Aufgrund des Rücktritts von Stefan Frei als Gemeindepräsident von Jonschwil auf den 30. Juni 2023 beschlossen Martha Storchenegger (Ortsparteipräsidentin «Die Mitte») sowie die Präsidenten der anderen Ortsparteien Ruedi Galli (FDP), Bruno Scheiwiller (SVP) und Roland Bischof (SP Oberuzwil-Jonschwil), eine gemeinsame Findungskommission zu bilden. Zur Mitwirkung konnten zudem Gemeinderat Bruno Näf, GPK-Mitglied Astrid Graf und für den Vorsitz der ehemalige GPK-Präsident Jürg Krähenbühl gewonnen werden.

Zu Beginn des Findungsprozesses wurde in der Kommission die Frage kontrovers diskutiert, wie eine geeignete Gemeindepräsidentin oder ein geeigneter Gemeindepräsident zu finden sei. Die Idee, die Suche an einen Personaldienstleister zu übertragen, wurde aus Kostengründen nicht weiterverfolgt. Zudem gelangten die Kommissionsmitglieder zum Schluss, selbst über die notwendigen Fähigkeiten für den Findungsprozess einer geeigneten Persönlichkeit zu verfügen. Die Mitglieder der Findungskommission erklärten sich bereit, die erforderliche Zeit dafür einzusetzen, wie es in einer Mitteilung heisst. 

Auf die Stellenausschreibung gingen bei der Findungskommission insgesamt elf Bewerbungen ein. Um das Amt beworben haben sich ausschliesslich Männer. Einige Bewerber konnten eine breite Führungserfahrung aus einer beruflichen Tätigkeit in der Industrie vorweisen, nur selten jedoch gepaart mit Erfahrungen aus einem öffentlichen Amt oder einer Tätigkeit in einer öffentlichen Verwaltung. Mit vier Bewerbern hat die Findungskommission Gespräche geführt.

Eine Auswahl oder ein Kandidat?

Es stellte sich die Frage, ob eine oder zwei Personen zur Wahl vorgeschlagen werden sollen. Dabei musste die Findungskommission eine schwierige Abwägung vornehmen. Schlägt sie nur eine Person zur Wahl vor, setzt sie sich dem Vorwurf aus, den Stimmbürgern keine Auswahlmöglichkeit zu bieten. Verfolgt die Findungskommission das Ziel, der Bevölkerung eine Auswahl anzubieten, besteht die grosse Gefahr, dass sehr gut geeignete Kandidaten nicht zur Verfügung stehen. Dass die Gemeinde bei einer Auswahl unter mehreren Kandidaten den besten Gemeindepräsidenten erhält, ist folglich alles andere als sicher.

Es ist zudem nicht primäres Ziel der Findungskommission, den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern eine Auswahl an geeigneten Kandidaten zu präsentieren um damit für einen spannenden Wahlkampf zu sorgen. Der Findungskommission geht es einzig darum, für den abtretenden Gemeindepräsidenten den besten Nachfolger zur Wahl vorzuschlagen, heisst es in der Mitteilung weiter. 

Philipp Egger nominiert

An der Sitzung vom 3. Oktober 2022 hat die Findungskommission einstimmig beschlossen, Philipp Egger zur Wahl als Gemeindepräsident von Jonschwil vorzuschlagen. Er gehört der Partei «Die Mitte» an. Bei der Abstimmung ist Roland Bischof, Präsident der SP Oberuzwil-Jonschwil, in den Ausstand getreten, weil er Mitglied des Gemeinderates Oberuzwil ist, welchem der Vater von Philipp Egger als Gemeindepräsident vorsteht. 

Philipp Egger ist 35 Jahre alt. Er ist in Bichwil in der Gemeinde Oberuzwil aufgewachsen und in der Region stark verwurzelt. Philipp Egger hat nach dem Besuch der Kantonsschule in Wil an der Universität St. Gallen (HSG) das Bachelor- und Masterstudium in internationalen Beziehungen und Governance absolviert und arbeitet derzeit als Leiter der Dienststelle Informatik und Infrastruktur bei der Staatskanzlei des Kantons St. Gallen. Aufgrund des Studiums, seiner früheren Tätigkeit in der Gemeinde Oberuzwil und seiner aktuellen Tätigkeit beim Kanton St.Gallen ist Philipp Egger mit dem Staatswesen und speziell auch mit demjenigen auf Gemeindeebene vertraut. 

Mit seinem Studium mit der Spezialisierung in Public Management verfügt Philipp Egger über die notwendigen betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Grundlagen für die Führung einer Verwaltung. In seiner beruflichen Tätigkeit ist Philipp Egger mit der Leitung von komplexen, bereichsübergreifenden Projekten vertraut und bringt eine entsprechende strategische, selbständige, lösungsorientierte und verantwortungsbewusste Arbeitsweise mit. Durch die Leitung einer Dienststelle des Kantons St. Gallen mit rund 30 Mitarbeitenden verfügt Philipp Egger zudem über die notwendige Führungserfahrung.

Die Findungskommission ist überzeugt, in der Person von Philipp Egger den idealen künftigen Gemeindepräsidenten gefunden zu haben und hat darum entschieden, ihn den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern zur Wahl vorzuschlagen.

Die Frist zur Einreichung von Wahlvorschlägen endet am 7.11.2022 um 17 Uhr. Die Bevölkerung wird am 14. November 2022, 19.30 Uhr, Aula Schwarzenbach, Gelegenheit haben, Philipp Egger persönlich kennen zu lernen. Der erste Wahlgang findet am 22. Januar 2023 statt.