Die Frauengemeinschaft Niederuzwil-Uzwil gehört Ende Jahr der Geschichte an. Dennoch sind neue Projekte entstanden, die bestehen bleiben sollen. Der Pilgertag fand während der Gemeindeduell-Woche zum ersten Mal statt; die Bewegungsminuten gingen aufs Konto der gemeinsam gegen Jonschwil angetretenen Gemeinden Uzwil und Oberuzwil.

Unterschiedliche Wege

Am Anfang des Pilgertags, der von Niederuzwil nach Oberwangen in die barocke St. Martinskapelle führte, stand ein Impuls in der Christkönigskirche. Die Sehnsucht war das Thema des Tages. Die Suche nach sich selber, nach Tiefe, nach Höherem. Der Refrain des Liedes «Da wohnt ein Sehnen tief in uns» begleitete die 17 Pilgerinnen und einen Pilger auf ihrem rund sechsstündigen Weg; unterbrochen von Momenten des Wahrnehmens. Der Weg führte über Algetshausen, Niederstetten, Rickenbach, Littenheid nach Oberwangen. Fast ausschliesslich auf Nebenwegen, schmalen Wegen, Waldwegen. Auch die Teilnehmenden sind in ihrem Leben auf unterschiedlichen Wegen unterwegs, wie die Gespräche ergaben. Wege bedeuten Herausforderung, Entscheidung, Freude, Trauer, Befriedigung. Am Ende des Pilgertages stand eine allgemeine Zufriedenheit und Dankbarkeit.

Reden und teilen

Pastoralassistentin Daniela Gremminger und Monika Angst hatten den Tag vorbereitet. Unterwegs gab es kurze Besinnungen, Anregungen, Gedanken, Texte; passend zur Umgebung: An einer Kreuzung, an Geleisen, in der Kirche Rickenbach, bei einer Leiter mitten im Wald, wo es um Ziele, Aufstieg, Streben und Ansehen ging. Das Bedürfnis nach Schweigen war klein, nach Reden umso mehr. Die Gesprächspartnerinnen wechselten sich ab. Es wurde erzählt, geteilt, anvertraut, ausgehalten. Die Gärtnerin unter den Pilgerinnen machte auf besondere Pflanzen aufmerksam. Es duftete von verschiedenen blühenden Sträuchern, der Weg führte durch offene Flächen und schattige Wälder, an Bächen und Teichen vorbei. Auf einer Weide in Littenheid hatte eine Kuh gerade ein Kalb geboren und leckte es ausdauernd ab. Ehrfurcht vor neuem Leben. In der Kapelle in Oberwangen gab es eine kleine Agapefeier und einen gelungenen Abschluss im «Dorf16», wo die Pilgernden willkommen waren.