«Was von Kindsbeinen an erlernt wird, geht bekanntlich in Fleisch und Blut über. Vor allem wenn es über alle Sinne, also über Kopf, Herz und Hand erlernt wird.» Das sagt die Outdoor-Lehrerin Alexandra Chennaoui. Sie leitet das Gartenbauprojekt «Acker-Schule». Wenn immer möglich, ist sie mit den Kindern draussen in der freien Natur. «Schule draussen» gehört seit jeher zum festen Repertoire der Schule. War es bislang vor allem der Wald, so gehört seit Anfang Jahr auch der Schulgarten dazu. «Umstechen und Jäten löste anfänglich keine Begeisterungsstürme aus», schmunzelt Chennaoui, «doch spätestens seit der ersten Ernte hat sich ein kompletter Sinneswandel eingestellt».

Finger schmutzig machen

Seit Anfang Jahr machen sich die Schüler der Mosaikschule in Burgau bei Flawil die Finger schmutzig. Unter der Leitung der so genannten «Gemüse-Ackerdemie Zürich» bauen sie Gemüse an und erfahren so auf praktische Weise, wo die Lebensmittel herkommen, wieviel Arbeit im Gemüseanbau steckt und welche Bedeutung die Natur als Lebensgrundlage für uns hat. Themen wie Bodenbeschaffung, Bodenerosion und anderes sind keine Fremdwörter mehr, sondern werden wie früher vor wenigen Generationen wieder ganz selbstverständlich. Wöchentlich stehen die Kinder im Alter von 5 bis 14 Jahren im Garten, graben um, jäten, setzen an und aktuell dürfen sie auch ernten.

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Am Schönsten ist das Ernten und Geniessen.

Die «Gemüse-Ackerdemie Schweiz» hat dazu ein Bildungsprogramm mit Unterrichtsmaterialien entwickelt, die auch in Bild und Text die nachhaltige Entwicklung thematisiert, Wissen und Werte vermitteln sowie Kompetenzen fördert.

Ein Projekt mit Signalwirkung?

Diese kleine, private Schule, die ausschliesslich vom Schulgeld der Eltern lebt, ist die erste Schule der Ostschweiz, die sich «Acker»-Schule nennen darf. Die Mosaikschule und die «Gemüse-Ackerdemie Zürich» gehen davon aus, dass dieses Beispiel in den kommenden Jahren im wahrsten Sinne des Wortes «Schule machen wird» und in den nächsten Monaten und Jahren noch weitere Schulen in der Ostschweiz nachziehen werden. Ob dem auch wirklich so ist, wird die Zeit zeigen. (pd/red)