«Pilgernd durch die Nacht. Von Sternen begleitet», Ende August hatten Frauen aus den beiden Seelsorgeeinheiten Uzwil und Magdenau zu einer Pilgernacht eingeladen. Und in dieser Nacht, als sich 32 Frauen in Wil auf den Weg Richtung Fischingen machten, zeigte sich der Sternenhimmel von seiner ganzen Pracht. Denn der Mond stand zwischen Sonne und Erde. «Begleitet wurden die Teilnehmerinnen von einem Segensspruch», heisst es in einer Medienmitteilung. 

Auf dem Ölberg gab es für die Frauen die Geschichte vom vierten König, der krampfhaft versuchte, die Nacht zum Tag zu machen und darum auf den beschwerlichen Weg nach Bethlehem verzichtete. Er scheiterte und machte sich verspätet auf dem Weg zum Kind – zum Wesentlichen. Zur Liebe. «In der Kirche Maria Dreibrunnen stand die Frau am Jakobsbrunnen im Zentrum der Betrachtungen», wird weiter in der Medienmitteilung informiert. Der Blick in die Tiefe, das Handeln aus der Liebe heraus. Dabei sangen die Pilgerinnen das Magnificat und auf dem ganzen Weg immer wieder das Pilgerlied «Vertrauen ist ein Schritt». Nach einer Stärkung im Pilgerhaus führte der Weg weiter durch die Nacht nach Münchwilen, «wo weitere Impulse ermöglichten, über den eigenen Stern nachzudenken und was diesen zum Leuchten bringt». 

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In Wiezikon gibt es in einer privaten Garage eine dampfende Suppe.In der Iddakapelle in Fischingen teilen die Nachtpilerinnen miteinander Brot.

In Wiezikon hatte eine Familie ihre Garage geräumt und Tische und Bänke reingestellt, damit die Frauen eine Suppe essen konnten. «Die St.Martinskapelle in Oberwangen war die nächste Station, inne zu halten, neue Gedanken zu empfangen, Gemeinschaft zu feiern», heisst es in der Mitteilung. Unterwegs gab es Gespräche und Schweigen – Geräusche machten bewusst, dass die Welt nie zur Ruhe kommt. Das Sehen verlagerte sich zum Hören und zum Riechen. «Vertrauen ist gehen, immer weiter gehen», heisst es im Pilgerlied. Vertrauen brauchte es in der Dunkelheit auch in die eigenen Füsse. «In der Iddakapelle im Kloster Fischingen teilten die Frauen Brot, kämpften gegen die Müdigkeit und dankten für die gemeinsam durchwanderte Nacht.» Ein Frühstück im Kloster-Restaurant schloss den Pilgerweg ab. «Als die Frauen ins Freie traten, war der neue Tag geboren.» (pd)