Genau 1562 Personen waren Ende Januar im Wahlkreis Wil auf Jobsuche. Oder zumindest so viele taten das via Regionales Arbeitsvermittlungszentrum (RAV). Ende Januar des Vorjahres waren es noch 1502 Personen gewesen, womit ein Anstieg um vier Prozent zu beklagen ist. Im Vergleich mit Dezember 2019 waren fünf Personen zusätzlich auf der Suchen nach Arbeit. Damit widersetzt sich der Wahlkreis Wil dem nationalen Trend. Schweizweit hat die Zahl an Stellensuchenden zwischen Januar 2019 und Januar 2020 um 2,9 Prozent abgenommen. Das vermeldet der Kanton St. Gallen diese Woche.

Apropos Kanton. Ende Januar 2020 waren im Kanton St.Gallen 10'407 Stellensuchende bei einem RAV gemeldet. Das sind 165 Personen mehr als am Ende des Vorjahresmonats, was einer Zunahme um 1,6 Prozent entspricht. In Appenzell Ausserrhoden ist die Zunahme marginal, im Kanton Thurgau mit 5 Prozent deutlich höher.

Weniger Junge suchen, dafür ältere Personen

Die Zahl der stellensuchenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist gegenüber dem Vorjahr kantonsweit zurückgegangen, und zwar um knapp zwei Prozent. Bei den älteren Stellensuchenden ab 50 Jahren sind die Werte um 2,5 Prozent angestiegen. Diese gegenläufige Entwicklung ist seit dem Frühjahr 2019 zu beobachten.

Ende Januar vergangenen Jahres hatten im Kanton St.Gallen zehn Betriebe für 600 Mitarbeitende Kurzarbeit angemeldet. Aktuell liegt die Zahl der meldenden Betriebe bei 21, die Zahl der betroffenen Mitarbeitenden bei 1000.

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Das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum RAV ist seit gut einem Jahr im Railcenter am Bahnhof Wil untergebracht. (Archivbild: Simon Dudle)


Verschärfte Meldepflicht für offene Stellen

Der Bestand an verfügbaren Stellen, die den RAV gemeldet wurden, ist im Vorjahresvergleich von 2062 Ende Januar 2019 auf aktuell 2'296 angestiegen. Etwas über die Hälfte der gemeldeten Stellen unterliegen der Stellenmeldepflicht. Seit Jahresbeginn gilt die Regel, dass Berufe meldepflichtig sind, deren Arbeitslosenquote fünf Prozent oder höher liegt (bisher: acht Prozent). Gleichzeitig ist die Berufsliste revidiert und verfeinert worden (Umstieg von der Schweizerischen Berufsnomenklatur SBN 2000 auf die international gebräuchliche ISCO-Nomenklatur). So wird neu stärker zwischen Fach- und Hilfskräften unterschieden.

Gemäss Trendschätzung der Fachstelle für Statistik ist in den kommenden Monaten mit einer leicht ansteigenden Tendenz bei der Zahl der Stellensuchenden zu rechnen. (pd/sdu)