Die Gemeinde Niederhelfenschwil führt im Projekt «Schulraumentwicklung für die Kindergärten und Primarschulen» eine Mitwirkungsphase durch. Eine Begleitgruppe, die sich aus rund 30 Mitgliedern aus der Bevölkerung zusammensetzt, hat anlässlich ihrer zweiten Sitzung Kostenschätzungen zu den verschiedenen Lösungsstrategien erhalten. Diese waren im Vorfeld von einer Projekt-Kerngruppe erarbeitet worden. Der Finanzbedarf ist rudimentär ausgeführt und deckt zum jetzigen Zeitpunkt die Bedürfnisse der Schule ab. Nicht enthalten sind allfällige Wünsche von Vereinen und Organisationen. Die voraussichtlichen Kosten wurden anhand von Richtwerten – sprich Landgrössen und Erfahrungspreisen – berechnet.

Kindergärten bleiben in den Dörfern

Die Strategie A, welche das Prinzip der drei Dorfschulhäuser beibehalten will, weist einen Gesamtinvestitionsbedarf von rund 11.5 Millionen Franken aus. Der Investitionsbedarf in Lenggenwil deckt Umstrukturierungen im Schul-haus und die energetische Sanierung von Schulhaus und Kindergarten ab. In Zuckenriet beinhaltet der Investitions-bedarf die Aufwendungen für Umstrukturierungen, energetische Sanierungen und einen Neubau des Kindergar-tens. Der Investitionsbedarf am Standort Niederhelfenschwil enthält Umstrukturierungsarbeiten, die Gesamtsa-nierung des alten Schulhauses sowie die energetische Sanierung des neueren Schulhauses gemäss Gebäudeener-gieausweis der Kantone (GEAK).

Die Strategie B bildet die Idee ab, die Kindergärten in den Dörfern zu belassen, die Primarschulklassen der einzel-nen Zyklen aber in sogenannten Stufenschulhäusern zu zentralisieren. Dabei würde ein Schulstandort innerhalb der Gemeinde wegfallen. Die vier möglichen Varianten bewegen sich zwischen 9,5 und 22,5 Millionen Franken. Diese beinhalten je nach Variante die Kosten für die Gebäudehüllen-Sanierungen in Lenggenwil, Zuckenriet und am neuen Schulhaus in Niederhelfenschwil sowie die Gesamtsanierung des alten Schulhauses in Niederhelfenschwil. Zusätzlich müssen die entsprechenden Aufwendungen für die Neubauten pro Variante addiert werden.

Zentrumsschulhaus als Lösungsansatz

Die Strategie C visualisiert die Idee, die Primarschulkinder aller drei Dörfer von der 1. bis zur 6. Klasse in einem neuen Zentralschulhaus zu beschulen. Die Kindergärten verbleiben in den Dörfern. An den Standorten Lenggenwil und Zuckenriet würden hierfür Ersatzneubauten realisiert, in Niederhelfenschwil könnte eine Aufstockung oder ein Ausbau des neueren Schulhauses ins Auge gefasst werden. Als «neutraler» respektive neuer Standort für ein Zentrumsschulhaus kommt das Sproochbrugg-Areal in Frage. Alle Neubau-Varianten werden mit etwa 26 Millionen Franken budgetiert.

Bei der Strategie D verbleiben, analog aller anderen Varianten, die Kindergärten in den Dörfern. Weiter würden auch die 1. bis 4. Klassen in den bestehenden Dorfschulhäusern beschult. Der Raumbedarf hierfür wäre mit den bestehenden Schulbauten mehrheitlich gedeckt. Die zusätzlich benötigten Flächen würden mit einem Schulhaus-Neubau realisiert, in welchem die 5. und 6. Klassen aller drei Dörfer beschult würden. Insgesamt ist für diese Stra-tegie mit etwa 21,5 Millionen Franken zu rechnen.

Je nach Variantenwahl würden in den überzähligen Schulstandorten Umnutzungsflächen in der Zone «Öffentliche Bauten» frei. Diese sollen aus heutiger Sicht von der Gemeinde als Entwicklungsreserve verwendet werden.

Machbarkeitsstudie soll erarbeitet werden

Allfällige Wünsche von Vereinen, privaten Organisationen oder sonstigen Anspruchsgruppen sind bei den aktuell vorliegenden Kostenschätzungen noch nicht abschliessend einkalkuliert. Zusatzanforderungen wurden in der lau-fenden Woche anlässlich der dritten Begleitgruppensitzung aufgenommen. Auch muss auf die anhaltenden Unsi-cherheiten und Preissteigerungen im Bauwesen hingewiesen werden, welche direkten Einfluss auf Bauprojekte haben. Die Kostenungenauigkeit in der aktuellen Projektphase beträgt plus-minus 30 Prozent. Weiterführende Planungsarbeiten und daraus resultierende, detaillierte Investitionskosten sollen in einer Machbarkeitsstudie und unter Berücksichtigung aller Bedürfnisse erarbeitet werden. Die Gemeinde erwartet die Ergebnisse dieser Studie auf Ende des 3. Quartals 2023.