, damit wir einen Rabatt aushandeln können und so eventuell nicht alles zahlen müssen», verrät Projektleiter Nick. Diese Verhandlungen würden sehr positiv laufen, denn verschiedenste Unternehmen aus der Region seien daran interessiert, sich für das Pfadiheim zu engagieren. 

 
Hier sagt Marcel Schneider von der Pfadi Wil, was nun noch passieren muss, damit das neue Pfadiheim Ende Jahr eingeweiht werden kann.

Warum viele Leute spenden

Dass sich die Menschen in Wil und Umgebung für das Pfadiheim so spendabel zeigen, kann sich Schneider nur folgendermassen erklären: «Viele Menschen in der Region sind mit dem Pfadiheim verbunden und zeigen ein grosses Interesse an unserem Bauvorhaben.» Einerseits, weil sie selbst mal die Pfadi besucht haben oder andererseits, weil sie Kinder haben, die Mitglied bei der Pfadi sind. So sagt Spar-Inhaber Ballabani: «Ich bin nicht nur mit der Region verbunden. Ich habe drei Kinder, die in die Pfadi gehen möchten. Darum war für mich von Anfang an klar, dass wir mit der weihnachtlichen Spar-Sammelaktion die Pfadiheim-Sanierung unterstützen.»