Theatermacherin und Kulturmanagerin Claudia Rüegsegger schreibt: «Kaum zu glauben, aber nach 1 ½ Jahren müssen wir immer noch und immer wieder über Corona reden. Sorry. Reihum erzählen Veranstalter das Gleiche: Egal ob Konzerte, Theater oder Kino, überall kommen nur etwa die Hälfte der bisherigen Zuschauer:innen.

Ab und an ist auch zu hören: ‹Ich komme dann wieder an Kulturveranstaltungen, wenn alles vorbei ist.› Gerne. Besser wäre es allerdings, bereits jetzt zu kommen. Ein Ende ist ja mal wieder nicht in Sicht. Und die Frage ist, was dann noch da ist, wenn Corona mal weg ist.

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Claudia Rüegsegger: «Die Frage ist, was dann noch da ist, wenn Corona mal weg ist.» (Foto: zVg)

Selbstverständlich haben auch Kulturschaffende und -veranstaltende die Nase gestrichen voll von der Pandemie. Wer hat schon je von jemandem gehört, der Maske, Abstand, Impfung und all das lässig findet. Aber Proteste gegen die Schutzmassnahmen sind keine Lösung. Was wäre denn die Alternative? Wie kommt man dazu, den einzigen Versuch, die Pandemie in den Griff zu bekommen, zu boykotttieren?

Wer Kultur unterstützen mag, kann das ganz einfach tun: 1. impfen, 2. mit dem damit erworbenen Zertifikat Veranstaltungen besuchen. Und Beizen. Und Hotels. Und zwar jetzt.

(Und ja, das ist auch eine Abstimmungsempfehlung für den 28. November, oder vielmehr eine dringende Bitte.)

Wir wollen niemanden ausschliessen. Aber wir freuen uns trotzdem, viele Pragmatische an einer Vorstellung begrüssen zu dürfen. Auch eine halbvolle Aufführung ist viel besser als gar keine.»

Claudia Rüegsegger, Vorstandsmitglied Momoll -Theater Wil

(Aktuell beim momoll theater: Übersee 30.10. - 27.11.2021 in Schaffhausen. Nächste Produktion in Wil April 2022 in Vorbereitung)

«Politikforum»: Was soll das?

Mit dem Politikforum will hallowil.ch besonders bei Themen, die sich auf unsere Region auswirken, die Meinungsbildung fördern. In loser Folge werden sich vor allem politisch aktive Personen zu aktuellen Themen äussern. Das letzte Mal war Barbara Gysi an der Reihe. 

Auch Leserinnen und Leser sind eingeladen, ihre Meinungen und Gegenmeinungen einzubringen, melden Sie sich bei uns, am besten per Mail an redaktion@hallowil.ch

Wir legen dabei grossen Wert auf eine sachliche Debatte, in der verschiedene Meinungen respektiert werden. Und wir glauben an das Motto: In der Kürze liegt die Würze. Kurze prägnante Texte werden eher gelesen.