Genau 3982 Verstösse gegen das Strafgesetzbuch gab es im vergangenen Jahr in der Region Fürstenland-Neckertal. Das sind um über 400 mehr als im Jahr zuvor, womit ein Anstieg um 11,3 Prozent zu verzeichnen war. Der schlimmste Fall spielte sich Mitte Mai in der Äbtestadt ab, als ein Mann mit einer Stichwaffe mehrfach auf seine Ehefrau einstach und diese tödlich verletzte. Wie alle zwölf Tötungsdelikte, die sich im vergangenen Jahr im Kanton St. Gallen ereignet hatten, konnte auch jener von Wil aufgeklärt werden.

Zudem hatte die Polizei im vergangenen Jahr im Raum Oberuzwil und Zuzwil eine hohe Anzahl Fälle von Einbruchdiebstählen und Sachbeschädigungen zu bearbeiten. Zudem wurden in der Region Wil gleich mehrere so genannte Bodypacker aus Nigeria festgenommen. Diese bringen Heroin im Körper in die Schweiz und scheiden es dann aus. Die verhafteten Drogen-Dealer hatten alle mehr als ein Kilogramm Kokain im Körper.

 
Der Leiter der Kriminalpolizei im hallowil.ch-Interview: "Betrugs-Tatbestände haben markant zugenommen." (Beitrag: Simon Dudle)

In Wil: Rund drei Gesetzesverstösse pro Tage

Und wie kriminell ist die Region Früstenland-Neckertal im kantonalen Vergleich? Dies lässt sich anhand der begangenen Gesetzesverstösse pro 1000 Einwohner belegen. Mit 30,3 Taten liegt die Region unter dem kantonalen Mittel von 36,5. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede. Mit 52 Taten liegt die Stadt Wil deutlich darüber. Das von der Grösse her vergleichbare Rapperswil-Jona weist mit 50,8 einen leicht tieferen Wert auf, Gossau mit 36 Taten einen deutlich tieferen. Uzwil (33,2) und Flawil (35,1) liegen nahezu im kantonalen Mittel.

Weitere markante Zahlen der Stadt Wil aus der Kriminalitäts-Statistik: Im vergangenen Jahr wurden 135 Autos als gestohlen gemeldet und es gab 146 Verstösse gegen des Betäubungsmittelgesetz. Wobei anzufügen ist, dass jene Fälle, in denen nur Bussen verteilt wurden, nicht einmal in die Statistik einfliessen. 11 Urkunden wurden gefälscht, 18 Mal flog gefälschtes Geld auf, 14 Mal gab es Gewalt und Drohung gegen Beamte. Alles in allem waren es allein in der Stadt Wil 1236 Gesetzesverstösse im vergangenen Jahr – also nahezu drei pro Tag.

Der Internet-Kriminalität begegnen

Im ganzen Kanton St. Gallen hat die Kriminalität im vergangenen Jahr um acht Prozent zugenommen. In den Jahren zuvor war jeweils von einer Abnahme zu berichten gewesen. Während Tötungsdelikte um einen Drittel auf noch 12 abnahmen, gab es in den Bereichen «Raub» und «Betrug» eine Zunahme um fast 50 Prozent. Auch im Kanton Thurgau ist die Kriminalität gestiegen.

Einen Schwerpunkt legt die Kantonspolizei nun auf die Bekämpfung der Internet-Kriminalität und hat im vergangenen Herbst eine eigene Abteilung errichtet. Was genau getan wird, erklärt Martin Reut im hallowil.ch-Interview:

 
In diesem Video wird erklärt, was man tun muss, wenn man von Internet-Kriminalität betroffen ist. (Beitrag: Simon Dudle)