Was gab Ihnen ursprünglich Anlass, politisch aktiv zu werden, wie sind Sie in die Politik gekommen?

A. Breitenmoser: Ich war schon immer politisch interessiert und bereit lange Diskussionen zu führen. Konkret aktiv wurde ich mit meiner erfolgreichen Kandidatur als Stadtrat. Zuvor wurde ich von Freund*innen und Bekannten immer wieder dazu motiviert, mich doch als Stadtpräsident zu bewerben, nachdem unsere Alt-Stadtpräsidentin als Regierungsrätin kandidierte.

R. Schär: Ich habe mich jahrelang für die Vergangenheit unserer Stadt eingesetzt, z. B. Museum. Kultur etc. Dann habe ich für das Stadtparlament kandidiert um Neues zu bewegen.

Welches sind Ihre drei wichtigsten politischen Anliegen für Wil?

A. Breitenmoser: Wil soll eine wirtschaftsfreundliche Stadt bleiben, für Menschen jeden Alters ein attraktiver Wohnort sein und sich für den Klimaschutz einsetzen.

R. Schär: Wil als regionales Zentrum stärken (Bahnvollanschluss, Einkaufsmöglichkeiten attraktiv behalten); Gestaltung obere Weierwiese zu einem Naturpark mit Weier; Altstadt weiterhin Sorge tragen und trotzdem Raum zum Wohnen für Familien anbieten.

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Der parteilose Stadtrat Andreas Breitenmoser steht dem Departement Versorgung und Energie vor.  (Foto: zVg)

Was möchten Sie mit Ihrem politischen Engagement bewirken oder haben Sie bewirkt?

A. Breitenmoser: Ich möchte dazu beitragen, dass Dinge umgesetzt und die Weichen richtig gestellt werden, damit Wil gut aufgestellt in eine positive Zukunft blicken kann.

R. Schär: Mitwirkung in Arbeitsgruppe Pflästerung Hofplatz; Ersatzpoststelle im Spar Rossrüti nach Postschliessung in der Altstadt; Mitwirkung Jungunternehmerzentrum zur Förderung von Arbeitsplätzen.

Was stört oder ärgert Sie am meisten in Wil?

A. Breitenmoser: Ich ärgere mich, wenn öffentliche Anlagen, scheinbar aus Langeweile zerstört werden. Massiv stören mich Intoleranz, Polarisierung, Rassismus – was ich in Wil glücklicherweise aber nicht übermässig wahrnehme.

R. Schär: Dass es in Wil nötig ist Sicherheitsdienste und Reinigungsequipen für Ruhe und Ordnung braucht. Vor allem im Bahnhofbereich.

Welches sind für Sie die Vorzüge von Wil?

A. Breitenmoser: An erster Stelle steht da klar die Wiler Bevölkerung, denn ich schätze die vielen positiven Begegnungen in der Stadt ausserordentlich. Wil ist zudem klein genug, um überall zu Fuss hinzukommen und bietet mir alles, was ich zum Glücklich sein benötige.

R. Schär: Wil hat eine wunderschöne Altstadt, ist ideal gelegen zwischen St. Gallen und Zürich und dem Toggenburg und dem Bodensee. Wil hat ein vielfältiges und auf gutem Niveau bestehendes Kulturangebot. Rund um Wil gibt es schöne Wandermöglichkeiten.

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Ortsbürgerrat Ruedi Schär engagiert sich zeitlebens für die Belange Wils. Er sass für die CVP, jetzt die Mitte, im Stadtparlament. (Foto: Adrian Zeller) 

Es heisst, in der Politik brauche man eine dicke Haut, wie dick ist Ihre Haut?

A. Breitenmoser: Es braucht relativ viel, bis ich aus der Haut fahre und ich nehme auch nicht gleich alles persönlich, sondern versuche allfällige Kritik zu hinterfragen. Insofern scheint meine Haut ziemlich dick zu sein. Eine richtige Feuerprobe musste ich diesbezüglich aber glücklicherweise noch nicht bestehen.

R. Schär: Ich habe einen breiten Rücken, was ich aber nicht mag sind unehrliche Leute und persönliche Angriffe. Ich mag aber immer auch die Auseinandersetzung mit andersdenkenden Leuten.

Weshalb sollte man als Wählerin, als Wähler Ihnen die Stimme geben?

A. Breitenmoser: Die Stadt Wil und ihre Einwohner*innen stehen für mich immer im Zentrum des Schaffens. Ich will, dass die Stadt Wil in eine positive Zukunft geht und setze mich dafür ein.

R. Schär: Ich denke, die verschiedenen Tätigkeiten in der Stadt haben den Wählerinnen und Wählern gezeigt, dass ich mich für Wil einsetze. (Ortsbürgerrat Ruedi Schär war Mitglied des Wiler Stadtparlaments, nach seinem Rücktritt 2019 steht er nicht mehr zur Wahl zur Verfügung, Anm. der Redaktion.)

Weshalb haben Sie sich für jene Partei entschieden, in der Sie Mitglied sind?

A. Breitenmoser: Als Parteiloser ist es die Freiheit zu entscheiden, was in meinen Augen das Beste für die Stadt Wil ist.

R. Schär: Schon meine Eltern waren in der CVP Parteimitglied. Mich hat das christliche Gedankengut geprägt. Die CVP (heute die Mitte) war schon immer eine Macherpartei, die in Wil viel bewegt hat.

Hier können Sie die bisherigen Doppelinterviews nachlesen:

Luc Kauf (Grüne prowil) und Andreas Hüssy (SVP)

Salome Zeintl (Jungfreisinnige und Silvia Ammann Schläpfer (SP)

Meret Grob (Grüne prowil) und Daniel Gerber (FDP)

Ronja Stahl (SP) und Brigitte Gübeli (Die Mitte).

Alex Lyner (EVP) und Adrian Bachmann (FDP)

Auch Leserinnen und Leser sind eingeladen, ihre Meinungen und Gegenmeinungen einzubringen, melden Sie sich bei uns, am besten per Mail an redaktion@hallowil.ch